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Kreis Viersen: Ident ändert die Welt des Mülls

Kreis Viersen : Ident ändert die Welt des Mülls

Das in Nettetal und Grefrath beschlossene Sammelsystem wird Abfall besser sortieren. Davon ist der Geschäftsführer des Kreis-Abfallbetriebs, Reinhard Wernitz, überzeugt. 174000 Tonnen Abfall fielen 2007 kreisweit an.

Das in Nettetal und Grefrath beschlossene Sammelsystem wird Abfall besser sortieren. Davon ist der Geschäftsführer des Kreis-Abfallbetriebs, Reinhard Wernitz, überzeugt. 174 000 Tonnen Abfall fielen 2007 kreisweit an.

Das in Nettetal und Grefrath bereits beschlossene Identsystem wird dazu führen, dass die Bürger Abfall besser trennen. Davon ist der Geschäftsführer des Abfallbetriebs Kreis Viersen, Reinhard Wernitz, überzeugt. Jede Restmülltonne erhält in beiden Gemeinden demnächst einen Chip, der die Leerungen zählt (nicht das Volumen, nicht das Gewicht). 16 Leerungen im Jahr werden pauschal mit der Grundgebühr abgerechnet. Jede weitere Leerung kostet aber zusätzliches Geld.

Das wird für eine Verschiebung des Aufkommens bei den verschiedenen Abfallarten sorgen. Möglicherweise wird dann sogar der „gelbe Müll“, den die Privatwirtschaft sammelt und verwertet, endlich besser getrennt. Rund die Hälfte und mehr des Verpackungsabfalls ist so mit anderem Müll vermischt, dass er für eine Verwertung nicht mehr in Frage kommt.

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174 000 Tonnen Abfälle insgesamt haben die Bürger im Kreis Viersen im vergangenen Jahr produziert. Dies berichtete Reinhard Wernitz dem Betriebsausschuss des Kreistages. Große Veränderungen gibt die Abfallbilanz schon länger nicht mehr her, die Zahlen ähneln sich im Vergleich der vergangenen drei vier Jahre.

80 000 Tonnen Restmüll

Fürs Einsammeln des Abfalls sind die Städte und Gemeinden verantwortlich. Sie trugen vergangenes Jahr etwa 80 000 Tonnen Restmüll zusammen. Dazu kamen rund 83 000 Tonnen Abfälle aus den Haushalten, die weiter verwertet werden konnten – inklusive Bioabfälle. Nach Angaben von Wernitz lieferten die Gewerbebetriebe kreisweit rund 11 000 Tonnen Restabfälle. Wie viel verwertbare Abfallstoffe dort anfielen, weiß der Kreis allerdings nicht: Diese Aufgabe können die Unternehmen selbst steuern.

Die frühere Deponie Süchteln II ist Dreh- und Angelpunkt der Abfallbehandlung. Hier oben kommen Müllfahrzeuge aus dem Kreisgebiet zusammen. Abfälle werden zur weiteren Behandlung und Verwertung umgeladen. Große Mengen werden hier außerdem in gigantischen Anlagen so sortiert, das verwertbare Abfälle nicht verloren gehen. Deponiert wird seit Jahren nichts mehr. Nicht weiter verwertbare Restabfälle werden zur Verbrennung („thermische Verwertung“) nach Krefeld gefahren.

Die im Besitz der Firma EGN befindliche Deponie Brüggen II, an der der Kreis Viersen ein Mitbenutzungsrecht hält, nahm im vergangenen Jahr 125 000 Tonnen Abfall auf. Es handelte sich dabei um 87 000 Tonnen Asche und Schlacke aus der Krefelder Müllverbrennung, hinzu kamen 25 000 Tonnen industrieller Schlämme aus Krefeld. Eingelagert werden hier auch andere anorganische Abfälle aller Art sowohl aus dem Kreisgebiet als auch anderer Herkunft.

(RP)