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In Kempen starten die Parteien in den Kommunalwahlkampf

Kempen : Pandemie erschwert den Wahlkampf

Bislang fand wegen der Corona-Beschränkungen kaum Straßenwahlkampf statt. Die vier Bürgermeister-Kandidaten in Kempen sind indes nicht untätig. Aktionen laufen vor allem über die Sozialen Medien. Nun geht es in den Re-Start.

Wahlkampf in Corona-Zeiten? Es gibt für die Menschen derzeit Wichtigeres als kommunalpolitisches Geplänkel und Buhlen um Wählerstimmen. So auch in Kempen. Hier kommt das politische Leben nach dem Lockdown nun langsam wieder in Gang. Der Kempener Stadtrat hat zuletzt am 10. März getagt, die nächste planmäßige Sitzung ist erst für den 23. Juni vorgesehen, kurz vor den Sommerferien. Bis dahin werden noch einige Fachausschüsse tagen.

Philipp Kraft ist CDU-Bürgermeisterkandidat. Foto: Guido de Nardo

Und wie richten sich die politischen Parteien und die Bürgermeisterkandidaten auf die bevorstehende Kommunalwahlen am 13. September ein? Zunächst einmal müssen einige Parteien in Kempen noch ihre Kandidaten für die Wahlbezirke wählen und ihre Wahlprogramme verabschieden. Das soll bis Ende Mai über die Bühne gehen. Wahlkampf – wenn überhaupt – findet in erster Linie in den Sozialen Medien statt. „Es gibt zur Zeit andere Prioritäten. Viele Menschen bangen um ihre Gesundheit, es geht um wirtschaftliche Krisen, drohende Insolvenzen und den Verlust von Arbeitsplätzen“, sagt der parteilose Bürgermeisterkandidat Christoph Dellmans, der für SPD und Grüne ins Rennen geht. Als Kempener Stadtsprecher arbeitet er im Corona-Krisenstab mit. Dort war er zuletzt stark gefordert.

Georg Alsdorf tritt für die Freien Wähler an. Foto: Freie Wähler Kempen

Straßenwahlkampf hat bislang kaum stattgefunden. Kempens CDU-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Philipp Kraft hat beim Wochenmarkt Corona-Schutzmasken verteilt. Ab und zu posten er und seine Mitstreiter bei Facebook ihre Aktivitäten. „Wir vermissen natürlich den unmittelbaren Kontakt mit den Menschen unserer Stadt, Politik lebt vom direkten Austausch“, sagt Kraft. Die CDU ist – im Vergleich zu den meisten anderen Parteien und Wählergruppen – in der komfortablen Lage, alle ihre Kandidaten bereits vor dem Corona-Lockdown gewählt zu haben. So weit waren nur noch die Grünen in Kempen. Geplante Dialogveranstaltungen mit Interessengruppen wie den Sportvereinen musste die CDU-Fraktion indes absagen.

Cedric Franzes kandidiert für die FDP. Foto: FDP Kempen

FDP-Kandidat Cedric Franzes hatte bereits bei seiner Vorstellung erklärt, dass er sehr stark auf die Sozialen Medien setzt, um sich bekannt zu machen. Und dort ist der 28-Jährige intensiv unterwegs. Es gab und gibt digitale Events bei Youtube, in einer Podcast-Reihe präsentiert sich der Jungliberale als „Kemp’sche Jung“, der sich und vieles erklärt.

Christoph Dellmans, Kandidat von SPD und Grünen. Foto: Norbert Prümen

Der bisher vierte im Bunde der Bürgermeisterkandidaten in Kempen, Georg Alsdorf, vertritt als Vorsitzender der Freien Wähler Kempen die bekannten Positionen der Wählervereinigung. Die Freien Wähler betonen seit Jahren, für eine „Sachpolitik mit sozialer Verantwortung“ zu stehen. Auch Alsdorf, der erst am 7. Mai offiziell zum Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler gekürt worden ist, will zunächst vor allem im sozialen Netz auf sich und die Positionen der Wählervereinigung aufmerksam machen.

Gleichwohl stehen alle Kandidaten, Parteien und politischen Gruppierungen in den Startlöchern, wenn es um den klassischen Straßenwahlkampf geht. Wann und wie der möglich sein wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Der direkte Dialog mit dem Wahlvolk ist für Politiker stets das Salz in der Suppe. Kandidat Dellmans plant zudem, ein leer stehendes Ladenlokal in der Altstadt zu mieten, um von dort aus Präsenz zu zeigen neben den klassischen Info-Ständen wie sie auch die Mitbewerber planen. SPD und Grüne haben Parteibüros in bester Innenstadtlage.

Alle politischen Gruppierung leiden derzeit darunter, dass die Corona-Krise das beherrschende Thema ist. Wichtige kommunalpolitische Themenfelder wie Kita-Ausbau oder Schulmodernisierungen treten da ein wenig in den Hintergrund. Botschaften zur Wirtschaftsförderung, zur Stärkung von Handel und Gewerbe müssen durch die Corona-Krise jetzt neu formuliert werden. Inhalte dazu müssen erarbeitet.

Alle Parteien und Gruppierungen richten sich darauf ein, dass die Hochphase des Kommunalwahlkampfes nach den Sommerferien ab Mitte August bis zum Wahltermin 13. September die Entscheidende sein wird. Ob es dann zu öffentlichen Parteiveranstaltungen oder Podiumsdiskussionen mit Kandidaten kommen wird, ist derzeit offen.

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