Erstes Juni-Wochenende Bööscher Ziegenhof in Vinkrath lädt zum Hoffest ein

Grefrath · Auf dem Bööscher Ziegenhof in Grefrath-Vinkrath leben rund 450 Ziegen. Aus ihrer Milch wird nicht nur Käse gemacht, sondern auch Butter, Joghurt und Eis. Beim Hoffest am ersten Juni-Wochenende können Besucher unter anderem die Hofkäserei besichtigen.

 Die Idee für das Hoffest kam auf, „weil wir zeigen wollten, wo unsere Produkte eigentlich herkommen, wie sie hergestellt werden und wie sie schmecken“, sagt Lydia Konnen.

Die Idee für das Hoffest kam auf, „weil wir zeigen wollten, wo unsere Produkte eigentlich herkommen, wie sie hergestellt werden und wie sie schmecken“, sagt Lydia Konnen.

Foto: Norbert Prümen

Ziegen in einer eigens eingerichteten Kuschelecke streicheln, Produkte aus Ziegenmilch probieren, mit der Ponykutsche fahren, auf der Hüpfburg toben und sehen, welche regionalen Produkte es in Grefrath und Umgebung gibt – all das ist am Wochenende beim Hoffest auf dem Bööscher Ziegenhof möglich. Für Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juni, lädt die Hofkäserei Konnen von jeweils 11 bis 18 Uhr zu ihrem traditionellen Hoffest ein. Die Hoftüren werden weit geöffnet und die Besucher eingeladen, auch einmal hinter die Kulissen des landwirtschaftlichen Betriebes zu schauen.

Was 1987 mit gerade einmal 20 Ziegen begann, ist heute ein Ziegenhof mit 450 Tieren der Rassen Bunte Deutsche und Weiße Deutsche Edelziege sowie Einkreuzungen mit Anglonubiertieren. Letztgenannte zeichnen sich durch einen hohen Eiweiß- und Fettgehalt in der Milch aus. Und Eiweiß ist wichtig für die Käseherstellung. Vorteil der Ziegenmilchprodukte: Sie sind unter anderem auch für Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie geeignet.

Ziegen werden dabei genauso mit Melkmaschinen zweimal am Tag gemolken wie Kühe. „Die Ziegen fahren zweimal am Tag Karussell“, sagt Lydia Konnen mit Blick auf das sogenannte Melkkarussell. Wie das aussieht und wie das Melken an sich vonstatten geht, können Besucher an beiden Tagen ab 16.30 Uhr erleben. Dann wird nämlich gemolken, und Besucher können dabei sein.

Die Ziegen leben in Offenstallhaltung. Wenn sie möchten, können sie in den Stall gehen oder auf den Wiesen unterwegs sein. „Ziegen sind wasserscheu. Sobald es regnet, sind alle im Stall. Sie mögen keine nassen und schmutzigen Füße“, verrät die Molkereimeisterin. Daher ziehen die Tiere im Winter auch den Stall vor, wo sie, wie im Sommer, bei regnerischem Wetter gerne aneinandergekuschelt liegen.

Wie die Tiere in Vinkrath leben, wie gemolken wird, wie die Ziegenkäse- und Ziegeneisherstellung funktioniert – all das können die Besucher beim Hoffest auf dem Bööscher Ziegenhof erfahren. Neben der kompletten Hofvorstellung sowie stündlichen Führungen präsentieren weitere regionale Aussteller ihre Produkte. So mancher Besucher wird staunen, was es alles aus der heimischen Ecke gibt. Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltes runden die kulinarische Vielfalt ab.

Das Eis, das mit zu den Bööscher Spezialitäten aus Ziegenmilch gehört, beschreiben die Konnens als cremig, vollmundig und nicht so schnell schmelzend. Die Milch ihrer Tiere, natürliche Zutaten, wenig Zucker, keine Sahne und nicht mit Stickstoff aufgeschlagen, sondern lediglich mit einem 30-prozentigen Luftgehalt versehen, der rein durch das Rühren der Masse entsteht: All das macht das Eis aus. Wer sich nicht ans Ziegenmilcheis herantraut, der kann auch die hausgemachten Fruchteissorten probieren.

Die Besucher können Kutschfahrten mit Ponys unternehmen, für Kinder gibt es eine Hüpfburg, auf der sie sich nach Herzenslust austoben können. Die Idee des Hoffestes entstand seinerzeit, „weil wir einmal zeigen wollten, wo unsere Produkte eigentlich herkommen, wie sie hergestellt werden und wie sie schmecken. So manch einer hat nämlich Vorbehalte, wenn es sich um Ziegenmilchprodukte handelt“, weiß Lydia Konnen aus Erfahrung.

Wenn sie sich an die Anfänge des Ziegenhofes erinnert, den sie von ihren Eltern Bettina und Norbert Konnen 2021 übernommen hat, muss sie immer etwas schmunzeln. Eigentlich sollte es nur ein zweites Standbein zur Milchviehwirtschaft auf dem elterlichen Hof sein – und an eine eigene Käserei war zunächst nicht gedacht worden, da es einen Abnehmer für die Ziegenmilch gab. Aber dann kam alles anders. „Meine Mutter startete die ersten Versuche in Sachen Ziegenkäse in unserer Küche“, erzählt sie. Es kam die erste kleine Käserei, der nach mehreren Umbauten und Vergrößerungen die heutige hochmoderne Käserei folgte.

Heute steht keine Kuh mehr auf dem Hof. Er ist fest in Ziegenhand, und in der Hofkäserei dreht sich alles um die hauseigenen Produkte, angefangen von Frisch- und Hartkäse über Joghurt, Quark, Butter und Milch bis hin zu Eis und Fleisch. Kuhkäse hat seit März vergangenen Jahres aber auch wieder Einzug gehalten. „Wir machen aus der frischen Milch der Nachbarn Kuhkäse und bieten damit eine Alternative zu unserem Ziegenkäse an“, sagt Lydia Konnen. Die Produkte gehen nicht nur in den hauseigenen Hofladen, sondern werden auch regional vermarktet.

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