Stadt Kempen: Handwerkerschaft warnt vor einem Dieselfahrverbot für Städte

Stadt Kempen: Handwerkerschaft warnt vor einem Dieselfahrverbot für Städte

Die Kreishandwerkerschaft sieht Existenzen bedroht, falls tatsächlich Diesel-Fahrverbote kommen.

/ grefrath (RP) "Das Warten und die Unsicherheit auch bei den Handwerksbetrieben gehen noch einige Tage weiter", sagt Paul Neukirchen, nachdem das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung zu möglichen Diesel-Fahrverboten auf nächsten Dienstag vertagt hat. Sollten Fahrverbote tatsächlich kommen, befürchtet der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein massive negative Folgen für die mehr als 12.000 Handwerksunternehmen in der Region. "Dann wäre Existenzen bedroht", erklärt er.

Viele Handwerksunternehmen hätten heutzutage Kunden in einem Radius von rund 50 Kilometern um den Firmensitz, erläutert Neukirchen: "Sie sind nicht nur in Krefeld, Neuss oder im Kreis Viersen unterwegs, sondern auch in Düsseldorf und Köln." Gesundheitsschutz sei sehr wichtig, betont er. Aber wahr sei auch: "Wenn man will, dass die Menschen auch in Zukunft eine Handwerkerleistung nutzen können, dass Häuser gebaut und Sachen repariert werden, dann muss es möglich sein, dass Handwerker in die Städte kommen. Wir müssen die Kunden mit Dienstleistungen und Waren beliefern können."

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Das passiere bislang vor allem mit Dieseltransportern, weil es dazu bis vor kurzem kaum eine Alternative gab. Noch immer sei das Angebot von elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen sehr überschaubar. "Ich weiß von einigen Betrieben, dass sie sich nicht erst seit heute sehr für E-Fahrzeuge interessieren", berichtet Neukirchen. Die Veränderungen würden kommen, brauchten aber noch Zeit. Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein sieht vor allem die Autoindustrie in der Verantwortung. Um die Schadstoffbelastung deutlich zu verringern, müsse es Hardware-Nachrüstungen geben.

(RP)