Stadt Kempen: Handball-Profiliga für die VTK nicht bezahlbar

Stadt Kempen: Handball-Profiliga für die VTK nicht bezahlbar

im Jubiläumsalter von 150 Jahren blickt die Vereinigte Turnerschaft (VT) Kempen nachwuchsorientiert in die Zukunft. Das ging aus der Mitgliederversammlung im Kolpingsaal hervor. Die erste Damenmannschaft der Handball-Frauenabteilung spielt ab der nächsten Saison in der Oberliga.

Nachdem der Westdeutsche Handballverband entschieden hatte, dass die Regionalliga aufgelöst wird, ist dieser Schritt für die Vereinigte Turnerschaft notwendig geworden. Der größte Kempener Sportverein mit 2616 Mitgliedern kann die Kosten, die durch diese Änderung auf ihn zukommen, nicht mehr stemmen. "Das wäre weder finanzierbar noch vertretbar", machte Vorsitzender Detlev Schürmann deutlich. Er wurde wie auch alle anderen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt.

Bislang gibt es im Handball zwei Bundesligen und die Regionalliga. Die Regionalliga wird nun aufgelöst und ist ab sofort dritte Bundesliga, also im Profibereich ansässig. Momentan spielen die VT-Frauen also ihre letzte Saison in der Regionalliga. Danach, ab September 2010, wird im Amateurbereich weitergemacht. Ziel ist die bisherige Oberliga, die dann höchster Amateurbereich sein wird.

"Nach Prüfung der Kassenlage haben wir mit der Handballabteilung einstimmig beschlossen, dass der Profibereich für die VT nicht finanzierbar ist", sagte Schürmann. Zum einen ist in der zukünftigen dritten Bundesliga, also im Profibereich, das Spielen mit Harz an den Händen erlaubt, wodurch der Ball sicherer in der Hand liegt. Das widerspricht jedoch der Stadtsatzung wegen der Hallenverschmutzung mit dem klebrigen Zeug. Normalerweise kostet die VT die Hallenreinigung nichts. Würde mit Harz gespielt, so kostete die einzelne Reinigung 590 Euro. Da dreimal pro Woche trainiert wird, beliefen sich die Kosten pro Saison auf 80000 Euro.

"Momentan wird schon ein Drittel des Handballbudgets für die erste Damenmannschaft ausgegeben. Die 26 anderen Teams müssen mit den restlichen 66 Prozent zufrieden geben. "Alles weitere steht in keinem Verhältnis", machte Schürmann deutlich. Darin nicht enthalten sind weitere Kosten für bundesweite Fahrten plus Übernachtung, das wären bis zu 400 Euro pro Spielerin im Monat. Für die VTK steht unterm Strich fest: Bezahlten Handball wird es nicht geben.

Durchaus selbstkritisch war die Einschätzung, die erste Mannschaft sei "überaltert", man habe versäumt, den Nachwuchs rechtzeitig zu integrieren. Ziel sei es nun, in der Oberliga gut zu spielen und den Nachwuchs mehr zu fördern.

(RP)