Stadt Kempen: Herzlicher Applaus für Fröhlich und Poullidou

Stadt Kempen : Herzlicher Applaus für Fröhlich und Poullidou

Kammermusik zwischen Licht und Schatten versprach eine sonntägliche Matinee im Rokokosaal des Franziskanerklosters. Der Eintritt war frei.

Alexander Fröhlich (Violine) und Athina Poullidou (Klavier) verteilten dabei die hellen und dunklen Akzente klassisch-romantischer Musik etwas anders, als man es vorweg vielleicht vermutet hätte. Nicht Mozart stand für Licht, sondern Beethoven. Dagegen fand sich der Schatten bei Wolfgang Amadeus Mozart.

In einer gut verständlichen, informativen Moderation begründete Fröhlich, warum in Mozarts Sonate e-moll (KV 304) das melancholische Element überwiegt. Der Tod seiner Mutter, erläuterte Fröhlich, überschattete Mozarts Arbeit an diesem Werk.

Ludwig van Beethoven, vom Typ her eher ein mürrischer Grantler, war ein Meister darin, Trauer und Tragik musikalischen Ausdruck zu geben. Aber er konnte auch anders. Das beweist Beethovens in der Grundstimmung heitere Sonate op. 24 in F-Dur. Dass sie den durchaus passenden Namen "Frühlingssonate" erhielt, ist nicht auf Beethoven zurückzuführen. Der Verleger, so Fröhlich, versprach sich wohl von einem griffigen Titel höhere Verkaufszahlen. Gespielt wurden beide Werke auf eine ausgeglichene Art und Weise, mit ruhigen Tempi und moderaten Abstufungen der Lautstärken.

Das gilt auch für das dritte Werk des Vormittags, die "Regenliedsonate" (op. 78) von Johannes Brahms. Stand vorher Mozart für Schatten und Beethoven für Licht, so kamen jetzt, bedingt durch sehr unterschiedliche Ereignisse während der Entstehungszeit, bei Brahms beide Aspekte zum Tragen. Entstand der erste Satz noch während seines erholsamen Urlaubs am Wörthersee, so fiel die Komposition des zweiten Satzes in die Zeit, in der ein Sohn der von Brahms sehr verehrten Clara Schumann schwer erkrankte und starb. Mit dem dritten Satz schließlich, erläuterte Fröhlich, versuchte Brahms, Trost zu spenden.

Die trotz der sommerlichen Wärme am Sonntag zahlreich erschienenen Zuhörer fanden Gefallen an der Veranstaltung und spendeten herzlichen Beifall. Alexander Fröhlich und Athina Poullidou bedankten sich mit einer Zugabe, in sich der Licht und Schatten - zusammen mit Wiener Charme - zu einer eingängigen Melange treffen: viel Freude hatten Künstler und Zuhörer gleichermaßen noch an "Liebesleid" von Fritz Kreisler, dem unvergessenen Grandseigneur des Violinspiels.

(-tr)