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In Kempen wurden bei der Kreis-Pferdeschau viele Vierbeiner präsentiert

Kempen : Spitzenqualität aus der Pferdezucht

Zentraler Treffpunkt für Züchter und Pferdefreunde war wieder einmal der Mengelshof in Kempen. Stuten und Fohlen standen am Dienstag bei der traditionellen Kreispferdeschau im Mittelpunkt.

Ein letztes Mal fährt der weiche Striegel über ein ohnehin schon glänzendes schwarzes Haarkleid, dann folgt auch schon das Handzeichen von Theo Lenzen. „Wir begrüßen als erste Stute der heutigen Kreispferdeschau ,Diamond Fay’“, verkündet der Tierzuchtberater die Informationen über die dreijährige Stute, die im Schritt auf die Dreiecksbahn in Richtung der Prüfungskommission hereingeführt wird. Vor Martin Spoo, Geschäftsführer des Rheinischen Pferdeverbandes Wickrath, sein Kollege Fabio Ladwig sowie Thorsten Hogrefe vom Hannoveraner Verband und Bernhard Ueffing vom Bezirksverband NRW lassen die Blicke fachmännisch über die Stute schweifen.

Die Experten machen sich Notizen, ein kurzer Austausch unter den Kommissionsmitgliedern und Spoo fordert dazu auf, die Stute einmal gehen zu lassen. Ein schwungvoller Trab schließt sich an, denn die vier vom Pavillon auf der Bahn genau begutachten. Ein weiteres Aufstellen und es geht im Trab aus der Bahn hinaus. Die Katalognummer zwei schließt sich an. Die Jury macht sich Notizen zu Körperbau, Korrektheit, Gang, Schwung, Gesamteindruck und notiert die Gesamtnote.

Aber nicht nur die Kommission verfolgt mit großer Aufmerksamkeit den Auftritt der insgesamt sieben Pferde bei der Stuteneintragung der drei- und vierjährigen Warmblutstuten. Auf den Zuschauerbänken wird alles mit der gleichen Aufmerksamkeit beobachtet. Zudem wird ausgiebig fachgesimpelt. Züchter und Fachbesucher tauschen sich aus und geben ihre persönlichen Wertungen der jeweiligen Stuten ab. „Wir haben hier eine sehr gute Qualität“, sagt Karl-Heinz Fruhen von der Schauleitung. Schließlich steht die große Schrittabschlussrunde an, bei der alle sieben Stuten auf einmal in der Bahn zu sehen sind. „Es ist eine kleine Gruppe, aber sehr gut. Diese Runde ist der Beweis für gute Stämme und zeigt dass die langjährig durchgehaltene Arbeit von Züchtern belohnt wird“, sagt Spoo. Wobei die vierjährige „Arabella“ der Nettetaler Züchterin Agnes Hennen mit der Gesamtnote acht vorne liegt. Spoo lobt den Körperbau, den herausragenden Schritt und die gute Präsentation der Siegerstute.

Auch diese drei Vierbeiner wurden von ihren Besitzern dem Publikum und den Juroren bei der traditionellen Zuchtschau vorgestellt. Foto: Wolfgang Kaiser/Wolfgang KaIser

Aber auch wer nicht vorne liegt, kann vom Zuchtleiter so manches Kompliment einheimsen. „Wir bewerten heute unter den Aspekten der Zucht. Aber diese Stute kann unter einem Reiter etwas ganz besonderes werden. Sie hat eine enorme Bewegung“, hebt Spoo die Vorzüge von „Amycrombie“ aus der Zucht von Matthias Berghs aus Kempen hervor. Ein Strahlen liegt indes über dem Gesicht von Maria Schröder aus dem Nettetaler Zuchtbetrieb der Siegerstute. „Mit einem Sieg haben wir nicht gerechnet. Wir sind sehr stolz. ,Arabella’ soll nun erst einmal geritten werden und später in die Zucht gehen“, sagt Schröder.

Nicht nur die Warmblutstuten stehen bei der Kreispferdeschau auf dem Kempener Mengelshof, zu der der Kreispferdezuchtverein Viersen-Krefeld zusammen mit dem Rheinischen Pferdestammbuch und dem Hannoveraner Verband eingeladen hat, im Mittelpunkt. Shetland-, Dartmoor-, Haflinger- sowie Reitponystuten und Schwarzwälder Kaltblutstuten gehen ebenso in die Bewertung. Wobei Ellen Möllemann vom Rheinischen Pferdestammbuch für die Kleinpferde sowie Ponys zuständig ist und Hubert Faßbender vom Pferdestammbuch für die Kaltblüter.

Den Stuten folgt der Nachwuchs. Quirlige Fohlen von Stuten und Ponys begeistern die Besucher bei der Fohlenschau. „Wir haben eine sehr engagierte Züchterschaft“, sagt Lenzen, der die Bewertungen mit Spannung verfolgt. Zwar nehme die Entwicklung in der Pferdewelt in ganz Europa ab, was sich anhand von Zahlen auch im Kreis Viersen bemerkbar mache, aber nichtsdestotrotz mache die Pferdezucht weiter Sinn, fügt er an. Angebot und Nachfrage halten sich aktuell die Waage. Wobei durch eine Steigerung bei den Reitponys die Abnahme bei den Warmblutpferden mit Blick auf der Teilnehmer an der Kreispferdeschau kompensiert wird. 65 Tiere gehen insgesamt an den Start, was den Zahlen in den Vorjahren entspricht. „Und gute Pferde werden auch in Zukunft gebraucht“, betont der Kreistierzuchtberater. Wobei sich die Zucht erst über viele Jahre auszahle

Siegerstute der Kreispferdschau wurde die vierjährige Warmblutstute „Arabella“ (Züchterin/Besitzerin Agnes Hennen). Erster Reservesieger ist die dreijährige Warmblutstute „Diamond Fay“ (Züchter Zuchtgemeinschaft Mees/Besitzerin Carolin Dufour). Zweiter Reservesieger ist die vierjährige Warmblutstute „First Class“ (Züchter Georg Dahlhoff/Besitzer Ronja Gütges). Alle drei Stuten sind zur Eliteschau zugelassen.