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Hospital zum Heiligen Geist in Kempen: Hoffnung für Patienten mit Stuhl- und Harninkontinenz

Kempener Krankenhaus : Hoffnung für Patienten mit Stuhl- und Harninkontinenz

Wenn Blase und Darm schwächeln, können Patienten am Hospital zum Heiligen Geist womöglich Hilfe finden: Mit der Schrittmacher-Therapie aktivieren die Spezialisten der Fachabteilungen Chirurgie und Urologie über Elektroden die Nerven und lindern so starke Inkontinenz.

Seit fast zwei Jahren wird diese Therapie, die ansonsten nur in großen Kliniken durchgeführt wird, im Hospital zum Heiligen Geist angeboten, sodass mittlerweile solide Erfahrungen vorliegen, teilt ein Sprecher mit.

Die Ärzte implantieren bei der Methode einen Schrittmacher für den Darmschließmuskel beziehungsweise einen Blasenschrittmacher. Dabei werden Elektroden im Bereich des Kreuzbeins an die Nerven angelegt, die den Afterschließmuskel oder die Blase versorgen. Durch ein spezielles Handy werden von außen mit einem auf den Patienten abgestimmten Stimulationsprogramm über die implantierten Elektroden die Nerven aktiviert. Dadurch können schwere Formen von Stuhlinkontinenz, aber auch von Harninkontinenz behandelt werden.

„Patienten mit Stuhlinkontinenz ziehen sich meist stark zurück und leben in sozialer Isolation, weil sie in ständiger Angst sind, die Umgebung könnte bei ihnen Stuhlgeruch wahrnehmen. Für diese Patienten ist ein Schrittmacher ein wahrer Segen“, sagt Chirurgie-Chefarzt Dr. Sven Hansen. Nicht ganz so dramatisch, dafür aber viel häufiger ist das Problem bei Harninkontinenz. Patienten, bei denen Medikamente oder eine Botox-Injektion in die Harnblase nicht zu einer Besserung führen, sind Kandidaten für einen Blasenschrittmacher. Vorher muss allerdings eine relativ aufwändige Untersuchung der Blasenfunktion durchgeführt werden. Nach Implantation des Blasenschrittmachers muss das Stimulationsgerät individuell auf den Patienten eingestellt werden.

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„Unsere Erfahrungen mit dieser Methode sind bisher durchweg positiv. Allerdings ist dies sozusagen die ,Ultima Ratio’, das heißt, es müssen vorher alle anderen therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft worden sein“, so Urologie-Oberärztin Dr. Melanie Homburger. Begleitet wird die Operation immer von einem Spezialisten der Schrittmacherfirma, der schon während der Operation bei der Implantation der Elektroden die Reaktion der Nerven bestimmt und eine Voreinstellung des Stimulationsprogramms vornimmt.

(msc)