Im Wohnviertel im Süden von Kempen wird ein neuer Abwasserkanal verlegt

Kempener Süden: Kanalbauer buddeln auf dem Blatendoop

In dem Wohnviertel im Kempener Süden haben die Tiefbauarbeiten begonnen. Den Anfang machen die Kanalbauer auf dem Blatendoop. In den kommenden Jahren werden in dem Quartier große Teile des Abwasserkanals erneuert.

 „Gestern haben wir sogar fast 13 Meter geschafft“, sagt Helmut Dallmann. Es ist Schachtmeister beim Jülicher Unternehmen Wurzel-Bau. Mit seinem fünfköpfigen Team und mit schwerem Gerät wühlt er sich gerade durch den Straßenzug „Blatendoop“ im Kempener Süden. Dort entsteht gerade ein neuer Mischwasserkanal.  Etwa 50 von insgesamt 260 Metern sind geschafft; zu einem späteren Zeitpunkt kommen wahrscheinlich erst 2019 die sechs Seitenstraßen dran.

Gerade ist die Baukolonne dabei, eine andere von Wurzel-Bau hat gerade mit der Arbeit in der St. Huberter Bahnstraße begonnen, weitere so genannte Verbauwände in den Untergrund der Straße „Blatendoop“ zu pressen. Dies sind stählerne Platten, die im Paar im  Abstand von etwa zwei Metern eingesetzt werden. Dazwischen ist dann die Baugrube, wird erst mal das Wasser abgesperrt, dann die alten Rohre entfernt und fast niveaugleich die neuen Rohre mit den Verbindungen gesteckt. „Die Rohre sind im Durchmesser etwas größer als bisher, können also mehr Wasser aufnehmen“, erklärte der städtische Projektleiter Karl-Heinz Schmitz. Bislang waren die Rohre im Durchmesser etwa 60 Zentimeter groß, jetzt sind es 80.

„Die Erneuerung war dringend notwendig, weil der alte Mischwasserkanal aus dem Jahr 1957  doch in die Jahre gekommen war, auch aus hydraulischen Gründen auf den neuesten Stand gebracht werden musste“, schaut sich gerade auch Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder den Fortgang der Arbeiten an.

Bereits erledigt ist der Einbau des neuen Schachtbauwerkes in der Vorster Straße, so dass man sich jetzt auf den Blatendoop konzentrieren kann. Ende August soll dort der mit rund 575.000 Euro kalkulierte Kanalbau beendet sein. Erneuert werden dabei auch die Verbindungen vom Hauptkanal bis an die jeweiligen Grundstücksgrenzen.

Karl-Heinz Schmitz und Torsten Schröder teilen noch mit, dass die Fahrbahn auf dem „Blatendoop“ nach der Kanalsanierung im Aufbruchbereich mit einer provisorischen Asphaltdecke verschlossen wird. Die endgültige Fahrbahndecke erfolgt erst zu einem viel späteren Zeitpunkt, wenn feststeht, in welcher Form die einzelnen Straßenzüge mit  Bürgersteigen und Straßenbeleuchtung ausgebaut werden. Dies trifft auch auf die Seitenstraßen und auf das Folgegebiet Saarstraße, St. Peter Allee und Memelstraße zu.

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„Wir sammeln beim Straßenbau noch fleißig Anregungen, viele sind bereits teilweise mit Unterschriftenlisten von Anwohnern eingegangen“, erinnert Schröder an  die vorangegangene erste Bürgerinformation oder an den Planungsschuss, in dem einige Varianten vorgestellt wurden (die RP berichtete).

Viele Eigentümer interessiert natürlich, zu welchen Kosten sie beim Straßenausbau bei  den einzelnen Varianten beteiligt werden. Die Erneuerung des Mischwasserkanals ist hiervon nicht betroffen; dies wird aus dem Gesamtetat gezahlt.

Jedenfalls will der Tiefbauamtsleiter auf Nachfrage nicht konkret sagen, zu wie vielen Anregungen und vielleicht Protesten der Eigentümer gegen ihrer Auffassung nach zu hohen Umlagekosten es bisher gekommen ist. Nur so viel lässt sich Schröder entlocken: „Es hat bereits eine gute Beteiligung gegeben.“ Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz werde voraussichtlich im Herbst über diese Anregungen und über die künftige Form des Straßenausbaus entscheiden.

Die Kanalbauarbeiten im Straßenzug „Blatendoop“ sollen planmäßig Ende August dieses Jahres fertiggestellt sein. Danach kommen wohl erst im Frühjahr oder Sommer kommenden Jahres  die direkten sechs Seitenstraßen und dann in weiteren Etappen die neue Kanalisierung im Folgegebiet dran, so unter anderem in Saarstraße und St.-Peter-Allee. Torsten Schröder glaubt daher nicht, dass der anschließende kompakte Straßenausbau im gesamten Gebiet vor dem Jahr 2022 erfolgen kann.