Kempener Altstadtfest: Gute Laune im Sonnenschein

Kempener Altstadtfest : Gute Laune im Sonnenschein

Das gute Wetter sorgte für einen starken Besucheransturm. Kulinarisch wurde viel Verschiedenes aufgeboten.

Das gute Wetter sorgte für einen starken Besucheransturm. Kulinarisch wurde viel Verschiedenes aufgeboten. Wenn das so weiter geht, kann der Kempener Werbering weiteren Festen nur zuversichtlich entgegensehen.

Schon am Samstag war das Fest gut besucht. Viele genossen das Bühnenprogramm auf dem Buttermarkt. Bei der Gruppe "La Cubana" zum Beispiel am Samstagnachmittag gab es dann auch die lustige Begegnung von Highlandern im Schottenrock, die im Rahmen der Wettkämpfe an der Burg einen Ausflug in die Altstadt machten, mit Niederrheinern und Niederländern.

Die Gruppe am Bierstand verstand sich jedenfalls prächtig. Auch wenn die Kommunikation manchmal bei fehlenden Sprachkenntnissen mit Gesten stattfand. Dazu gab es südamerikanische Musik, die so richtig zum Wetter passte.

Derweil genoss die Familie Tolkan aus Duisburg in der Sonne eine Runde Eis. Der Ausflug nach Kempen war ein Geburtstagsgeschenk für Sohn Emir. "Ich bin jetzt sechs und komme in die Schule" verkündete er stolz. Er habe unbedingt die Highlander sehen wollen, erzählte seine Mutter. Sie hatten vom Altstadtfest im Radio gehört und seitdem habe Emir immer gesagt, er wollte die Männer in den Röcken sehen. Ob denn das auch ein Sport für ihn sei? Ja, aber nicht im Rock, so der kleine Mann.

Allerdings gab es auch Stimmen, dass es zu wenig Sitzmöglichkeiten gebe. Da müssen die Veranstalter Werbering und Xdreams offensichtlich künftig mehr Rücksicht auf ihre Besucher nehmen. Der Wunsch nach Bänken und Tischen zum gemütlichen Speisen kam übrigens nicht nur vom älteren Publikum, sondern vor allem von Familien. Kulinarisch ließ das Fest aber keine Wünsche offen. Nicht nur auf dem Buttermarkt, sondern auch in den Straßen gab es reichlich Köstlichkeiten.

Beim türkischen Feinkosthändler durfte man probieren. Aber nur einmal, "Alles andere musst Du bezahlen", so die pfiffige Antwort des Händlers bei der Frage um Nachschlag. Ganz etwas Neues und daher auch gut besucht war der Stand mit indischen Spezialitäten. Wer es nicht so exotisch mochte, hielt sich dann lieber an Reibekuchen und Würstchen. Auf dem Buttermarkt waren Kartoffeltwister der Renner. Dabei handelt es sich um einen Stab mit aufgereihten frittierten Kartoffelscheiben, die man sich mit unterschiedlichen Gewürzen bestellen konnte.

Das Standangebot in den Straßen kam bei den Besuchern recht unterschiedlich an. So war auch nicht jeder Händler zufrieden. Schals, Taschen, Schmuck gab es reichlich. Aber zwischendurch entdeckte man auch Ungewöhnliches. Ein Stand zum Beispiel bot feine Seifen aus Schafsmilch an. Noch etwas zum Schnuppern gab es am Kräuterstand. Gerade in der Sonne entfalteten die Gewürze ihre ganze Pracht.

Und man wurde gleich auch noch mit dem nötigen Fachwissen zum Gebrauch in der Küche versorgt. Ein anderer Händler hatte Tees und besondere Ölspezialitäten aus dem Orient mitgebracht. Alles biologisch in Kooperativen von Frauen hergestellt, die so aus der Armut heraus kommen. Da konnte man eintauchen in Düfte wie aus Tausendundeiner Nacht. Datteltee mit Kardamon oder ein anregender Gewürztee mit Anis und Kreuzkümmel standen zum Probieren bereit.

Auch die Kempener Einzelhändler hatten sich wieder viel einfallen lassen. So ließ zum Beispiel die Kuhstraße ihr Namenstier im wahrsten Sinne des Wortes los. Denn jede Straßenlaterne war mit einer fliegenden Kuh in Form eines Ballons geschmückt, die fröhlich im Wind tanzten. Und Ballonkünstlerin Susanne Beller fertigte stilecht im Kuhkostüm ihre kleinen Kunstwerke für die Kinder. Auf der Ellenstraße beteiligten sich viele Künstler mit eigenen Ständen am Fest.

(sr)