Hefe van Haag in Kempen rüstet sich für die Zukunft

Heimisches Unternehmen : Mehr Wachstum am neuen Standort

Das Unternehmen Hefe van Haag setzt auf regionale Produkte. Das Familienunternehmen ist längst zu einem Fachgroßhandel geworden. Geliefert werden Rohstoffe für Bäckereien, Konditoreien und Eishersteller.

Hefe van Haag ist ein klassisches Familienunternehmen mit einer langen Tradition. Mit Hefe fing im Jahr 1710 alles an, und dabei blieb es zunächst auch. Bis in die 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts lieferte das Unternehmen Frischhefe für Bäckereien. Seitdem hat sich van Haag zu einem Fachgroßhandel entwickelt, der sämtliche Rohstoffe für Bäckereien, Konditoreien und Eishersteller liefert. Im Angebot sind rund 12.000 Artikel – von Aprikosenmarmelade bis zur Zimtstange, frisch, getrocknet, in Dosen oder tiefgekühlt.

Das Unternehmen verfügt über drei Standorte, und zwar neben Kempen auch in Köln und Neuwied. Van Haag ist ein anerkannter und qualifizierter Ausbildungsbetrieb, der bereits mehrfach von der Industrie- und Handelskammer ausgezeichnet worden ist. Ausgebildet wird in den Berufsbildern Kaufmann im Groß- und Außenhandel sowie Fachlagerist.

Das Unternehmen van Haag legt Wert auf regionale Produkte. Erdbeeren, Salat, Mehl und vieles andere mehr kommen aus der Nachbarschaft. „Regionalität ist unser Motto“, sagt Geschäftsführer Michael van Haag. „Sesam allerdings wächst nur am Äquator“, fügt Geschäftsführer Klaus van Haag hinzu. Für die Qualitätssicherung sorgt die im Jahr 2009 ins Leben gerufene Qualitätsmanagement-Abteilung mit mittlerweile fünf Mitarbeitern. In den vergangenen Jahren wurden IFS-Zertikate für Logistik und Broker immer auf hohem Niveau bestanden.

Die moderne Lasterflotte des Kempener Unternehmens. Eigene Fahrer lenken die Lastwagen. Foto: van Haag/van haag

Die Kundenschwerpunkte liegen in Nordrhein-Westfalen, Nordhessen, Rheinland-Pfalz und den Benelux-Ländern. Das Unternehmen verfügt über einen Fuhrpark mit eigenen Fahrern, mehr als 70 Lastwagen sind im Einsatz. 90 Prozent von ihnen fahren mit einem umweltfreundlichen Abgasnachbehandlungskonzept. Die Temperaturen der Kühlkammern in den Fahrzeugen werden elektronisch überwacht. Pro Tag gehen bei Hefe van Haag im Schnitt 400 Tonnen Ware rein und raus.

14 Millionen Euro hat Hefe van Haag in den Neubau an der Erkeshütte in Kempen gesteckt. Die Bauzeit betrug 18 Monate, der Umzug war in nur drei Tagen erledigt. Der Umzug war notwendig, weil es am alten Standort in St. Tönis keine Möglichkeiten zur Erweiterung gab. Beim Umbau profitierten viele Firmen aus der Region: „Wir haben uns bemüht, die Aufträge möglichst an Handwerksbetriebe aus der Nachbarschaft zu vergeben“, sagt Klaus van Haag.

Der Löschwassertank der Firma Hefe van Haag an der Erkeshütte entspricht modernsten Erfordernissen. Foto: van haag

Viele Investitionen erfolgten unter ökologischen Gesichtspunkten. So wurde keine Heizung gebaut, stattdessen wird die Abwärme der Kühlmaschinen genutzt. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt dafür, dass rund 70 Prozent des benötigten Stroms selbst produziert und über ein Batteriespeichersystem auch in sonnenarmen Zeiten genutzt werden können. Auf dem Gelände stehen zwei Ladestationen für Elektrofahrzeug bereit, teilweise sind die Dächer begrünt.

Mit dem Umzug und der damit verbundenen Erweiterung sichert das Unternehmen nicht nur die vorhandenen Arbeitsplätze, sondern ist auch gut für die Zukunft gerüstet. So sind viele neue Kühlräume mit unterschiedlichen Temperaturen entstanden. Für den Transport der Waren hält van Haag 15.000 Stellplätze für Paletten vor.