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Hinzen-Haus in Willich: Pop-up-Store für Existenzgründer

Stadtmanagement in Willich : Pop-up-Store für das Hinzen-Haus

Das denkmalgeschützte Hinzen-Haus stand lange leer. Mit einem modernen Konzept kehrt nun neues Leben ein: Existenzgründer können sich dort präsentieren, auch Ausstellungen sind geplant.

Die Stadt Willich ist der neue Mieter des unter Denkmalschutz stehenden Hinzen-Hauses und hat dort eine Dependance für das Stadtmanagement eingerichtet. Als Ansprechpartner für Händler, aber auch Vereine, Künstler, Schulen und Interessensgruppen, die die Innenstadt beleben möchten, steht das Stadtmanagement-Team für Ideen, Wünsche und Anregungen zur Verfügung. Wer das Stadtmanagement der Stadt Willich aufsuchen möchte, muss also nicht mehr unbedingt ins technische Rathaus nach Neersen fahren. Jeweils dienstags und donnerstags wird ab sofort ein Teammitglied im Hinzen-Haus, das direkt neben der Kirche St. Katharina am Willicher Markt liegt, zu finden sein. „Wir wollen näher dran sein und neue Wege gehen“, sagt Marc-Thorben Bühring vom Stadtmanagement.

Zudem wird das Stadtmanagement über Angebote und Aktionen wie zum Beispiel den Willicher Gutschein EFA oder geplante Feste informieren. Die Fläche des Gebäudes soll zudem genutzt werden, um Existenzgründern eine Präsentationsmöglichkeit in Form eines Pop-up-Stores zu bieten. Wie das aussehen kann, verdeutlichte bei der Eröffnung des Hinzen-Hauses das Willicher Unternehmen Juice Farm. „Ich halte es für ein fantastisches Angebot und würde es gerne selbst nutzen, wenn mein kleines Unternehmen die Manpower dafür hätte“, sagt Daniel Ryfisch, 39-jähriger Diplom-Volkswirt und Gründer der Juice Farm.

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In der Praxis kann es so aussehen: Ein Jungunternehmen mietet für ein Nutzungsentgelt von 120 Euro pro Monat inklusive der Nebenkosten die Fläche im Hinzen-Haus von der Stadt an. Die maximale Mietdauer beträgt zwei Monate. In dieser Zeit erhält der Existenzgründer die Gelegenheit, sein Unternehmen vorzustellen und bekannt zu machen. „Wir helfen nach dieser Zeit, um geeignete Anschlussräumlichkeiten zu finden“, sagt Bühring. Die temporäre Nutzung steht aber auch Vereinen zur Verfügung, wenn sie zum Beispiel aufgrund eines Jubiläums oder einer bestimmten Aktion Präsentationsfläche benötigen. Das Obergeschoss nutzt die Stadt Willich für Infoveranstaltungen, Workshops oder Schulungen von kleinen Gruppen.

„Mit dem neuen Nutzungskonzept bekommt der Marktplatz mehr Leben. Willich ist wieder ein Stück bunter und lebendiger geworden“, erklärt Bürgermeister Christian Pakusch (CDU). Das Hinzen-Haus solle eine multifunktional belebte Stätte sein, ergänzt der Technische Beigeordnete Gregor Nachtwey.

Dass es multifunktional zugeht, zeigt aktuell das Kunstprojekt der Robert-Schuman-Europaschule, das derzeit im Hinzen-Haus zu sehen ist. Die Schüler der Stufen acht und neun haben unter Anleitung der beiden Lehrerinnen Pia Hüttenwirth und Frida McLeish ihre Heimat unter ungewöhnlichen Perspektiven in den Blick genommen, außergewöhnliche Fotos erstellt und mit kurzen Texten versehen. Die Ergebnisse sind unter anderem im Hinzen-Haus zu sehen. „Die Kooperation mit der Stadt Willich ist großartig“, lobt Schulleiter Burkhard Brörken.

 Der „Willicher Perspektivenwechsel“ ist noch bis zum 31. August zu sehen. „Diese Bilder laden dazu ein, Willich zu besuchen und den vielfältigen Handel zu entdecken, den die Stadt mit ihren vier Ortsteilen bietet“, sagt Bühring. Der ein oder andere Besucher wird sich sicherlich fragen, wo die verschiedenen Bilder genau entstanden sind, da die Perspektiven und Ausschnitte wirklich ungewöhnlich sind. Die Schüler freuen sich indes, dass sie im Hinzen-Haus mit ihren Werken vertreten sind. „Das ist schon etwas anderes, wenn unsere Fotos im öffentlichen Raum anzutreffen sind“, sind sich Amy, Coleen und Hilal einig, die alle drei bei der Eröffnung mit vor Ort waren.