Stadt Kempen: Hemesath: Sanierung geht weiter

Stadt Kempen : Hemesath: Sanierung geht weiter

Seit 2009 läuft die Sanierung auf dem Gelände der früheren chemischen Großreinigung an der Wiesenstraße in Kempen. Das Grundwasser ist nach wie vor belastet. Eine unmittelbare Gefahr geht aber nicht von dem Schaden aus.

Den Betrieb an der Wiesenstraße gibt's nicht mehr, die Gebäude der ehemaligen chemischen Großreinigung Hemesath sind längst abgerissen und doch beschäftigt die Umweltbehörden von Stadt, Kreis und Land die Verunreinigung von Boden und Grundwasser durch chlorierte Kohlenwasserstoffe - vor allem PER (Tetrachlorethen) - noch immer. Gestern teilte der Kreis Viersen mit, dass die Sanierung des Umweltschadens, der von dem Betrieb bis in die 1990er-Jahre ausging, nun in die nächste Runde geht.

"Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), der Kreis Viersen und die Stadt Kempen setzen die gemeinsamen Arbeiten am Standort der ehemaligen chemischen Reinigung Hemesath fort", heißt es in einer Presseerklärung des Kreises. Seit 2009 läuft die Sanierung an der Wiesenstraße in Kempen. Boden- und Grundwasser sind mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) belastet.

Durch die verschiedenen Sanierungsschritte wurden nach Angaben des Kreises bisher insgesamt mehr als viereinhalb Tonnen Schadstoffe aus dem Boden und dem Grundwasser entfernt. Dadurch seien die Grundwasserbelastungen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die in nordwestlicher Richtung vom ehemaligen Firmenstandort ausgehende Grundwasserbelastung wurde zuletzt im Jahr 2016 umfangreich untersucht. Die von Hemesath eingeleiteten Schadstoffe sind noch in rund zweieinhalb Kilometer Entfernung nachweisbar. Dabei ist die Schadstofffahne bis zu einem Kilometer breit. Da chlorierte Kohlenwasserstoffe schwerer als Wasser sind, sinken diese mit zunehmender Entfernung in tiefere Bereiche des Grundwassers ab.

Der AAV, der Kreis Viersen und die Stadt Kempen haben sich darauf verständigt, die CKW-Fahne weiter zu untersuchen. Ziel sei es, geeignete und finanzierbare Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung der Schadstoffkonzentrationen zu finden. Dabei soll auch geprüft werden, ob der schon jetzt zu beobachtende natürliche Abbau der Schadstoffe für die gezielte Schadstoffminderung in der weiträumigen CKW-Fahne genutzt werden kann. Aktuell läuft nach Angaben des Kreises im Auftrag des AAV eine europaweite Ausschreibung für Gutachterleistungen.

Geplant ist, bis Ende dieses Jahres ein Gutachterbüro zu beauftragen, das die weitere Grundwassersanierung begleitet und die natürlichen Abbauprozesse in der Fahne untersuchen soll. Im Anschluss soll ein Konzept für weitere Maßnahmen in der LCKW-Fahne entwickelt werden, um eine nachhaltige Verbesserung der Grundwasserqualität zu erreichen. Die Lage der Fahne hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Das liegt vor allem an der sehr geringen Fließgeschwindigkeit des verunreinigten Grundwassers von 150 Meter pro Jahr, wie der damalige Technische Beigeordnete der Stadt Kempen, Stephan Kahl, zuletzt vor zwei Jahren erklärte. Damals war bereits klar, dass die Sanierung noch viele Jahre dauern wird.

"Von der Grundwasserverunreinigung geht keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung aus", betonte der Kreis gestern erneut. Vorsorglich raten Kreis Viersen und die Stadt Kempen den Anwohnern, deren Grundstücke in der Schadstofffahne liegen (siehe Karte), weiterhin kein Grundwasser für die Gartenbewässerung, für Gartenduschen und für die Befüllung von Plansch- oder Schwimmbecken zu nutzen. Es könne nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass dadurch auch belastetes Grundwasser gefördert würde. Mögliche Beeinträchtigungen können die Anwohner nur mithilfe einer selbst veranlassten labortechnischen Untersuchung des Brunnenwassers ausschließen, so der Kreis weiter. "Das Trinkwasser aus dem Leitungsnetz der öffentlichen Wasserversorgungsanlagen ist von der Grundwasserverunreinigung nicht betroffen. Die Anwohner können es bedenkenlos nutzen", so ein Kreissprecher gestern.

Anwohner können sich mit weiteren Fragen an Thomas Nordmann bei der Kreisverwaltung in Viersen, Telefon: 02162 39-1265 oder E-Mail an: thomas.nordmann@kreis-viersen.de, wenden. Bei der Stadt Kempen gibt Umweltreferent Heinz Puster Informationen unter Telefon 02152 917-316 oder per E-Mail an: heinz.puster@kempen.de.

(RP)
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