Gutachter für Grefrath als Ausrichter der Landesgartenschau 2026

Ort der ersten Schau 1970 : Landesgartenschau: Gutachter für Grefrath

Tourismusberater und Landschaftsarchitekt plädieren für den Ausrichter der Schau von 1970.

Die Gemeinde Grefrath hat die größten Chancen, die Landesgartenschau 2026 in den Kreis Viersen zu holen – davon ist Tourismusberater Christian Rast überzeugt. Im Auftrag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises hat er mit Landschaftsarchitekt Clas Scheele aus Köln untersucht, welche Kommune sich als Austragungsort am besten eignen würde. Das Ergebnis präsentierte er am Donnerstagnachmittag den Bürgermeistern. „Ich sehe das grundsätzlich als eine Sache an, die für den ganzen Kreis einen positiven Effekt hat“, sagte Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz (parteilos).

In Grefrath hat schon einmal eine Landesgartenschau stattgefunden: 1970, also vor 49 Jahren, richtete die Gemeinde die erste in Deutschland aus. Damals wurde der ungefähr 73.000 Quadratmeter große Schwingbodenpark angelegt. Er befindet sich zwischen Stadionstraße und Bruckhauser Straße. Dort findet man großzügige Wiesenflächen, einen Staudengarten, Blumenrabatten und einen im Jahr 2004 neu angelegten Rosengarten, außerdem einen Teich mit begehbarer Mittelinsel, Brunnenanlagen und Tretbecken. Sehenswert sind der unter Denkmalschutz stehende Aussichtsturm und der lustige „Wetterstein“.

2018 verständigten sich die Bürgermeister der Kommunen im Kreis Viersen mit Landrat Andreas Coenen (CDU) darauf, die Schau erneut an den Niederrhein holen zu wollen. Nur die Stadt Willich signalisierte, nicht mitziehen zu wollen.

In einem ersten Schritt besuchten Rast und Scheele vor einigen Wochen die übrigen acht Kommunen, tauschten sich mit den Bürgermeistern aus, hielten nach geeigneten Flächen Ausschau und informierten sich über die Infrastruktur. Zuletzt nahmen sie sechs Varianten für eine Bewerbung in die engere Wahl, darunter die, die Rast nun vorschlug. Mit Eissportzentrum und Freilichtmuseum sei Grefrath ein Erholungs- und Freizeitstandort, der eine überregionale Bedeutung habe. Ziel sei, die Bekanntheit des Standortes zu nutzen.

Die anderen Kommunen könnten eingebunden werden. So könnte etwa auf Ausstellungsflächen der Landesgartenschau im Bereich des Schwingbodenparks für ähnliche Projekte in der Region geworben werden. Das soll dazu führen, dass Besucher zum Beispiel nach der Landesgartenschau oder an einem anderen Tag noch einen Abstecher in Naherholungsgebiete in Nettetal oder Brüggen machen.

Im nächsten Schritt werden Rast und Scheele für die Wirtschaftsförderung eine Machbarkeitsstudie erstellen – es sei denn, Grefrath möchte bis November 2021 gar keine Bewerbung abgeben. „Wir haben da nicht mit gerechnet, dass wir für den Kreis die Ankergemeinde werden“, sagte Grefraths Bürgermeister. „Ich werde dieses Vorkonzept jetzt erstmal ohne Kommentierung dem Rat zur Verfügung stellen“, ergänzte Lommetz.

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