Hubertusmarkt in der Kempener Altstadt

Kempen: Ein Markt voller kleiner Nützlichkeiten

Strahlender Sonnenschein, dazu noch ein Termin auf dem Samstag – verwundert war keiner, dass beim traditionellen Hubertusmarkt die Kempener Innenstadt besonders voll war. Viele Besucher kamen von auswärts.

Kempen und seine Stadtfeste. Nach dem Handwerkermarkt vor drei Wochen fiel in diesem Jahr der Hubertustag auf einen Samstag und sorgte dafür, dass die Altstadt beim traditionellen Hubertusmarkt wieder man sehr gut besucht war. Auf dem Altstadtring und den Zufahrtsstraßen ging zeitweise so gut wie nichts mehr. Gut, wer da gleich mit dem Fahrrad in die Innenstadt gekommen war.

Wie immer war der Markt eine Art Wundertüte. Wer wusste bislang denn schon, dass man mit Bambus alle glatten Flächen in kürzester Zeit streifenfrei säubern kann? Nicht mit Bambusstäben, sondern mit natürlichen Fasern aus dem Gewächs. Garantiert braucht man dann weniger Putzmittel und alles bleibt länger sauber, versprachen die verschiedenen Händler, die diese Neuigkeit anpriesen. Übrigens fand man an den beliebten Sockenständen sogar Socken aus Bambus. Da würde nichts einengen und es gäbe auch keine Schweißfüße.

Schuhpflege ist eine Kunst. Wohl dem, der das richtige Putzmittel dazu hat. Foto: Wolfgang Kaiser

Kneift es im Rücken oder tun die Knie weh, hilft laut Händlerinnen ein magnetischer Schmuck. Schön sah er schon aus, ob er hilft, da regten sich doch manche Zweifel bei den vor allem weiblichen Kunden die sich interessierten. Da konnte man mit Vergnügen ganzen Krankengeschichten folgen, die am Stand diskutiert wurden.

Gefachsimpelt wurde häufig an den Ständen mit Gewürzen und Kräutern. Hier interessierte sich manch männlicher Hobbykoch für Bekanntes wie Majoran, Rosmarin und Co., aber genoss auch mal ein Näschen unbekannter Gewürze. Ausprobieren konnte man vielerlei Senfsorten am Stand der Monschauer Senfmühle. Die Eifelstadt rühmt sich ja, die Stadt mit den besten und unterschiedlichsten Senfsorten zu sein. Süß, herzhaft oder höllenscharf, alles mögliche konnte man am Stand finden. Eigentlich müsste man das mit der Wurst schmecken, meinte ein Kunde und machte sich auf, um gleich darauf mit zwei frischen Rostbratwürstchen zurückzukommen. So konnten er und seine Begleiterin den Senf richtig probieren. Und kauften dann auch gut ein.

Der Winter kommt bestimmt: Da werden Naturfelle für wohlige Wärme sorgen. Foto: Wolfgang Kaiser
  • Kempen : Buttermarkt wird zur Schlemmermeile

Der Buttermarkt war wie immer die Oase für alle, die irgendetwas in Sache Wäsche brauchen. Bei einstelligen Temperaturen war Flanellbettwäsche ein Renner, ebenso angeraute Nachthemden und Pyjamas. Schließlich steht der Winter vor der Tür. Ein Schmunzeln entlockten einem da die speziellen Spannbettlaken für Wasserbetten. Auch wechselten schon die ersten Weihnachtstischdecken den Besitzer – ebenso wie jede Menge Spitzen, Bordüren und Bänder. Nicht zu vergessen viele Meter Stoff und bereits fertig genähte Gardinen.

Auch viel Dekoratives gab es zu entdecken: entweder schon fertiger Schmuck für Haus und Garten oder eine große Auswahl, um selbst tätig zu werden. Glitzersterne, Holzteile zum selbst gestalten oder auch schöne Kränze aus Weiden oder grünen Zweigen, die man dann selbst dekorieren kann. Sogar erste Tannenkränze bot ein Händler an. Auf der Judenstraße blieben viele Besucher an einem Stand mit Blechfiguren stehen. Hier standen bunte Zwerge neben Clowns oder Kühen. Der Witz an einem Teil der Figuren war, dass man sie nur leicht anstoßen musste und schon begannen sie, sich hin und her zu bewegen.

Wer sein Glück suchte oder es verschenken wollte, war am Stand mit Sternzeichen in 3D-Technik richtig. In Plexiglas gegossen wirkten die Figuren sehr schön, für das Glück wollte der Händler aber nicht garantieren. „Da musst Du mithelfen”, so sein Kommentar. Gleich gegenüber suchten zwei Damen in Schildern mit Anleitungssprüchen für das alltägliche Glück. Das erinnerte so ein bisschen an die bestickten Tücher, die früher bei unseren Großmüttern die Handtüchern in der Küche versteckten.

Nach so viel Sehen, Staunen und Kaufen blieb nur noch eines übrig: sich mit Backfisch, Reibekuchen oder Rostbratwurst zu stärken. „War doch wieder schön”, meinte eine gut bepackte ältere Dame.