Highland Games auf der Wiese an der Kempener Burg

Kempen : Highland Games: Wenn starke Männer Baumstämme werfen

Am Wochenende begeisterten die 17. Highland Games mit dem International Master-World-Cup die Besucher auf der Burgwiese in Kempen.

„Komm, komm“, die Anfeuerungsrufe der Mitstreiter vom Team „Highlander vom Niederrhein International“ gelten ihrem Kollegen, der gerade die letzten Meter mit der 80 Kilogramm schweren Kugel zurücklegt. Auch aus den Zuschauerreihen entlang der Absperrung auf dem Platz vor der Kempener Burg ist Zuspruch zu hören. Eine letzte Anstrengung, und der Stein landet auf dem über ein Meter hohen Holzpodest.

Noch während der Applaus erklingt, bereitet sich der nächste Highlander vor, um die Disziplin „Stone of Manhood“ zu meistern. In der Hocke sitzend wird die Kugel auf den rechten Oberschenkel gerollt. Von dort geht es auf das linke Bein. Beide Arme umfassen den Brocken. Ein tiefes Luftholen, und es geht in die Standposition. Einige Schritte, um das Gleichgewicht zu finden, dann wird das Podest zielstrebig angesteuert. Aber nicht nur hier sind Kraft und Geschick gefordert

Zum 17. Mal finden die Highland Games mit dem International Master-World-Cup statt. Auch wenn das Wetter nicht mitspielt und immer wieder Regenschauer niedergehen, so kann das die Sportler der 17 Herren- und vier Damenmannschaften an diesem Samstag nicht den Spaß an den verschiedenen Disziplinen verderben. Richter unter Regenschirmen verfolgen aufmerksam die Aktivitäten und notieren die Ergebnisse. Auch die Zuschauer haben zu Regenschirmen gegriffen und beob­achten mit sichtlichem Vergnügen die ungewöhnlichen Sportarten.

Im Rahmenprogramm der Highland Games konnten die Besucher in Leben und Gebräuche im Mittelalter eintauchen. Foto: Wolfgang Kaiser

Mit dem Baumstamm auf den Schultern werden Wendungen zwischen hohen Holzslalomstangen gemeistert. Am anderen Ende der Burgwiese fliegen die Baumstämme in die Höhe. „Hier kommt es darauf an, den Baumstamm so zu werfen, dass er sich einmal überschlägt und dann möglichst gerade liegen bleibt“, informiert der Moderator. Aber nicht nur der Slalom und der Überschlag mit den Baumstämmen faszinieren. Insgesamt sind es zehn Disziplinen sowie das Tauziehen auf der Burgwiese, die die zahlreichen Zuschauer der Highland Games gebannt verfolgen. Was die Frauen und Männer in den Kilts, teilweise sogar mit wild geschminkten Gesichtern leisten, begeistert. Schön dazu sind die Informationen der beiden Moderatoren, die die sportlichen Spiele und die alten schottischen Traditionen, die dahinterstehen, erklären. Ob das Hufeisenwerfen, der Strohsackhochwurf mit einer Mistgabel, der Timber Walk, das Steinstoßen, das Fassrollen oder Gewichtsweitwurf wie -hochwurf – die Zuschauer kommen aus dem Staunen nicht heraus.

„Ich besuche seit Jahren diese Spiele. Ich bin immer wieder begeistert. Die Atmosphäre hier ist immer eine ganz besondere“, sagt Stefan Winkler. Das liegt nicht zuletzt auch am Mittelaltermarkt an der Burg, der dem Ganzen besonderes Flair verleiht. „Teilnehmer wie Besucher haben jede Menge Spaß, und das ist die Hauptsache“, sagt Manfred Mühlenhaus, Vorsitzender der Highlander vom Niederrhein, die die Spiele organisiert haben.

Mehr von RP ONLINE