Stadt Kempen: In den Osterferien wieder nach Haiti

Stadt Kempen : In den Osterferien wieder nach Haiti

Schüler des Kempener Rhein-Maas-Berufskollegs reisen im April wieder in die Karibik, um in dem Inselstaat Aufbauhilfe zu leisten. Dabei steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Seit Jahren spenden viele Kempener für Haiti.

Es war am 4. Oktober 2016, als der verheerende Hurrikan Matthew die ohnehin noch unter der Not der vorherigen Naturkatastrophe leidenden Bevölkerung des Inselstaates Haiti erneut heimsuchte. Den evangelischen Pfarrer Roland Kühne aus Kempen, der seit Jahren mit seinen Schülern des Rhein-Maas-Berufskollegs in der Karibik ehrenamtlich Aufbauarbeit leistet, erreichte die Nachricht damals im Urlaub.

Schnell war klar, dass die Schüler und die evangelische Kirchengemeinde wieder helfen wollten. Daraus entstand die Initiative "Dächer für Haiti". Denn das war zunächst das Wichtigste für die Menschen, dass sie wieder ein Dach über dem Kopf hatten. Denn viele wollten ihre Hütten nicht verlassen, da sie Angst um ihre kärgliche Habe hatten.

Betroffen war vor allem die Stadt Torbeck, wo die Schüler bei ihrem letzten Besuch am Aufbau eines Heimes für obdachlose Jugendliche mitgearbeitet hatten. Nach einigen Tagen erfuhr Kühne dann von den in Torbeck wohnenden Vertrauten Roman Avril und Jean René Simon, dass es vor allem an Grundnahrungsmitteln und Wasser für die Familien fehlte. Hemmungslos nutzten Händler die Notlage der Familien aus und verkauften Nahrungsmittel zu überteuerten Preisen, die sich kaum jemand leisten konnte. Dank der großen Spendenbereitschaft, für die Kühne und seine Mitstreiter dankbar sind, konnte an die vertrauten Mitarbeiter Geld überwiesen werden. Auch der deutsche Botschafter in der Hauptstadt Port au Prince, Manfred Auster, schaltete sich ein, ebenso der Vertreter des Arbeiter-Samariter-Bundes in Haiti, Alexander Mauz. Beide begrüßten die Aktion, die es den Menschen ermöglicht, vor Ort einzukaufen. Erst einmal mussten Grundnahrungsmittel eingekauft werden: Reis, Nudeln oder Öl - und dann das Wellblech für die neuen Dächer. Aber dies ließ sich mit dem Geld aus Deutschland eben alles bewerkstelligen. Das Prinzip, das Kühne schon immer verfolgt: Baumaterial wird auf Haiti eingekauft, es werden heimische Arbeiter eingestellt, mit denen inzwischen sogar Freundschaften entstanden sind. Als Vorab-Hilfe wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation Human Plus von Anestis Ioannidis aus Nettetal ein Container mit wichtigen Medikamenten, Trockennahrung sowie Babynahrung nach Torbeck geschickt. Da war Kühne dankbar über die Erfahrung dieser Hilfsorganisation, vor allem was die Zollabwicklung und ähnliche Formalitäten betraf.

Im April dieses Jahres wird er erneut mit Schülern des Berufskollegs nach Haiti fliegen. Sie wollen bei der Reparatur der Dächer helfen, außerdem gibt es immer noch den Plan, eine Kindertagesstätte und eine Medizinische Station zu bauen. Kühne freut sich auch über die Unterstützung von Schulleiterin Elke Terbeck, die die Schüler bereits eine Woche vor den Osterferien vom Unterricht freistellt. Ebenso unterstützen auch Arbeitgeber wieder das Engagement ihrer Auszubildenden. Jetzt gab es passend zur Aktion "Dächer für Haiti" eine Spende vom Dachdeckermeister Hans-Heinrich Klinkenberg aus Tönisberg.

Nähere Informationen über das Hilfsprojekt gibt es auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde unter: www.thomaskirche-kempen.ekir.de/haiti-3.

(sr)
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