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Grefrather Jugend- und Sozialausschuss diskutierte über Bedarf und Entwicklung bei Kindergärten

Grefrath : Kindergärten: Planung ist schwierig

Der Grefrather Fachausschuss diskutierte über den voraussichtlichen Bedarf und die künftige Entwicklung bei den Räumlichkeiten. Politiker sprachen von einem „soliden Grundgerüst“.

„Wenn viele junge Familien jetzt bis zu drei Kindern haben wollen, ist das sehr erfreulich, stört aber die Planer ungemein“, sagte im Grefrather Jugend- und Sozialausschuss Rainer Müller, der beim Kreisjugendamt arbeitet und dort für die Jugendhilfeplanung zuständig ist. Er sprach im Ausschuss darüber, wie sich die Betreuung der ein- bis sechsjährigen Kinder ab dem Jahr 2019/20 darstellen könnte.

Vor allem die SPD hatte zuletzt den Experten gewünscht, nachdem die Zahlen nicht nur durch die zunehmenden Geburten, sondern auch durch Zu- und Umzüge in die Gemeinde Grefrath sprunghaft angestiegen und zu allerlei Provisorien und Fragezeichen geführt hatten. So waren beispielsweise die Geburten in Grefrath von 83 (im Jahr 2016) auf 122 Kinder (2018) angestiegen, stieg in diesem Zeitraum die Gesamtzahl aus Geburten und zugezogenen Neugeborenen von 94 auf 140. Alleine im Zeitraum August 2017 bis Juni 2018 hatte es insgesamt 57 Zuzüge von Unter-Sechsjährigen gegeben, was allein bei der Kindertagesbetreuung drei Gruppen entspricht.

Hier bei der Planung das genaue Maß zu finden, ist sehr schwierig. Vor allem in einer Flächengemeinde, in der es in den Ortsteilen die unterschiedlichsten Auslastungen gibt und außerdem neben weiteren Unwägbarkeiten (wie Kinder, die im Laufe des Kindergartenjahres in neue Wohngebiete zuziehen) und in allen Altersgruppen die tatsächliche Belegung unterschiedlich stark nach unten oder oben von der bisherigen Bedarfsquote abweicht. So habe die Quote, so Rainer Müller, in Grefrath im Jahr 2017 bei den Zweijährigen noch 70 Prozent betragen, im Jahr drauf waren es schon 75 Prozent. In diesem Jahr dürften es in Grefrath sogar 85 Prozent sein, in Oedt aber nur 70 Prozent. Bei den Über-Dreijährigen in Kitas werde die Quote von hundert Prozent im Laufe des Kindergartenjahres sogar überschritten.

Müller führte weiter aus, dass die Grundlagen der aktuellen Planung von vielerlei Daten und Prognosen abhänge, dazu gehöre neben den Ist-Daten der Meldeämter eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbar-Jugendämtern, den Trägern, aber vor allem mit der Gemeinde Grefrath, was etwaige Umzüge, ein anderes Verhalten der Ein- und Auspendler oder Prognosen in den Neubaugebieten, bei Lückenschließungen oder Nutzungsänderungen angehe, wenn beispielsweise Senioren ihre großen Häuser aufgeben und dadurch Platz für junge Familien geschaffen wird.

Zusammengefasst ging Müller davon aus, dass zum Kindergartenjahr 2019/2020 mit der Tagespflege und Großtagespflege (in Oedt ist die Einrichtung einer neuen Großtagespflegestelle mit bis zu neun Kindern vorgesehen) nahezu genügend Plätze zur Verfügung stünden. Allerdings könnten bei den U3-Kindern dann immer noch bis zu 13 Plätze fehlen, wisse man natürlich noch nicht, wie sich die künftige Nachfrage konkret darstelle.

Bei den Perspektiven der kommenden Jahre nannte Müller den Aus- und Neubau des Antoniushauses hin zu einem zunächst dreigruppigen Kindergarten, der dann „KinderReich Mülhausen“ heißen soll.   Dort könnte dann eine zusätzliche Mülhausener Gruppe entstehen.

Müller kam weiter auf den Ausbau der DRK-Kita „Am schwarzen Graben“ in Oedt hin zu einer sechsgruppigen Einrichtung zu sprechen, dies ermögliche dann eine zusätzliche Oedter Gruppe. Durch den Abbruch des Lehrschwimmbeckens würde Platz für drei neue Gruppen geschaffen. Inbetriebnahme geplant: zum 1. August 2020, realistisch sei aber wohl Frühjahr 2021. Es gibt also noch jede Menge Risiken, nicht zuletzt bei der Finanzierung durch die freien Träger.

Trotz einiger „Störfaktoren“ und Risiken; die es noch gibt und auf die auch im Sozialausschuss Manfred Wolfers junior (CDU) zu sprechen kam, sprach die CDU-Fraktionsvorsitzende Wilma Hübecker von einem soliden Grundgerüst. Positiv bewerteten Rainer Müller und die stellvertretende Ausschussvorsitzende, Dorothea Heller (SPD), die Trägervielfalt in der Gemeinde Grefrath.  Hugo Bellgardt (SPD) wünschte sich ein noch besseres Reagieren, etwa bei den neu ausgewiesenen Wohngebieten  und bezeichnete unter anderem die zunächst prognostizierten vier Kindergartenplätze für das neue Areal an der Nordstraße als zu gering. Sozialamtsleiter Volkmar Josten sprach noch von einer sehr guten Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt auf diesem Sektor.