Stadt Kempen: Grundschulen: Der Süden bevorzugt

Stadt Kempen : Grundschulen: Der Süden bevorzugt

Seit vor einigen Jahren die Schulbezirke abgeschafft wurden, hält in Kempen eine Entwicklung an, bei der Eltern bei ihrer Schulwahl die beiden Grundschulen im Süden der Thomasstadt besonders bevorzugen.

Die Wanderbewegung in den Süden hält an. Das liegt nicht etwa daran, dass dort das Wetter übers Jahr gesehen besser wäre, dass liegt auch nicht daran, dass die Ausstattung der Schulgebäude besser wäre. Und dennoch entscheiden sich seit dem Wegfall der Schulbezirke im Grundschulbereich zum Schuljahr 2008/2009 immer wieder vermehrt Kempener Eltern, ihre Kinder auf eine der beiden Grundschulen im südlichen Stadtbezirk zu schicken. Dies wird auch im kommenden Schuljahr 2015/2016, das am 12. August beginnt, so sein. Eine entsprechende Mitteilung macht das Schulverwaltungsamt der Stadt jetzt dem zuständigen Fachausschuss des Stadtrates. Der Schulausschuss tagt am Dienstag, 2. Juni, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses am Buttermarkt.

Das Schulamt geht nach den vorliegenden Anmeldungen für den Grundschulbereich von insgesamt 271 Schulneulingen aus. Dazu zählen auch die im vergangenen Jahr für das neue Schuljahr noch zurückgestellten Kinder. Die Schulneulinge verteilen sich wie folgt: 78 Kinder wohnen im ehemaligen Schulbezirk Kempen-Nord, dazu zählt vor allem das Hagelkreuz, 93 Kinder wohnen im Kempener Süden, 67 angehenden Erstklässler in St. Hubert und 33 Kinder in Tönisberg.

Für das übernächste Schuljahr 2016/2017 muss der Schulausschuss bereits jetzt den allgemeinen Rahmen für die Aufnahme in die städtischen Grundschulen beschließen. Dazu hat die Schulverwaltung eine Klassenrichtzahl von 16 Kindern festgelegt. Das bedeutet, dass für das Grundschulzentrum Kempen-Süd - dazu zählen die Regenbogenschule und die Katholische Grundschule Wiesenstraße - insgesamt acht Eingangsklassen gebildet werden. Allein für die Regenbogenschule - dort sind altersgemischte Klassen der Jahrgangsstufen 1 und 2 vorgesehen - soll es sechs Eingangsklassen geben. Die katholische Astrid-Lindgren-Schule im Hagelkreuz wird rechnerisch drei Eingangsklassen erhalten, ebenso viele die Gemeinschaftsgrundschule St. Hubert. Die Gemeinschaftsgrundschule Tönisberg startet im Schuljahr 2016/2017 mit zwei Eingangsklassen.

Wie in den vergangenen Jahren orientiert sich diese Festlegung an einer Auswertung von Daten des Einwohnermeldeamtes. Bei den möglichen Anmeldezahlen geht die Schulverwaltung davon aus, dass die meisten Kinder in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld eingeschult werden. Allerdings liegt in dieser Annahme immer ein gewisser Unwägbarkeitsfaktor, weil - wie oben beschrieben - in den vergangenen Jahren viele Eltern ihre Kinder an einer der beiden Grundschulen im Kempener Süden angemeldet hatten, obwohl sie beispielsweise im Nordbezirk wohnen. Der Zustrom zu den beiden Grundschulen im Süden wird in den kommenden Jahren ungebrochen zunehmen, weil hier auch mit dem größten Zuzug von jungen Familien durch das Neubaugebiet "An der Kreuzkapelle" zu rechnen ist.

Nachdem es in der Vergangenheit immer mal wieder zu Protesten von Eltern kam, deren Kinder von der gewünschten Grundschule nicht aufgenommen wurden, ist folgender Hinweis wichtig: Jedes Kind hat einen Anspruch in die seiner Wohnung nächstgelegene Grundschule aufgenommen zu werden. Für Kinder mit einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf gilt, dass sie Aufnahme an den eingerichteten Orten des Gemeinsamen Lernens finden. Erst wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind, kann eine Schule, wenn sie freie Plätze hat, auch andere Kinder aufnehmen.

Die Schulleitungen berücksichtigen bei ihrer Auswahl in der Regel Härtefälle. Auch die folgenden Kriterien können bei der Entscheidung eine Rolle spielen: Geschwisterkind, Schulweg, Besuch eines Kindergartens in der Nähe der Schule, ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen sowie von Kindern unterschiedlicher Muttersprache. An den beiden katholischen Grundschulen haben Kinder Vorrang, die katholisch sind.

(RP)
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