Stadt Kempen: Große Probleme auf dem Ausbildungsmarkt

Stadt Kempen : Große Probleme auf dem Ausbildungsmarkt

Große Probleme herrschen nach wie vor auf dem Ausbildungsmarkt. Einer steigenden Zahl von Bewerbern steht im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit eine sinkende Zahl von Lehrstellen gegenüber.

"Man kann nicht zufrieden sein", sagte gestern der DGB-Vorsitzende Ralf Köpke. Im fünften Jahr hintereinander sei in Krefeld die Zahl der Lehrstellen gesunken, bedauert er: "Dabei ergehen jährlich identische Appelle an die Unternehmen, Ausbildungsplätze zu schaffen."

Im Kreis Viersen scheinen diese Appelle eher gefruchtet zu haben, hier stieg nämlich die Zahl der Lehrstellen um elf auf 1261. Die Bewerberrelation ist allerdings schlechter als die von Krefeld: Auf einen Bewerber kommen 0,56 Stellen, in Krefeld sind es 0,64. Nicht einmal ein Verhältnis 1:1 würde jedoch auch nur annähernd ausreichen, um jeden Schulabgänger mit einer Lehrstelle zu versorgen.

Laut Auskunft von Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein, seien die großen und mittleren Unternehmen nicht das große Problem. Hier werde regelmäßig ausgebildet, im Gegensatz zu kleinen Firmen: "Dort wird oft nur zyklusmäßig ausgebildet, alle drei oder vier Jahre."

Verstärkt werde die schlechte Lage durch den immer noch fast unbegrenzten Trend zu den Top-Five-Berufen. Bei den Jungen sind das: Kfz-Mechatroniker, Einzelhandelskaufmann, Verkäufer, Industriemechaniker und Anlagenmechaniker für den Sanitärbereich. Bei den Mädchen: Einzelhandelskauffrau, Verkäuferin, Medizinisch Technische Angestellte, Bürokauffrau und Industriekauffrau. Aus gutem Grund appelliert Schmitz daher erneut an alle Jugendlichen: "Man sollte flexibel sein und sich nach Alternativen umschauen. Es gibt viele interessante Berufe, die man vielleicht überhaupt nicht kennt."

Evelyn Schotten, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur, gab gestern bekannt, man werde vier Ausbildungsakquisiteure bereit stellen, die sich um benachteiligte Jugendliche kümmern: "Die haben ansonsten keine Chancen auf dem Ausbildungsmarkt."

(RP)