1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Stadt Kempen: Hausputz im Kempener Hallenbad

Stadt Kempen : Hausputz im Kempener Hallenbad

Das Kempener "Aqua-sol" ist derzeit geschlossen. Im Hallenbad wird die jährliche Grundreinigung vorgenommen. Die Bauarbeiten für den neuen Eingang laufen weiter. In einer Woche kann das Schwimmvergnügen wieder starten.

Dort, wo sonst Wasser gegen die Wände platscht, herrscht gähnende Leere. Absperrgitter und rot-weißes Flatterband umgeben das große Schwimmbecken des Kempener Hallenbades "Aqua-sol" und warnen so vor dem leeren Becken. Im Becken selbst liegen lange Wasserschläuche mit verschiedenen Düsen. Ein Hochdruckreiniger steht neben mehreren Eimern, Schrubbern und Kanistern mit Reinigungslösungen. Der Geruch nach Putzmitteln liegt in der Luft. "Das große Becken hat die Grobreinigung schon hinter sich. Gleich wird mein Stellvertreter Michael Bist über den Hochdruckreiniger Entfetter auf die Beckenwände geben und die Wände abschrubben", erklärt Schwimmmeister und Badleiter Wolfgang Werthschulte, der gerade im Bistro- und Küchenbereich vorbeigeschaut hat, um zu sehen, wieweit die Handwerker sind.

Der gesamte Bereich wurde neu gefliest und derzeit legen die Handwerker die letzten Bodenplatten. In Richtung Solebad stapeln sich Spülen, Friteuseanlagen und Schränke. Alles muss wieder montiert werden. Erst dann kann die Grundreinigung in diesem Bereich starten. Im Solebereich schäumt es derweil ordentlich. Drei Frauen in Arbeitskleidung, Gummistiefeln und langen Putzhandschuhen sind bei der Arbeit. Christine Orlik geht gerade den oberen Fliesen mit einem Schrubber zu Leibe und Johanna Kratzke schäumt den Edelstahlhandlauf des Solebades ein. Marion Steeger indes hat den Überlaufrost entfernt und bringt ihn auf Hochglanz.

  • Wer keinen Nachweis dabei hat, kann
    Zugang nur für Geimpfte und Genesene : Einzelhändler sehen 2G mit Skepsis
  • Arzt Christian Wagner (v.l.), Isabelle Cembrowski,
    Impfaktion für Pädagogen aus Grefrath und Kempen : 100 Lehrer lassen sich boostern
  • Symbolbild
    Pandemie im Kreis Viersen : Frau (71) aus Willich stirbt an Covid-19

Am wasserfreien Kinderplanschbecken dagegen laufen noch Feinarbeiten. Die Issumer Künstlerin Nina Stiber bessert die Wandmalereien aus. Eine Arbeit, die ebenfalls nur in dieser wasserlosen Beckenzeit möglich ist. Die Einscheibenschrubbmaschine steht schon für die Bodenreinigung bereit, aber sie muss noch ein bisschen auf ihren Einsatz warten. Erst sind die Becken an der Reihe, wobei das Lehrbecken das erste ist, das schon frisch gereinigt strahlt.

Auch die Rutsche ist schon vom Kalk befreit, geputzt und mit neuen Dehnungsfugen versehen. Allerdings fehlt noch die neue Tür zum Rutschenaufgang. Aber die komme in den nächsten Tagen, bemerkt Werthschulte. "Neu ist auch die Absturzsicherung am drei Meter Brett, die wir jetzt im Rahmen des Großreinemachens montieren ließen", informiert Siegfried Ferling, Geschäftsführer der Stadtwerke Kempen, und deutet auf den zusätzlichen Edelstahllauf und die Plexiglassicherung.

Nicht nur im Bad selber laufen die Arbeiten auf Hochtouren, auch im Technikraum im Keller des Gebäudes sind Mitarbeiter im Einsatz. Hier ist derzeit Schwerstarbeit angesagt. 35 Tonnen Sand müssen in die vier frisch sanierten Filter gefüllt werden. Badmitarbeiter balancieren 50 Kilo schwere Sandsäcke auf den Schultern über Leitern auf die Bühnen, die oben um die Tanks herumführen. "Etwa alle zehn Jahre müssen die Filter komplett sauber gemacht werden. Das heißt: Alles raus, sandstrahlen, neue Beschichtung drauf und je Filter 450 neue Düsen rein. Auf diese Düsen kommt grober Kies als Stützschicht und darauf der Sand", erklärt Werthschulte. Wenn die Anlage fertig ist, kann der Badleiter die frisch gereinigten Becken wieder mit Wasser befüllen. Allein drei Tage dauert das Befüllen des großen Beckens. "Dazu kommen dann drei Tage heizen und drei Tage für die Wasserqualität", sagt Werthschulte.

Für alle 20 Badmitarbeiter bedeutet die Grundreinigung, die dieses Jahr wegen der Umbauten drei statt zwei Wochen dauert, lange Arbeitstage und kein freies Wochenende. Denn das Großreinemachen im Bad ist eine aufwendige Prozedur.

(tref)