Grefrather Flugplatz: Neue Bahn ist fertig

Grefrather Flugplatz : Niershorst: Die neue Bahn ist fertig

Das Starten und Landen auf dem Grefrather Flugplatz ist jetzt deutlich komfortabler. Die Sanierung war nach rund 50 Jahren notwendig. Alles wurde in Eigenarbeit erledigt, darauf sind die Vereine sehr stolz.

„Das ist ein Riesenschritt für unseren Verkehrslandeplatz“, sagte Günter Judenau, Vorsitzender der Flugplatzgemeinschaft Grenzland bei der Eröffnung der neuen Start- und Landebahn auf dem Flugplatz Niershort in Grefrath. Auf der Größe eines guten Hektars haben jede Menge Luftsportler aus Grefrath und Umgebung die Start- und Landebahn renoviert und für die Zukunft fitgemacht.

Nach 50 Jahren war das dringend notwendig, was vor allem am Wetter der vergangenen Jahre liegt: „Anhaltende Trockenheit ließ das Gras verdorren und das Wurzelwerk verenden“, betont Heiko Meertz, Vorsitzender des Luftsportvereins Grenzland. Starke Regenfälle führten auf der anderen Seite zu tiefem Boden, in den sich dann Spurrillen eingruben: „So waren immer wieder aufwendige und kostenintensive Sanierungsarbeiten nötig.“

Nach langen Vorbereitungen und dem Einholen aller notwendigen Genehmigungen wurden Anfang November Kunststoffgitter in die Start- und Landebahn der Motorflugzeuge eingebracht. Bei den Genehmigungen richtete Meertz einen besonderen Dank an die Bezirksregierung, die mit zwei Vertretern bei der Eröffnung beteiligt war.

Elf Tage lang haben zwischen zwölf und 15 Helfer von morgens bis zum Sonnenuntergang im Schweiße ihres Angesichts gearbeitet – und alle haben dem Vernehmen nach nachts sehr gut geschlafen. Über 1400 Arbeitsstunden kamen auf diese Weise zusammen, bei Sonnenschein und Regen. „Wir sind eben eine echte Community“, sagt Judenau. Quer durch alle Altersgruppen beteiligten sich die Mitglieder der am Platz ansässigen Vereine, dem Luftsportverein Grenzland und der Motorfluggruppe Grenzland, nach besten Kräften unterstützt von den Flugschulen und den Eigentümern der am Platz abgestellten Flieger. Sogar Piloten aus den Niederlanden reisten an und leisteten tatkräftige Hilfe.

Die 1,20 Meter großen quadratischen Gitterplatten mussten einzeln ausgelegt, aneinandergeklickt, genauestens zentriert, ausgerichtet und anschließend in den Boden eingewalzt werden. Durch die zahlreichen Öffnungen in den Platten soll künftig das Gras wachsen. Der Boden wird verfestigt, der Bewuchs geschützt und nicht mehr geschädigt. „Alle Helfer haben sich Muskelpartien in Erinnerung gebracht, von deren Existenz sie kaum noch etwas ahnten.“

Noch ein wichtiger Vorteil: Der geringere Rollwiderstand auf den neuen Platten sorgt für ein früheres Erreichen der Abhebegeschwindigkeit der Flugzeuge, diese gewinnen dann sehr schnell an Höhe. Der Spritverbrauch beim Start sinkt, die Flieger sind höher bei Verlassen des Flugplatzgeländes. „Diese positiven Aspekte spielten bei der Planung eine mit entscheidende Rolle“, sagt Meertz.

Judenau zeigte sich bei der Eröffnung höchst erfreut zu sehen, „was alles in einer Gemeinschaft geschafft und geleistet werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen und viele sich einbringen zum wohl aller“. Vizebürgermeister Roland Angenvoort überbrachte ein kleines Präsent im Namen der Gemeinde, deren Ordnungsamtsleiter Norbert Franken den Wert von Niershorst betonte: „Welche Gemeinde kann schon von sich sagen, einen Flugplatz zu haben. Er ist gemeinsam mit dem Eissportzentrum und dem Freilichtmuseum unser Aushängeschild.“

Mehr von RP ONLINE