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Grüne in Grefrath fordern kostenlose Schutzmasken für Bedürftige

Maßnahme gegen Corona-Infektionen in Grefrath : Bedürftige sollen kostenlos FFP2-Masken erhalten

Grünen-Ratsherr Andreas Sonntag hat einen Antrag an Grefraths Bürgermeister Stefan Schumeckers gestellt: Die Gemeinde solle Bedürftigen kostenfrei FFP2-Schutzmasken zur Verfügung stellen. Es sei dringend.

Die Gemeinde Grefrath soll für alle Menschen in Grefrath, die nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) bedürftig sind oder sich in einer bekannt prekären Situation befinden, FFP2-Schutzmasken zur Verfügung stellen – und zwar kostenlos. Andreas Sonntag von den Grünen stellte einen persönlichen Antrag an Grefraths Bürgermeister Stefan Schumeckers. „Die dafür notwendigen Daten sollten dem Sozialamt oder dem Grundsicherungsamt vorliegen“, formulierte Sonntag in seinem Antrag.

Es sei dringend. Der Ratsherr der Grünen rät zu einer so genannten Dringlichkeits- oder Eilentscheidung. Er nimmt damit Bezug auf die Gemeindeordnung NRW, nach der es möglich ist, Entscheidungen zu treffen, auch wenn die nächste Sitzung des Rates (Eilentscheidung) oder des Hauptausschusses (Dringlichkeit) in naher Zukunft nicht organisiert werden können.

Seit Monaten werde diskutiert, ob Menschen mit Grundsicherung einen Zuschuss für die Auswirkungen der Pandemie bekommen können. „Mir wird zu viel geredet und nicht gehandelt. Gesundheit sollte und darf in unserer Gesellschaft nicht vom Geldbeutel abhängen“, sagt Sonntag. Doch genau das geschehe, wenn man auf „Berlin“ warte. Sonntag ist der Meinung, dass die Hartz-IV-Sätze an sich schon unzureichend sind. Da ist es nicht möglich, sich auch noch die geforderten FFP2-Schutzmasken zu besorgen. „Es gibt nicht nur Risikopatienten, sondern auch Menschen, die von Hartz IV leben müssen. Und die sind genauso gefährdet. Es ist keine Zeit zum Abwarten, Handeln ist angesagt“, sagt Sonntag. Er ist sich bewusst, dass mit dieser Maßnahme der Haushalt der Gemeinde mit einigen Hundert Euro belastet werde. Um Menschen in prekären Situationen zu schützen, müsse es das wert sein. „Eine Schutzmaske hat ungefähr den Wert eines Essens pro Tag“, erklärt Sonntag. Das sei für Bedürftige kaum zu stemmen.