Stadt Kempen: Heimatverein beschenkt seine Bürger

Stadt Kempen : Heimatverein beschenkt seine Bürger

Es ist eine gute, alte Tradition in St. Hubert: Zu Nikolaus trägt der Heimatverein zur Verschönerung des Ortsbildes bei. In diesem Jahr gab es sechs restaurierte Kreuzwegstationen auf dem Friedhof. Weitere sollen folgen.

Der Nikolaustag ist für die St. Huberter gleichbedeutend mit einem Feiertag. Denn wenn der Heimatverein des Kendeldorfes am 6. Dezember einlädt, gibt es immer etwas zu feiern. Es ist gute Tradition geworden, dass der Verein "seinem" Ort etwas schenkt und damit der Heimat, den Bürgern und der Tradition wertvolle Dienste leistet. Diesmal trafen sich am Nikolaustag rund 80 Heimatvereinsmitglieder, Macher und Interessierte an der Friedhofskapelle. Von dort aus ging es auf den Friedhof zu den sechs neu positionierten, frisch restaurierten Kreuzwegstationen. Der Steinbildhauermeister Manfred Messing hat mit zwei Mitarbeitern sieben Monate vor Ort an dem Projekt gearbeitet.

Als "aufopferungsvolle Arbeit" bezeichnete Heimatvereinsvorsitzender Hans-Theo Güldenbog die Mühe, deren Ergebnis sich mehr als sehen lassen kann. Der Heimatverein hat sich mit dem Projekt eine wahre Mammutaufgabe aufgehalst. Alle 14 Kreuzwegstationen sollen am Ende in neuem Glanz erstrahlen, die Kulturdenkmäler sollen restauriert werden und damit für die Nachwelt besser erhalten bleiben. Die bisherige Anordnung von zwei mal sechs Stationen und zwei weiteren ist damit Geschichte. In Zukunft sind alle Stationen anders und "an besserer Stelle" positioniert, wie Güldenbog sagt. Denn ab sofort sind diese rundum begehbar, so dass auch die rückseitigen Inschriften zu lesen sind.

Zum Nikolaus übergab der Vorsitzende des Heimatvereins die ersten sechs Kreuzwegstationen offiziell der Bevölkerung. Die künstlerische Darstellung des Leidenswegs Christi geht auf den Pfarrer Anton Hochkirchen zurück. Der weihte am 11. Februar 1844 nicht nur den Friedhof ein, sondern regte auch die Anlegung eines Kreuzweges an. Wohlhabende Bürger und Bauern stifteten einzelne Kreuzwegstationen. Die Stationen nutzten die Stifterfamilien auch als Grabstein, weswegen der jeweilige Familienname auf der Rückseite des Steins eingemeißelt ist. "Viele Prozessionen zogen an ihnen in der Vergangenheit vorbei, und so mancher frommer Christ betete für sein Anliegen diesen Kreuzweg. Bis heute betet beispielsweise die Katholische Frauengemeinschaft in der Karwoche am Kreuzweg", sagt Güldenbog. 1968 wurden die Stationen von den Gruften entfernt und in drei Gruppen auf dem Friedhof aufgestellt. Unter Denkmalschutz stehen die Kunstdenkmäler aus Sandstein seit 1984, anderthalb Jahre später folgte die erste Restaurierung. Nikolaus 2014 wird der Heimatverein die restlichen acht Stationen restauriert übergeben. Das komplette Projekt (2013/2014) kostet stolze rund 40000 Euro.

(tone)
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