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Im Kreis Viersen haben die Imfpungen gegen das Coronavirus begonnen

Corona-Impfung im Kreis Viersen : Piks der Hoffnung gegen das Coronavirus

Das Irmgardisstift gehört zu den beiden ersten Einrichtungen im westlichen Kreis Viersen, an denen die Impfungen gegen das Corona-Virus starteten. Unklar ist noch, wann es in Willich, Kempen, Tönisvorst und Grefrath losgeht.

Für Maria Dahmen war es nur ein kleiner Piks, und der hat gar nicht wehgetan, wie sie sagt. Die 96-jährige Bewohnerin des Süchtelner Altenheims Irmgardisstift war die erste Person, die am Sonntag in der Senioreneinrichtung gegen das Coronavirus geimpft wurde. Nach ihr war Gertrud Janßen (86) dran. Bedenken wegen des Impfstoffes habe sie keine, betonte sie. Nahezu zeitgleich, gegen 11.25 Uhr, erhielt auch Einrichtungsleiterin Tanja Blazetic ihre Impfung.

Der Irmgardisstift gehörte zu den beiden ersten Senioreneinrichtungen im Westen des Kreises Viersen, in denen die Impfungen anliefen. In Willich, Kempen, Tönisvorst und Grefrath sind bislang keine Impfungen erfolgt. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) ist es unklar, wann es dort losgeht.

Denn wann genau die Impfungen in den weiteren Einrichtungen im Kreis Viersen erfolgen, werde auf Grundlage der einkommenden Impfstoffmenge und vor allem dem Vorbereitungsstand des jeweiligen Heimes – separater Impfraum, separater Raum zur Vorbereitung des Impfstoffes, Vorbereitung der Impfdokumentation der Bewohner – sowie der Verfügbarkeit des impfenden Arztes koordiniert, heißt es aus der KVNO-Pressestelle: „Zur möglichen Terminierung sind wir mit den in Frage kommenden Einrichtungen im Austausch.“

„Wir sind stolz, zu den ersten Einrichtungen zu gehören, in denen in NRW geimpft wird“, sagte Blazetic. Die Mitteilung, dass das Süchtelner Haus aufgrund der Altersstruktur und Pflegegrade früh drankommt, erhielt die Einrichtungsleiterin am Abend des 17. Dezember per E-Mail von der KVNO. Dann begannen die Vorbereitungen, zu denen die Aufklärung der Bewohner und Mitarbeiter gehörte.

Angeliefert wurde der Impfstoff in Süchteln am Sonntag um 9.35 Uhr. Das Impfteam ging an die Arbeit: Dr. Arndt Berson und Dr. Petra Jasker von der KVNO, der Kooperationsarzt vom Altenheim, Markus Wölfel, sowie seine Frau und Arzthelferin Kirsten Wölfel als auch Dr. Klaus Eirmbter mit seiner Frau Barbara, die Apothekerin ist.

Zunächst galt es, die 16 angelieferten Ampullen vorzubereiten. Sie mussten mit 0,9 prozentiger steriler Kochsalzlösung verdünnt werden, wobei eine Ampulle fünf Dosen ergab. Aufgezogen auf Spritzen haben sie ein bestimmtes Zeitfenster, in denen sie verimpft werden müssen. Die Bewohner wurden in ihren Einzelzimmern geimpft. Für die Mitarbeiter wurden die beiden Speiseräume genutzt. Alle mussten sich vorab einem Schnelltest unterziehen.

Begleitet von einer Pflegefachkraft startete Wölfel die Impfungen bei den Bewohnern. Einer der weiteren Ärzte impfte die Mitarbeiter. Von den 40 Bewohnern lehnten drei eine Impfung ab. Bei den 52 Mitarbeitern verzichteten acht Personen auf eine Impfung. „Es waren meist jüngere Mitarbeiter, die sich sorgen, ob der Impfstoff Auswirkungen auf einen möglichen Kinderwunsch hat“, berichtet die Einrichtungsleiterin.

Trotz der Impfungen werden die Hygieneschutzmaßnahmen in der Einrichtung, die bislang noch keinen einzigen Corona-Fall gehabt hat, nicht gelockert. Wie dies nach der benötigten zweiten Impfung aussieht, ist noch unklar. „Wir hoffen, dass wir ein Stück weit mehr Normalität in unserem alltäglichen Leben erhalten“, sagt Blazetic.

Die Impfungen im Irmgardisstift liefen bis in den späten Nachmittag hinein. Die Pflegekräfte betreuten die bereits geimpften Bewohner. Das Impfteam war zudem mit Notfall-Equipment ausgerüstet, um eingreifen zu können, falls jemand Nebenwirkungen gezeigt hätte. Die Mitarbeiter, die sich impfen ließen, aber keinen Dienst hatten, blieben ebenfalls zur Beobachtung da.

Blazetic lobte die engagierten Mitarbeiter, die teilweise auch in den Einsatz gingen, obwohl sie an diesem Tag keinen Dienst hatten.

Lob gab es auch von Berson. Der Vorsitzende der Kreisstelle Viersen der KVNO hob die Organisation in der Senioreneinrichtung hervor. „Es läuft alles super. Hut ab“, sagte er.