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Höhere Müllgebühren 2021 in Kempen durch die Auswirkungen von Corona

Gebühren 2021 in Kempen : Höhere Müllgebühren durch Corona

Den Lockdown nutzten offenbar viele Menschen zum Ausmisten im März und April. Die Sperrgutmenge stieg und sorgte für höhere Unternehmervergütung und Deponiekosten, die die Stadt nun in den Gebührenberechnungen für das nächste Jahr auffangen muss.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in Kempen haben sich jüngst mit den Gebühren für das nächste Jahr befasst. Dabei wurde klar: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen die Müllgebühren im nächsten Jahr etwas steigen.

Den Lockdown nutzten offenbar viele Menschen zum Ausmisten im März und April. Die Sperrgutmenge stieg und sorgte für höhere Unternehmervergütung und Deponiekosten, die die Stadt nun in den Gebührenberechnungen für das nächste Jahr auffangen muss. Im Ganzen stiegen die Kosten um rund 145.000 Euro. Auch ein Überschuss aus dem Vorjahr in Höhe von rund 84.000 Euro konnte das nicht abdecken.

Daher steigt das jährliche Benutzungsentgelt je Einwohner bei 14-tägiger Abfuhr ab dem 1. Januar 2021 von 27,12 auf 29,52 Euro, bei wöchentlicher Abfuhr von 28,92 auf 31,32 Euro. Die Gefäßgebühren für die Restabfall-Tonnen reduzieren sich. Trotzdem erhöhen sich im Ganzen die Müllgebühren für einen Vier-Personen-Haushalt mit 14-tägiger Abfuhr jährlich von 168,12 Euro auf 176,52 Euro. Die Gebühr für eine zusätzliche Bioabfalltonne bleibt bei 28 Euro.

Für die Abwasserbeseitigung ändert sich Folgendes: Beim Schmutzwasser steigt der Gebührensatz je Kubikmeter von 2,75 auf 3,27 Euro. Für Benutzer, die unmittelbar vom Niersverband zu Beiträgen für die Abwassereinigung herangezogen werden, steigt der Satz von 1,24 auf 1,44 Euro. Unter anderem sorgen um 465.000 Euro erhöhte Kosten des Niersverbandes für die Schmutzwasserreinigung für diese Erhöhung. Der Gebührensatz für die Niederschlagswassergebühr erhöht sich von 0,70 auf 0,75 Euro pro Quadratmeter. Für abflusslose Gruben steigt der Gebührensatz von 6,53 auf 7,69 Euro. Der Abfuhrbetrag für die Entsorgung von Klärschlamm aus Kleinkläranlagen erhöht sich von bisher 34,30 auf 46,40 Euro.

Die Friedhofsgebühren für das Jahr 2021 steigen in allen Bereichen nur leicht an. So steigen etwa die Kosten für den Erwerb von Nutzungsrechten für eine Reihengrabstätte (Nutzungszeit 25 Jahre) um 3,4 Prozent auf 980 Euro, für eine Stelle in einer Wahlgrabstätte um 2,6 Prozent auf 1195 Euro. Für Urnen wird es bei einer Urnenreihengrabstätte um sechs Prozent teurer auf dann 623 Euro. Für eine zweitstellige Urnenwahlgrabstätte ist es ein Plus von 4,1 Prozent auf 1665 Euro.

Vertagt auf den Rat wurde eine Entscheidung über Gebühren für Märkte und Volksfeste. Besonders die Steigerung der Gebühren für Wochenmarktbeschicker von 0,85 auf 1,10 Euro bereitete den Ausschussmitgliedern Unbehagen. Die Fraktionen betonten die Bedeutung des Wochenmarktes für eine belebte Altstadt. An den Markttagen Dienstag und Donnerstag ist die Stadt wesentlich voller. Das bringt auch Handel und Gastronomie Umsätze.

Grund für die Anhebung seien gestiegene Kosten, besonders für die Reinigung, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Kämmerer Jörg Geulmann will dazu bis zur Ratssitzung noch weitere Informationen einholen. Dann wird im Rat noch einmal darüber beraten.