Im Aqua Sol in Kempen fordern Schwimmer den Erhalt des Sportbeckens

Kempener Freibad: Initiative will 50-Meter-Becken retten

In Kempen hat sich eine Initiative von Schwimmern für den Erhalt des Sportbecken im Freibad des „Aqua Sols“ gegründet. Die Stadtwerke Kempen als Badbetreiber bedauern, dass die Initiative bislang nicht den Kontakt mit dem Unternehmen gesucht hat.

Die Kempener Sauna- und Wasserwelt „Aqua Sol“ soll ab kommenden Herbst umgebaut werden. Die Stadtwerke Kempen als Betreiber des Badezentrums wollen eine neue Schwimmhalle bauen. Die soll ein 25-Meter-Becken und ein Lehrbecken mit Hubboden unter ihrem Dach vereinen. Der beauftragte Architekt plant, das neue Hallenbad im derzeitigen 50-Meter-Außenbecken zu bauen. Die Grube des Sportbeckens soll als Basis für die neue Anlage dienen. Zu den beiden neuen Becken kommen ein großer Wintergarten mit Kaminen und eine Holzterrasse hinzu. Zudem wird der Bereich des Kinderbeckens vergrößert, und es gibt einen neuen Schwimmkanal nach draußen. Es entstehen modernere Umkleiden und Sanitäranlagen für den Hallen- sowie den Außenbereich. Ferner ist ein neuer Eingang in Richtung Freibad vorgesehen.

Für die Stadtwerke Kempen ist der Um- und Neubau eine Investition in die Zukunft, um das Kempener Sauna- und Wasserwelt „Aqua Sol“ für die kommenden 20 Jahre zu erhalten und damit Schwimmen für Vereine und Bürger in Kempen weiterhin zu ermöglichen. Insgesamt wollen die Stadtwerke in die Modernisierung rund 7,5 Millionen Euro investieren. Anfang März dieses Jahres stellte das Unternehmen seine Pläne vor. Schon damals war klar, dass das Sportbecken im Freibad nicht erhalten werden kann. Damit findet der Burgsprint des SV Aegir Kempen in diesem Sommer zum letzten Mal dort statt. Seinerzeit blieb ein öffentliches Echo auf die Umbaupläne der Stadtwerke weitgehend aus. Nur die Sportschwimmer bedauerten die Entscheidung, weil die Zukunft ihres Wettkampfes zunächst ungewiss schien.

Mit Beginn der Freibadsaison scheinen sich die Umbaupläne bei den Badbesuchern erst so richtig herumgesprochen zu haben. Und es hat Kritiker auf den Plan gerufen. Eine Gruppe von derzeit 25 Schwimmern hat eine Initiative ins Leben gerufen, die unter dem Titel „Initiative für den Erhalt des 50-Meter-Beckens“ die Umbaupläne verhindern möchte. „Es ist das einzige 50-Meter-Becken im Kreis Viersen und außer in Krefeld-Bockum gibt es im näheren Umkreis kein solch großes Becken. Wir plädieren für eine Sanierung des alten Hallenbades und nicht für einen Neubau, der zum Wegfall des großen Beckens führt“, sagt Dagmar Marxen. Sie bezeichnet das 50-Meter-Becken als „Aushängeschild“ des Bades und befürchtet, dass ein Wegfall Nachteile für die Schwimmer mit sich bringt.

Das sieht Siegfried Ferling ganz anders, wobei es der Geschäftsführer der Stadtwerke Kempen sehr bedauert, dass sich die Initiative bislang nicht direkt an das Unternehmen gewandt und ein Gespräch gesucht hat. „Wir hatten gerade weitere Gespräche mit den Vereinen und dem Stadtsportverband, bei denen wir zusätzliche Vereinbarungen getroffen haben, die zu den jetzigen Umbauplänen gut passen“, erklärt Ferling im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Einer der Punkte betrifft den Wegfall der Sprunganlage im Hallenbad. Um den Vereinen ein Sprungtraining auch außerhalb der Öffnungszeit des Freibades zu ermöglichen, soll in Zukunft einen Monat vor und einen Monat nach der Sommersaison das Springerbecken geheizt und zur Verfügung gestellt werden. Dem Tauchsportverein, der das Becken auch unbeheizt nutzen kann, will das „Aqua Sol“ das Becken ganzjährig zur Verfügung stellen, wenn es die Wetterlage erlaubt. Um Sportveranstaltungen sowohl im Ganzjahresbecken als auch im neuen 25-Meter-Innenbecken zu ermöglichen, werden entsprechende Bodenhülsen für die Montage von Wendeblechen, Fehlstartleinen, Fünf-Meter-Ziellinien und Abtrennleinen bereit gestellt. Mit diesen Hülsen lässt sich auch eine so genannte Schwimmerautobahn ausrüsten. Die Wettkampfveranstaltung „Burgsprint“ wird künftig im neuen Hallenbereich stattfinden. Dafür wird das Hallenbad für einen Tag komplett zur Verfügung gestellt.

Für Wettkämpfe rüsten die Stadtwerke zudem den Technikraum im „Aqua Sol“ so aus, dass er bei Bedarf als Wettkampfbüro von den Vereinen genutzt werden kann. Schon jetzt können Vereine an den Wochenenden das Bad für Kinderschwimmkurse nutzen. Durch die Neuinstallation eines Hubbodenbeckens haben die Vereine nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Ferling erstmals die Möglichkeit, Kinderschwimmkurse in einem separaten Becken mit einer individuellen Höhenanpassung zu nutzen. Dieses Becken sei genau auf den Bedarf von Schwimmkursen ausgerichtet und damit besser geeignet als das derzeitige Ausrutschbecken mit seinen Einbauten, so Ferling weiter.

Vor dem Hintergrund, dass der alte Sommerumkleidetrakt künftig nicht mehr benötigt wird, entstehen hier Lagerräume, wobei das „Aqua Sol“ einen Teil der Fläche den Vereinen zur Verfügung stellen möchte. Dies seien alles Punkte, auf die sich Stadtwerke und Vereine verständigt hätten, betont Ferling.