Handwerkermarkt füllt die Innenstadt

Kempener Altstadt : Ein Loblied auf das Handwerk

Bei traumhaftem Wetter war die Altstadt am Wochenende gut gefüllt. Das Angebot kam bei den Besuchern bestens an. Auch der heimische Handel kam auf seine Kosten.

Im Jubiläumsjahr ist der Kempener Werbering bei seinen Festen bislang stets mit dem richtigen Wetter zum Feiern gesegnet worden. So war es auch am Wochenende beim Handwerkermarkt sonnig und trocken. Schon am Samstag war um die Mittagszeit die Stadt voll mit Besuchern. Und es kamen immer mehr.

Werbering und die Firma X-Dream hatten ein buntes Angebot zusammen gestellt. Es war eine Mischung aus altem Handwerk und modernem Kunsthandwerk, die beim Publikum gut ankam. Vor allem die Handwerkergilde „Den Oude Tied” aus Holland, die nicht zum ersten Mal in Kempen mit dabei war, zog die Besucher auf dem Buttermarkt an. In traditionelle holländische Trachten und Arbeitskleidung gekleidet, wurde  hier altes Handwerk gezeigt. Beim Binsenflechter konnte man zusehen, wie mit viel Sorgfalt die Sitzflächen für Stühle hergestellt werden. Gleich daneben lagen glänzende Hörner aus Holz am Stand. Diese dienten früher als Nebelhörner für die Schifffahrt, erläuterten die Handwerker.

Unterschiedliche Gewerke wie zum Beispiel Korbflechten und Kerzenziehen zeigte die Handwerkergruppe „Den Olden Tied“. Foto: Norbert Prümen (nop)

Ein Seiler ließ die Besucher selbst tätig werden. Man musste ein großes Rad drehen, damit sich einzelne Leinen zu einem festen Tau  verbinden. Auch dies ist ein klassisches Handwerk aus der Schifffahrt. Etwas filigraner ging es bei der Spitzenklöpplerin zu. Sie zeigte, wie zarte Deckchen entstehen, aber auch schöne Kragen für Kleider. Für den kleinen Geldbeutel gab es gerahmte Spitzenornamente. Viel Sorgfalt erforderte auch das Spinnen von Wolle. Die daraus entstandenen Kleidungsstücke konnte man auch sehen. Die Kerzenzieherin brauchte viel Geduld bei ihrer Arbeit. Kinder konnten hier ihre eigenen Kerzen ziehen.

Am Stand von Familie Schulte-Bockholt wurde aus frischen Äpfeln leckerer Apfelsaft gepresst. Foto: Norbert Prümen (nop)

Umlagert war auch der Scherenschleifer. Manch ein Besucher überlegte, am nächsten Tag noch einmal zu kommen und stumpf gewordene Scheren und Messer mitzubringen. Viele interessierten sich auch für den Schraubenfigurenmacher. Vielerlei Schmückendes für den Garten war hier zu sehen. Altes Besteck wurde an einem anderen Stand in Schmuck verwandelt.

Auch künstlerische Objekte standen zur Auswahl. Foto: deckers

Bei den Kunsthandwerkern zogen  besonders die vielen Schmuckhändler an. Man konnte an einem Stand sogar selbst Ketten anfertigen. Kleine Künstler waren bei der Glaswerkstatt gefragt. Sie durften mit viel Farbe eigene kleine Kunststücke anfertigen. Ebenfalls gab es wie in jedem Jahr viel Floristik. Da mischte sich Herbstliches mit Dingen, die bereits auf das Weihnachtsfest in zwei Monaten hinwiesen. Das lockte bei manchem Besucher angesichts der Temperaturen ein Schmunzeln hervor. Ebenso wie der Krippenhersteller. Wer denkt schon bei 28 Grad an Krippenfiguren?

Gut kam nach dem Bummel auch das kulinarische Angebot auf dem Buttermarkt an. Allerlei Herzhaftes vom Grill oder auch Steinofenbrot fanden guten Absatz, ebenso auch süße Leckereien. Manch einer gönnte sich dazu ein kühles Glas Wein, ein Bier oder etwas anderes Frisches. Viele Bierbänke und eine Lounge mit Sesseln luden zum Ausruhen ein. Das fand auch die Familie Janssen gut. Denn sie waren schon mit dem Fahrrad aus Wachtendonk angereist, um dann den Markt zu entdecken.

Kurz nach Erntedank  fehlten auch Produkte der heimischen Landwirtschaft nicht. Äpfel, Kürbisse und auch Honig gab es im Angebot. Die Landjugend hatte wieder ihre Apfelsaftpresse aufgebaut, gerade an diesem Wochenende eine willkommene Erfrischung.

Weihnachten wirft seine Schatten voraus. Foto: deckers

Auch die Kempener Einzelhändler konnten sich über guten Besuch freuen. Sie öffneten am Sonntag ihre Läden. So sah man viele Besucher auch mit Tüten des heimischen Handels bepackt. Robert Skrypzcik, der mit seiner Frau aus der Nähe von Duisburg gekommen sah, wartete geduldig vor einer Boutique. „Ich bin der Packesel”, grinste er. Um dann in den Laden zu gehen, um weil seine Frau fachmännischen Rat erbat. „Na, hoffentlich sind wir pünktlich zum Anpfiff des Länderspiels wieder zu Hause”, schmunzelte er.