1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Herbstfest der muslimischen Gemeinde Kempen

Kempen : Muslimische Gemeinde organisiert Herbstfest

Erntedank wird nicht nur in den christlichen Kirchen gefeiert. Mit allerlei orientalischen Köstlichkeiten begrüßte die muslimische Gemeinde Kempen ihre Besucher beim Fest an der Verbindungsstraße.

„Vielfalt verbindet”, lautet das Motto der diesjährigen interkulturellen Woche des Arbeitskreises Multikulturelles Forum in Kempen. Dazu lud die muslimische Gemeinde jetzt zu einem Herbstfest in ihre Räume an der Verbindungsstraße ein. Neben der Information über den muslimischen Glauben ging es vor allem um das Gespräch miteinander. Ilhan Avci, Dialogbeauftragter des Vereins der muslimischen Gemeinde, betonte ausdrück­lich, dass man in Kempen einen stets offenen Dialog mit den anderen Kirchen und allen Bürgern der Stadt führe. Von Beginn an gehört die Muslimische Gemeinde zum Multikulturellen Forum. Auch in der Flüchtlingsarbeit ist die Gemeinde aktiv und beteiligt sich beispielsweise gemeinsam mit den beiden christlichen Kirchengemeinden in Kempen am internationalen Begegnungscafé.

Avci erklärte auch, dass es sich bei der Gemeinde um einen Verein handelt, bei dem der Vorstand entscheidet, welche Aktivitäten in welcher Form stattfinden. „Der Imam kümmert sich bei uns ausschließlich um Glaubensdinge“, stellte er auf Nachfrage der Rheinischen Post zum umstrittenen Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan zur Eröffnung einer neuen Moschee am Samstag in Köln klar.

„Wir feiern jeden Freitag, eigentlich jeden Tag, Erntedank”, meinte Avci mit Blick auf das christliche Erntedankfest, das im Oktober vielerorts gefeiert wird. Man müsse dankbar für die Gaben der Erde sein und sorgsam mit ihnen umgehen sowohl was die Produktion als auch die Nutzung angehe. Dazu gehört für ihn, auch die Dinge zu nutzen, die die Region gerade bietet.

So führte Avci die Besucher des Herbstfestes zu den verschiedenen Ständen mit allen möglichen Köstlichkeiten arabischer Küche. Es gab türkische Pizza nach klassischem Rezept. Wobei die Frauen gar nicht die bereit stehende Maschine zum Teigrollen benutzen wollten, sondern lieber zur altmodischen Tradition des Ausrollens vom Teig mit einem runden Stock griffen.

Gleich nebenan ging es noch ein Stück weiter hinein in den Orient. Afghanische Frauen hatten ein Buffet mit Falafel, Bulgursalat und Reissalat aufgebaut. Dazu lockten gefüllte Weinblätter zum Zugreifen. Ein paar Schritte weiter grillten Männer Hackfleischfrikadellen und Hähnchenfleisch für gefüllte Fladenbrote. Dazu gab es Salate mit Joghurtsoße und scharf geriebenem Paprika. Wem das alles zu deftig war, der konnte sich bei den jungen Frauen der Gemeinde an süßen Leckereien laben.

Andreas Rannew wohnt in der Nachbarschaft und kommt immer wieder gerne zu Festen in der Gemeinde, wie er erzählte. Ein anderer Nachbar ist Thomas Steffes von der Firma Kühler. Spontan hatte seine Firma den angrenzenden Parkplatz zur Verfügung gestellt, damit das Festgelände vergrößert werden konnte.

Am morgigen Mittwoch, 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, besteht erneut die Gelegenheit zum Austausch und Kennenlernen in den Räumen muslimischen Gemeinde an der Verbindungsstraße 21. Dann findet von 14 bis 16.30 Uhr der Tag der offenen Moschee statt.