Stadt Kempen: Hospital wird weiter zukunftsfit gemacht

Stadt Kempen : Hospital wird weiter zukunftsfit gemacht

Der Geschäftsführer des Kempener Krankenhauses, Dr. Clemens Guth, kündigt weitere Investitionen ins Personal und die Ausstattung an. Beim CDU-Neujahrsempfang gab er einen Überblick über die Aktivitäten seit der Übernahme.

Drei Jahre nach der Übernahme des damals in argen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckenden Hospitals zum Heiligen Geist in Kempen zieht der private Betreiber, die Artemed SE aus Tutzing in Bayern, für die Entwicklung des Krankenhauses eine positive Bilanz.

Ende 2011 stand das traditionsreiche Hospital wirtschaftlich schon fast vor dem Aus, doch der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist gelang es unter Führung ihres Vorsitzenden, des damaligen Kempener Bürgermeister Karl Hensel, mit der Artemed-Gruppe einen neuen Betreiber zu finden, der nach der Übernahme am 19. Januar 2012 dem Haus neuen Schwung verliehen hat. Von wirtschaftlicher Krise redet heute niemand mehr.

Das Hospital zum Heiligen Geist an der Von-Broichhausen-Allee in Kempen befindet sich drei Jahren in der Trägerschaft der Artemed-Gruppe. Sie hat das Krankenhaus von der Hospital-Stiftung übernommen. Foto: Kaiser

Im Gegenteil: Artemed sieht das Haus gut aufgestellt und gut gerüstet für den immer schwierigeren Wettbewerb auf dem Krankenhausmarkt. Das wurde beim traditionellen Neujahrsempfang der Kempener CDU am Freitagabend im Kolpinghaus nur allzu deutlich. Die Christdemokraten hatten ihr Stelldichein zum Jahresbeginn diesmal unter das Motto "Unser Krankenhaus in Kempen - Fit für die Zukunft" gestellt.

Vor rund 400 geladenen Gästen - darunter diesmal eine Vielzahl von niedergelassenen Ärzten aus der Stadt Kempen sowie vielen Ärzten und Pflegekräften des Krankenhauses - zog Dr. Clemens Guth eine aus Sicht der Artemed-Gruppe sehr positive Bilanz der Arbeit in den zurückliegenden Jahren. Mediziner Guth trat mit der Übernahme des Hospitals durch Artemed als Geschäftsführer an die Verwaltungsspitze des Kempener Krankenhauses. Guth gilt in der Branche als sehr erfahren und gut vernetzt, gehört dem geschäftsführenden Direktorium der bundesweit agierende Artemed-Gruppe an, die neben Kliniken auch Pflegeheime betreibt.

Insider schätzen, dass Artemed bereits bei der Übernahme des Kempener Krankenhauses mehrere Millionen Euro gezahlt hat. In der Folgezeit wurden ebenfalls mit hohem finanziellen Aufwand die Verbindlichkeiten des Hospitals abgelöst und das Haus an der Von-Broichhausen-Allee modernisiert und zukunftsfit gemacht. Konkrete Zahlen der Investitionen nennt Artemed nicht, aber Experten schätzen, dass bislang bereits Beträge im zweistelligen Millionen-Bereich in die räumliche und personelle Ausstattung geflossen sind.

Geschäftsführer Guth kündigte weitere Modernisierungen und Neuerungen an. So sollen die noch nicht renovierten Stationen umgebaut werden. Das Krankenhaus soll künftig nur noch Einzel- oder Zwei-Bett-Zimmer - nach dem Vorbild der bereits renovierten Stationen alle mit Nasszellen - haben. Als besonderes Schmankerl für Fußballfans, die als Patienten stationär im Kempener Hospital betreut werden, wird zum Rückrundenstart Ende Januar im Entertainment-Programm auf den Fernsehern in den Krankenzimmern auch Sky-Bundesliga angeboten.

Baulich modernisiert werden soll in diesem Jahr die Notfallaufnahme, die Artemed gerade erst mit dem neuen Leitenden Arzt Dr. Florian Ruppe (die RP berichtete) personell verstärkt hat. Zum 1. Februar kommt ein neuer Chefarzt in das interdisziplinäre Rückenzentrum, zum 1. April ein weiterer Herzspezialist als neuer Kardiologie-Chefarzt.

Mehrere Millionen Euro wird ein neues Fachärztezentrum kosten, das anstelle des ehemaligen Personalwohnheims, in dem früher auch die Verwaltung der Hospitalstiftung untergebracht war, neu gebaut werden soll. Dort könnte auch eine neue psychiatrische Tagesklinik eingerichtet werden.

Artemed sieht eine wichtige Perspektive für das Kempener Krankenhaus in der Spezialisierung. Neben der Grund- und Regelversorgung will der Klinikbetreiber die Schwerpunktzentren Bauch, Rücken, Gefäße und Neurologie weiter stärken. Dies ist eine durchaus zukunftsweisende Strategie, um im Wettbewerb der Krankenhäuser zu überleben. Experten rechnen damit, dass in den nächsten Jahr bundesweit rund 500 Krankenhäuser geschlossen werden müssen.

Das Kempener Hospital will mit seinem Konzept der menschlicher Zuwendung vor allem gegen die Großkliniken in der Region Akzente setzen. Dass sich dieser Weg bereits auszahlt, zeigen nach Mitteilung von Geschäftsführer Guth die Belegungszahlen. "Wir haben deutlich an Profil und - ich denke - auch an Vertrauen gewonnen", sagte Guth. Er lobte die gute Zusammenarbeit im Haus auf allen Ebenen, aber auch das gutes Miteinander mit niedergelassenen Ärzten oder dem Klinikbeirat und dem Freundes- und Förderkreis.

Für dessen Aktivitäten ließ die CDU bei ihrem Empfang im Kolpinghaus eine Spendenbox herumgehen: 1270 Euro kamen zusammen. Das Geld soll in die Förderung des Mediziner-Nachwuchses fließen.

Angesichts der positiven Entwicklung des Krankenhauses meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfried Bogedain, der auch der Hospital-Stiftung angehört: "Die Übertragung unseres Krankenhauses an Artemed war richtig."

(RP)
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