Stadt Kempen: GWG rüstet Mietwohnungen um und baut an Haus Reepen neu

Stadt Kempen : GWG rüstet Mietwohnungen um und baut an Haus Reepen neu

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für den Kreis Viersen modernisiert ihre Häuser im Hagelkreuz und baut in St. Hubert neu.

Barrierefrei oder barrierearm wohnen, das ist ein gewaltiger Unterschied. Am besten abzulesen ist dies an zwei Projekten, die die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) jetzt im Ausschuss für Soziales und Senioren vorstellte.

Der Kempener Architekt Udo Thelen erläuterte zunächst die Planungen für den Neubau seniorengerechter Wohnungen in St. Hubert. An der Ecke Hauptstraße/Hermesweg, auf dem Gelände des abgerissenen Hauses Reepen, sollen diese entstehen. Im Erdgeschoss und Obergeschoss wird es jeweils vier Wohnungen geben, zwischen 47 und 60 Quadratmeter groß. Alle Wohnungen haben Wohn- und Schlafzimmer sowie Küche und Bad. Das Haus wird auch über einen Aufzug verfügen. Durch die Anbindung an das benachbarte Dr.-Karl-Rudolph-Haus werden nicht nur die acht neuen Wohnungen, sondern auch die acht Wohnungen dort den Aufzug nutzen können. Eine schwierige Aufgabe für den Architekten, so Thelen, sei die Planung gewesen, denn das bestehende Gebäude liegt einen Meter über Straßenniveau. Nicht geeignet wird der Aufzug für große Elektrorollstühle sein. Denn schon so ist das Vorhaben nicht einfach und vor allem auch ein besonderer Kostenfaktor. Eine zusätzliche Erleichterung für die Bewohner ist der elektrische Zugriff auf alle Türen des öffentlichen Bereichs. Durch Tastendruck lassen sie sich leicht öffnen. Ein Ausbau des Dachgeschosses mache keinen Sinn, erläuterte Thelen auf Nachfrage von Lutz Strothmann (SPD). Auch wenn diese nicht barrierefrei wären, ist die Fläche zu klein. Denn aus gestalterischen Gründen bekommt das Haus ein Satteldach, das sich an die Umgebung anpasst. Karola Vogel (CDU) interessierte der Mietpreis. Dieser wird bei 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen.

Sozialdezernent Michael Klee fand das Projekt allein schon durch die Nähe von Dr.-Karl-Rudolph-Haus und dem künftigen Pflegewohnhaus am Beyertzhof als "Potenzial für eine Quartiersentwicklung". Am Beyertzhof werden nach dem positiven Gerichtsurteil bald wieder die Bauarbeiten aufgenommen, teilte Klee mit.

GWG-Prokurist Ademola Segun stellte das zweite Projekt vor. Im Hagelkreuz wird derzeit am Mehrfamilienhaus Hammarskjöldstraße 7 der Anbau eines Aufzugs in einem außenliegenden Schacht geplant. Innerhalb des Hauses lässt sich ein Aufzug nicht installieren, da hier neben dem Treppenhaus kein Platz ist. Also wird der Schacht über einen Gang mit dem Haus verbunden. Ein Schönheitsfehler ist hier aber, dass - wie eine Bauzeichnung zeigt - innerhalb des Treppenhauses noch einmal einige Stufen bis zum eigentlichen Wohnungsflur überwunden werden müssen. Der Keller ist zu niedrig, um per Aufzug erreicht zu werden, sagte Segun auf Frage von Christian Gehlen (Freie Wähler). Hier kann der Zugang weiterhin nur über Treppenstufen erfolgen.

Außerdem soll es in dem Mehrfamilienhaus eine Sanierung der Bäder geben. Die Badezimmer im Erdgeschoss erhalten ebenerdige Duschen, in den Geschossen darüber sollen sie einen kleinen zwei bis drei Zentimeter hohen Rand haben. Aufgrund anderer Gegebenheiten als im Erdgeschoss gibt es hier keine andere Möglichkeit, die Bäder barrierefrei umzurüsten, so Segun.

(RP)
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