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Kreis Viersen: Häuser verlieren an Wert

Kreis Viersen : Häuser verlieren an Wert

Im vergangenen Jahr wurden kreisweit deutlich weniger Grundstücke verkauft als 2005. Aber damals gab es zum letzten Mal die Eigenheimzulage. Der Gutachterausschuss des Kreises gab gestern Zahlen bekannt.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken im Kreis Viersen ist im vergangenen Jahr kräftig gesunken. Dagegen blieben die Preise für Wohnbauland mehr oder weniger stabil. Ob dieser Trend anhält, bleibt abzuwarten. Denn im Vorjahr trieb die auslaufende Eigenheimzulage die Käufe von Grundstücken und Häusern kräftig in die Höhe. "Wir haben jetzt wieder in etwa das Niveau von 2004 erreicht", erklärte gestern Herbert Calefice, Vorsitzender des Gutachterausschusses beim Kreis Viersen.

Die Fachleute werteten 2624 Kaufverträge des vergangenen Jahres aus, das waren fast 20 Prozent weniger als im Jahr 2005. Die Preise für Wohnbauland stiegen kreisweit im vergangenen Jahr nur geringfügig. Östlich der Niers stagnierten sie, im Westkreis wurden sie um durchweg etwa fünf Prozent teurer. Die höchsten Preise sind in Tönisvorst und Kempen mit 250 bis 280 Euro für beste Lagen zu zahlen. Grundstücke gibt es aber auch schon für 150 bis 180 Euro. Besonders günstig sind die Preise noch in Niederkrüchten (120 bis 150 Euro). Den mit Abstand höchsten Umsatz an Flächen und Geld verbuchte die Kreisstadt Viersen (Preisspanne 140 bis 220 Euro).

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Der Einmaleffekt Eigenheimzulage wirkt sich auch beim Geschäft mit Häusern aus. "Das Geschäft im Kreis prägt eindeutig das Ein- und Zweifamilienhaus", hat Frank Rothkegel, Geschäftsführer für den Gutachterausschuss, einmal mehr festgestellt. Verkauft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1042 Objekte für insgesamt 197 Millionen Euro. Auffällig ist, dass in Grefrath sowohl der Flächen- als auch der Hausverkauf deutlich hinter allen anderen Kommunen im Kreis zurückgefallen ist. Die mit Abstand meisten Käufe gab es in Viersen (229 Verträge für 35 Mill. Euro) und in Willich (222, 50 Mill. Euro).

Die frühere Faustregel, nach der das eigene Haus von selbst einen kräftigen Wertzuwachs bringt, gilt schon lange nicht mehr. Seit etwa 1998 beobachten die Gutachter einen anhaltenden Preisverfall, der vor allem zu Lasten von älteren Gebäuden verläuft. Bei vielen Verkäufern ist das aber immer noch nicht angekommen. "Manche Eigentümer haben Preise und Entwicklungen im Kopf, die dem Markt absolut nicht entsprechen. Wir hören immer häufiger von Maklern die Klage, sie bekämen bestimmte Häuser nicht mehr verkauft", so Rothkegel.

Zuspitzen wird sich die Entwicklung, wenn beim Verkauf von Gebäuden der Energieverbrauch nachgewiesen werden muss. Selbst modernisierte ältere Gebäude (das beginnt ab 1974 abwärts) sind fast nur noch mit erheblichen Abschlägen zu verkaufen.

(RP)