Gemeinde Grefrath: Heimspiel für Mirja Boes in der Mooren-Halle

Gemeinde Grefrath: Heimspiel für Mirja Boes in der Mooren-Halle

Die aus Viersen stammende Komikerin erfreute rund 350 Gäste mit ihrer Spontaneität.

Die Fußballer kennen das: Heimspiele haben immer einen eigenen Charakter. Nicht anders ist das bei Künstlern. Auch sie lieben und genießen die Heimspiele. Und da Mirja Boes (46) ein "Kind des Niederrheins" ist und sogar in Viersen geboren wurde, war das Gastspiel für den Wirbelwind auf der fast 40 Jahre alten Bühne der Albert-Mooren-Halle eine willkommene Gelegenheit, sich den Einheimischen von der besten Seite zu zeigen - und mit ihr auch die Begleitband "Honkey Donkeys".

Es war ein Abend voller Spontaneität, voller Lebensfreude, voller Klamauk und mit Schallgeschwindigkeit. Wenn Mirja Boes die Tagesschau-Nachrichten verlesen würde, bräuchten die Zuschauer schon Untertitel, um alles mitzubekommen. Offenbar hat sie die Begabung, in ihren Rollen mit relativ wenig Atem auszukommen. Es passte einfach zum Motto des Abends, als sie von ihren zahlreichen Nebenjobs berichtete, die sie dann offensichtlich in Atem hielten. So war sie tätig in einem Unternehmen, das Zahnpasta produziert. Am Drive-in-Schalter eines Burgerrestaurants hatte sie es meist mit hungrigen Menschen zu tun, gleichwohl fragte sie sich, wieso die meisten Mitarbeiter des Restaurants so mies gelaunt sind - "wohl wegen dem Hunger". Aber auch, wieso die Menschen immer neues Essen kaufen, obwohl im Auto noch so viel altes liegt.

Ihre Gags kamen gut an bei den rund 350 Besuchern in der Mooren-Halle, wo sie immer wieder Kontakt zum Publikum suchte und fand. So wurde das Heimspiel ganz flott auch zum "Mitmach-Theater", stets gepaart mit der bemerkenswerten Spontaneität von Mirja Boes, die eben ein "lustiges Mädchen des Rheinlands" ist und bleibt. Sie schießt ihre Pointen aus der Hüfte ab. Zudem hatten die Besucher das Gefühl: "Die Mirja ist eine von uns." Sie wirkte nie abgehoben, sondern vermittelnd, aufklärend und dabei witzig. Immer wieder startete sie neue Angriffe auf die Lachmuskeln, und man spürte, dass ihr das selbst Freude bereitete. Sie hatte weit mehr drauf als feministisch angehauchte Männerwitze.

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Köstlich waren auch die Kostüme ihrer Begleitband, die nicht nur musikalisch zu überzeugen wusste, sondern auch artistische Einlagen vollbrachte. Fast hätte man meinen können beim Anblick der Kostüme, dass die fünfte Jahreszeit schon angebrochen ist - mal Einhorn, mal Banane, mal Prinzessin.

Mirja Boes ließ die Gäste wissen, dass sie eigentlich mal Model werden wollte. Vor knapp drei Jahrzehnten hatte die "Brigitte" Models gesucht. Mirja war begeistert und brachte ihre Bewerbung auf den Weg. Allerdings mit dem Ergebnis, dass sie bis heute keine Antwort erhalten hat. Übrigens: Auch der Gesang ist ihr von ihren Eltern in die Wiege gelegt worden. Da kann sich mancher aus der Schlagerszene eine Scheibe abschneiden, denn Mirja Boes benötigte kein Dutzend Verstärker, um sich Gehör zu verschaffen.

(mab)
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