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In Kempen wurde eine Flüchtlingsunterkunft wegen Corona unter Quarantäne gestellt

Peter-Jakob-Busch-Straße : 53 Bewohner von Flüchtlingsheim unter Quarantäne

Einige der fast 60 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Jakob-Peter-Busch-Straße in Kempen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Nun sind alle unter Quarantäne gestellt.

Alle Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft der Stadt Kempen stehen seit Mittwoch unter Quarantäne. Wie Stadtsprecher Christoph Dellmans mitteilte, wurden bei einem ersten Test kurz vor Ostern acht positive Fälle in drei Familien festgestellt. Grund für den Test war eine infizierte Familie aus der Unterkunft. Sie wurde umgehend aus dem Gebäude verlegt. Am Montag erfolgte im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes eine zweite Testreihe im so genannten Screening-Verfahren, vorgenommen vom Team des Kempener Arztes Dr. Arndt Berson. Das Ergebnis: Weitere 17 Bewohner sind mit dem Coronavirus infiziert.

Nachdem nach der ersten Testung vor Ostern bereits 18 Bewohner des Flüchtlingsheimes an der Peter-Jakob-Busch-Straße im Kempener Gewerbegebiet unter Quarantäne gestellt wurden, veranlasste das Kreisgesundheitsamt nun, dass alle 53 Bewohner bis zum 4. Mai isoliert werden müssen. Das bedeutet: Sie dürfen den Komplex nicht verlassen. Stadtmitarbeiter von Sozial- und Ordnungsamt informierten am Mittwoch mit Unterstützung von Dolmetschern die Bewohner. Ein Sicherheitsdienst wurde beauftragt, der nun dafür sorgt, dass die Regelungen der Quarantäne von den Betroffenen eingehalten werden. Außerdem beauftragte die Stadt einen Caterer mit der Verpflegung der Flüchtlinge. Diese leben in einer ehemaligen Gewerbe-Immobilie, die die Stadt Kempen auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise Ende 2015 von der Volksbank Krefeld gekauft und zur Flüchtlingsunterkunft hatte umbauen lassen. Bis zu 150 asylsuchende Ausländer lebten dort zeitweise. Seit längerer Zeit ist die Einrichtung aber nicht mehr voll belegt, zuletzt wurden die Bewohner der alten Flüchtlingsunterkunft in Voesch-Escheln dorthin umgesiedelt. Diese ist im vorigen Jahr abgerissen worden. Dort entsteht ein neues Wohnhaus für Flüchtlingsfamilien. Die Unterbringung im Komplex an der Peter-Jakob-Busch-Straße ist nicht unproblematisch, weil hier etliche Flüchtlinge in einer großen Halle – abgetrennt durch Stellwände – leben.

Insgesamt gibt es in der Stadt Kempen sechs Flüchtlingsheime mit rund 300 Ausländern. In der Einrichtung am Hütterweg gab es zu Beginn der Corona-Pandemie eine betroffene Flüchtlingsfamilie, die nach einer Infektion vorübergehend isoliert werden musste. Alle Familienmitglieder sind laut Stadtsprecher Dellmans wieder gesund.