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Grefrather Politik will das Freibad erhalten

Haupt- und Finanzausschuss : Politik für Erhalt des Grefrather Freibads

Für die Freunde des Grefrather Freibades gibt es Grund zur Freude. Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt dem Gemeinderat einstimmig, das Bad zu erhalten. Unterschiedlich sind noch die Meinungen, was die Sanierung betrifft.

Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend dem Grefrather Gemeinderat empfohlen, das Freibad an der Dorenburg zu erhalten. Der Rat tagt am 17. Februar. Bei der Frage, welche Variante der Sanierung es werden soll, gab es unterschiedliche Meinungen. In der Sache zeigten sich die Fraktionen aber nicht weit voneinander entfernt.

CDU-Fraktionschefin Wilma Hübecker sprach sich im Namen ihrer Fraktion für Planungen aus, die zunächst nur die Wasseraufbereitung enthalten soll. Alles andere wolle man den Experten der Gemeindewerke überlassen. So wie auch schon bei der Sanierung des Hallenbades sollte man zunächst mit dem Notwendigsten anfangen – das ist zurzeit die Wasseraufbereitung – und dann weitersehen. SPD, Grüne und FDP bevorzugten aber die von der Verwaltung zusammen mit den Gemeindewerken erarbeitete Variante 2, die auch den Kiosk mit einschließt. Am deutlichsten formulierte es Werner Mülders (FDP): „Ein Bad ohne Kneipe kannste in die Tonne kloppen.“ Man müsse den Besuchern etwas anbieten können. Das bringe schließlich auch Geld in die Kasse. Bernd Bedronka (SPD) mahnte, dass man nicht nur „Lippenbekenntnisse“ abgeben dürfe. Es gehe vor allem darum, den Gemeindewerken Planungssicherheit zu geben, betonte Maren Rose-Hessler (Grüne).

Im bestehenden Kiosk-Gebäude dürfen zurzeit keine warmen Speisen zubereitet werden, wie Gemeindewerke-Geschäftsführer Erik Ix im Ausschuss noch einmal erklärte. Zwei Sommer lang habe man sich mit einem separaten Wagen für die Zubereitung von Pommes und Co. beholfen. Aber der Wagen sei zu klein. Von der personellen Kapazität könne man das Thema durchaus auch angehen, so Ix. Man könne aber auch mit der Notlösung noch eine oder zwei Saisons leben. Denn, so Ix: „Wenn wir für den Kiosk jetzt neu bauen, dann steht das Gebäude da, wo es jetzt steht. Im Zuge der Landesgartenschau könnte sich vielleicht eine andere Stelle als sinnvoller erweisen.“ Daher spräche unter Umständen einiges dafür, alles so weit vorzubereiten, die Umsetzung aber erst dann anzugehen, wenn die Pläne für eine mögliche Landesgartenschau stehen. Bekanntlich läuft zurzeit eine Machbarkeitsstudie, die sich mit einer Bewerbung des Kreises Viersen mit der Gemeinde Grefrath als Ankerpunkt für die Landesgartenschau 2026 befasst. Bürgermeister Manfred Lommetz betonte, dass eigentlich beide Beschluss-Varianten am Ende auf dasselbe hinauslaufen würden.

Ein gutes Zeichen für die Gemeindewerke ist die Zusage, dass nun die Wasseraufbereitung angegangen werden kann. Erik Ix machte den Politikern noch einmal deutlich, dass es zwingend sei, das Thema anzupacken. Und dabei gehe es nicht nur um den Austausch von einigen Rohren und Filtern. Das gesamte Gebäude für die Technik sei zu klein und werde neu gebaut werden müssen. Auch die Elektrotechnik müsse erneuert werden.

Es sei für die Gemeindewerke kein Problem, die Wasseraufbereitung im Jahr 2021 umzusetzen. Für 2020 gebe es im Wirtschaftsplan dafür keine Mittel. Im Wirtschaftsplan 2021 ließe sich das aber unterbringen. Zudem arbeite man zurzeit mit einer Fachfirma zusammen, die sich um den neuen Anbau für das Lehrschwimmbecken am Hallenbad kümmert. Da wäre es möglich, den Auftrag um die Sanierung der Wasseraufbereitung im Freibad zu erweitern. „Das ist für uns machbar“, so Ix.

Die Sanierung der Wasseraufbereitung ist notwendig, weil diese aktuell nicht mehr ausreicht. Das führte bereits dazu, dass der Kreis Viersen die Zahl der Besucher pro Tag begrenzt hat und an warmen Sommertagen Besucher nach Hause geschickt werden mussten. Zudem bestand ständig die Gefahr, dass bei einem Ausfall der Betrieb des Schwimmbades komplett hätte eingestellt werden müssen. Diese Gefahr und auch die Begrenzung würde es nach der Sanierung nicht mehr geben.