Gemeinde Grefrath: Halloween: Spuk in der Villa Girmes

Gemeinde Grefrath : Halloween: Spuk in der Villa Girmes

Am morgigen Freitag können sich die Besucher in der Villa Girmes gruseln. Derzeit verwandeln Stephanie Cornély und Nicole Botschen das historische Gebäude in ein Spukhaus vom allerfeinsten.

"Ich denke, das Piratenszenario bauen wir unten auf", sagt Stephanie Cornély und blickt fragend zu Nicole Botschen hinüber, die neben ihr steht und gerade eines der elektronisch animierten Gespenster mit Totenschädel ausprobiert. Augen leuchten rot auf, Arme in weißem Flattergewand bewegen sich zappelnd und zu dem Ganzen gibt es einen entsprechenden gruseligen Sound. Beide Frauen lachen herzlich, dann wandern die Augen hinüber zu den Piraten, oder vielmehr dem, was davon übrig geblieben ist.

Auf der dicken Schatztruhe sitzt ein Skelett mit langen Haaren. Einige Stofffetzen hängen an den Knochen herunter. Der Kollege daneben, der sich krampfhaft an einer Leiter festklammert, sieht nicht besser aus und auch die anderen Gesellen, die zu einer Szene aus Piraten der Karibik passen, treten schaurig anzusehen auf. Die beiden Frauen fangen an zu transportieren. Die gesamte Gruppe muss nämlich eine Etage tiefer ins Foyer. "Den Butler können wir gleich mitnehmen, der kommt an die Tür zum Empfang", meint Botschen und deutet auf die teilweise skelettierte elektronische Figur, die auf Bewegung und Geräusche reagiert und sich dann entsprechend bewegt als auch spricht.

In der ersten Etage des gewaltigen Foyers in der Villa Girmes sieht es aus wie in einem Gruselkabinett. Skelette, Gespenster, Grabplatten, Totenköpfe, eine Schreibstube im viktorianischen Stil, an der gerade Dracula gesessen haben könnte, eine Hexenbar mit Flaschen, deren Inhalte sehr mysteriös wirken - Cornély und Botschen haben das zusammengetragen, was sonst das ganze Jahr über den Keller und Dachboden ziert.

Die beiden Frauen, die beide mit ihren Familien in der Villa Girmes beziehungsweise dem ehemaligen Schwimmbad des Anwesens leben, verwandeln das mächtige Foyer im Erdgeschoss und der ersten Etage sowie den Spiegelsaal der historischen Villa in ein einziges großes Spukhaus. "Dazu kommt der Garten. Wir begrüßen unsere Besucher unter anderem mit einer vier Meter hohen Vogelscheuche, die ein Nachbau derjenigen aus Sleepy Hollow ist", verrät Cornély. Die Idee, am Halloween-Abend mit einem Spukhaus aufzuwarten und dies Besuchern vorzustellen, entstand bereits im vergangenen Jahr. "Ich habe damals den Vorgarten zu Halloween aufwendig geschmückt und die Gartentür aufgemacht. Es kamen jede Menge Kinder und etliche Erwachsene, denen die Deko so gut gefiel. Es war richtig nett", erinnert sich Cornély, die ein regelrechter Halloween-Fan ist.

Sie steckte Botschen mit ihrer Begeisterung an und die beiden beschlossen in diesem Jahr nicht nur den Vorgarten zu dekorieren, sondern auch einen Teil des Hauses, das sich aufgrund seiner Atmosphäre dafür hervorragend eignet. Allein die quietschende gigantische Holztür mit dem Löwenkopfklopfer steht am Halloween-Abend für Spuk pur. "Jeder, der sich gerne begeistern lassen möchte, kann vorbeischauen. Es gibt keinen Eintritt. Wir verkaufen Pizza, Kürbissuppe und Getränke und freuen uns auf einen schönen Nachmittag und Abend mit kleinen und großen Halloween-Freunden", sagt Botschen. Ganz wichtig ist den beiden, dass es sich um ein klassisches Spukhaus handelt und kein Schlachthaus, in dem es vor künstlichen Blut nur so tropft. Die beiden mögen es subtiler. Das zeigen allein schon die Goretraits, die sie gerade aufstellen. Auf den ersten Blick sind seriöse Damen und Herren von Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Bilder zu sehen. Aufgrund eines veränderten Blickwinkels mutieren sie allerdings plötzlich zu Horrorgestalten mit dämonischen Zügen.

Zu jeder vollen Stunde können sich die Besucher besonders gruseln, da Michael Cornély und Björn Oswald im Foyer der ersten Etage an der Hexenbar Spannendes vorlesen. Unter anderem ist "Die Maske des roten Todes" von Edgar Elle Poe zu hören. Cornély und Botchen verwandelt sich am Halloween-Abend übrigens zu Hexen und freuen sich über jeden Gast, der ebenfalls kostümiert kommt.

(tref)
Mehr von RP ONLINE