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Handyfasten am Luise-von-Duesberg-Gymnasium

Kempen : Handyfasten sorgt für Entschleunigung

Am Luise-von-Duesberg-Gymnasium läuft eine ungewöhnliche Aktion. Besonders die Fünf- und Sechstklässler sammeln dabei eifrig Punkte für sich und ihre Klasse.

Der einzelne Schultisch unter dem Dach der Pausenhalle des Luise-vom-Duesberg-Gymnasiums  (LvD) Gymnasium wirkt wie ein Magnet. Kaum hat es zur Pause geklingelt, strömen jede Menge Fünft- und Sechstklässler an den Tisch,  auf dem zwei große Plakate liegen, eine Kunststoffschüssel mit Deckel steht und eine Tabelle auf Einträge wartet. Maya, Catherina, Maria, Jana, Annika und Inger vom Team der Medienscouts, die hinter dem Tisch stehen, haben alle Hände voll zu tun. Schüler geben kleine Zettel, versehen mit ihren Namen und der Klasse ab, die in die Schüssel wandern.

Sie lassen sich zudem in Listen eintragen und erhalten neue kleine Zettel. Andere wiederum vertiefen sich erst einmal in die ausliegenden Plakate. Janis und Spence studieren so auch neugierig den Aushang mit dem Aufdruck „Real-Life-Challenge“ und den 19 Angeboten, die dort zu lesen sind. Für sie ist es die erste Teilnahme. Eine kurze Diskussion zwischen den beiden Sechstklässlern, dann entscheiden sich die beiden für die Nummer 13, die da lautet „Einmal ohne“. Maria trägt die beiden in die Liste ein. „Das wird bestimmt nicht so einfach“, bemerkt Spencer. Janis verweist indes auf die Punktzahl. „Das sind neun Punkte, die man dafür bekommt. Höher geht es nicht“, sagt er. 24 Stunden lang sollen Spencer und Janis auf die Benutzung ihrer Handys verzichten.

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„Man muss ehrlich sein“, bemerkt Laura, die neben den beiden Jungs steht und schon seit Aschermittwoch zusammen mit ihrer Klassenkameradin Ida jede Menge der Challenge-Aufgaben gemacht hat. Mit der Fastenzeit, die  Ostern endet, ist beim LvD eine ungewöhnliche Aktion eingezogen. Dreimal in der Woche bieten die Medienscouts  in der großen Pause für die fünften bis siebten Schuljahre eine Aktion unter dem Titel „Handyfasten light – Real-Life-Challenge“ an. Dabei geht es darum, sich mit dem eigenen Handykonsum auseinander zu setzen.

19 Aufgaben gehören zur Challenge, die alle mit unterschiedlichen Punkten versehen sind. Leichtere Aufgaben wie „Schreibe heute maximal 20 einzelne Messenger-Nachrichten“ bringen drei Punkte ein. Schwierigeres wie auf die Handybenutzung zu verzichten, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist, sorgen für acht Punkte. „Ich habe diese Challenge auf der Didacta entdeckt und unseren Medienscouts vorgestellt. Sie waren begeistert und haben das Angebot entsprechend für unsere Schule umgesetzt“, sagt Claudia Schauerte-Lüke, die die Medienscouts betreut. Den eigenen Handykonsum im Blick haben, sich bewusst machen, was man macht und ein Stückweit entschleunigen,  ist durch die Challenge angesagt. Der zweite positive Nebeneffekt ist, dass die jüngeren Schüler auf diesem Weg die Medienscouts kennenlernen.

Bei der Challenge gibt es zudem einen Ansporn. Die Klasse, die die meisten Punkte sammelt,  sowie der Schüler mit den meisten Punkten erhalten jeweils einen Preis. Eigens zur Auswertung führen die Medienscouts dafür die Listen. „Ich finde es nicht so schwer,  die Aufgaben zu erfüllen“, bemerkt Angelina, die in der Einzelwertung vorne liegt. Zusammen mit Leana bildet sie ein Team. Beide geben gerade ihre Zettel mit den erfüllten Aufgaben ab,  und jede sucht sich für die jeweils andere eine neue Aufgabe aus. „Ich habe gar kein Handy und vermisse es auch nicht. Ich mache so viel Sport und hätte gar keine Zeit, stundenlang am Handy zu hängen“, sagt Theresa, die mit einem Lächeln verfolgt, wie ihre Klassenkameraden Aufgaben auswählen. „Es ist schön, wenn wir von den Teilnehmern Feedbacks bekommen, die da lauten, dass sie draußen mit Freunden gespielt haben, anstatt sich mit dem Handy zu beschäftigen“, erzählt Annika, die sich über die große Nachfrage freut.Schauerte-Lüke kann feststellen, dass die Fünft- und Sechstklässler das Angebot mit Begeisterung aufnehmen. „Bei den siebten Klassen sind es eher wenige. Für diese Altersstruktur müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen“, sagt sie.