In St. Hubert legt man Wert auf Heimat

Dorfleben : Der Heimatverein hält Traditionen lebendig

Jedes Jahr bekommen die Bürger zu Nikolaus ein Geschenk. Vorher wird nichts verraten, es ist stets eine Überraschung.

Die Liebe zur Heimat. Dies war schon damals das entscheidende Kriterium, als am 22. November 1964 Kaufleute, Landwirte oder Lehrer den Heimatverein St. Hubert gründeten. Erster Vorsitzender war  Gastwirt Alfons Louven. Der Verein hat nichts von seiner Zielsetzung und seiner Lebendigkeit verloren, bewahrt nach wie vor das Brauchtum, kümmert sich um den Erhalt historischer Bauten, verschönert den Ort oder lässt die Alt- wie Neubürger näher zusammenrücken.

      Kürzlich ist im 51. Jahrgang  unter der Redaktionsleitung von Jörn Schulte die Juli-Ausgabe des „Hubertus-Boten“ erschienen. Davor hatte diese viele Jahre Karin Schenk gemacht. Allmonatlich nutzt der Verein durch diese Publikation die Gelegenheit, das alte und neue St. Hubert vorzustellen. Darin wurde unter anderem zuletzt an die offizielle Einweihung des Kriegerehrenmals in Voesch, an den damaligen  Schulleiter Herbert Sleegers oder an die St.-Antonius-Männerschützenbruderschaft erinnert. Und dass der „Hubertus-Bote“  nahezu alle seine rund 1600 Mitglieder erreichen kann, dafür sorgt mit einigen Helferinnen Frank Schubert.

   Seit 2008 führt der heute 74-jährige Hans-Josef „Jupp“ Güldenbog den Verein, der übrigens im historischen Weberhaus sein Zuhause hat. Güldenbog ist mit St. Hubert genauso eng verbunden wie Werner Bovenschen (75). Bovenschen, Autor vieler historischer Geschichten und Episödchen, ist so eine Art „Kulturpapst“, stellvertretender Vorsitzender, der auch weiterhin Schulklassen oder andere Gruppen durch das Weberhaus  führt, Ruf 02152 6106. Werner Bovenschen gehört dem Vorstand seit 1977 an.

    Regelmäßig findet im Weberhaus Tage der offenen Tür statt. In diesem Jahr wird es nach Absprache mit dem Eigentümer, Heinz Ziemes, ein größeres Event an dem  über 600 Jahre alten und denkmalgeschützten Wehrturm  „Berfes“ geben, gelegen an Orbroicher Straße/Müskesweg. Und zwar im Rahmen des Tages des Offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, von 11 bis 18 Uhr. Güldenbog nennt die bisherigen Überlegungen zur Gestaltung dieses Festes: „Es gibt Aktionen für die älteren als auch jüngeren Besucher. Ein Falkner wird kommen, historische Traktoren werden ausgestellt, der Musikverein St. Hubert macht die Musik und für das leibliche Wohl dürfte hinreichend gesorgt werden.“

   Außerdem führt der Heimatverein in regelmäßigen Abständen Mundart-Abende durch. Die Mitglieder treffen sich außerdem zu Wanderungen mit anschließendem Grünkohl-Essen oder am Nikolaustag zum Weckmann-Essen („Kloaskeäl-Eäte“).     Der Nikolaustag ist übrigens nicht nur für den Heimatverein etwas Besonders. Denn seit 1973 gibt es dann für die Bevölkerung besondere „Geschenke“. Stets am 6. Dezember wird seit damals der Ort durch den Heimatverein schöner gemacht, wurden unter anderem Bäume gepflanzt, alte Brunnen instandgesetzt, Kreuzwegstationen erneuert,  bronzene Plastiken und Skulpturen aufgestellt oder denkmalwerte Gebäude durch Bronzetafeln erklärt. Im vergangenen Jahr hatte es diese besondere Aktion zum 45. Mal gegeben. Am 6. Dezember geht es weiter; der Vorsitzende will nicht allzu viel verraten, nur so viel: „Wir werden dann wieder in St. Hubert irgendwelche Farbtupfer setzen.“  

  Am Nikolaustag 2016 waren Silhouetten mit Wahrzeichen aus dem Kendeldorf am großen Kreisverkehr an Hülser Landstraße/Tönisberger Staße installiert worden. Zuletzt funktionierte die Beleuchtung nicht mehr so richtig. Dies wurde zwischenzeitlich aber instandgesetzt.

Zuletzt war im Dezember 2017 im Kendelpark die vom Erkelenzer Künstler Michael Franke angefertigte Skulptur, die einen Jungen beim Anpflocken einer Ziege zeigt, der Öffentlichkeit übergeben worden.  Überhaupt kein  Verständnis hat Jupp Güldenbog dafür, dass kürzlich zum wiederholten Male die Pflasterung an dieser Skulptur gelockert, herausgerissen und die Steine auf einen Haufen geschmissen worden waren. Hat jemand was gesehen? Der Chef des Heimatvereins bittet die Anwohner, ein wachsames Auge auf diese Figuren zu haben und bei Auffälligkeiten sofort die Polizei oder den Heimatverein zu informieren.

Neubürger, die sich über St. Hubert, informieren möchten, wird empfohlen,  entweder dem Heimatverein beizutreten oder sich für monatlich einen Euro den „Hubertus-Boten“ zu besorgen.