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Gemeinde Grefrath: Grefrath verliert in den nächsten Jahren weiter an Einwohnern

Gemeinde Grefrath : Grefrath verliert in den nächsten Jahren weiter an Einwohnern

Bis 2030 werden nur noch etwa 14 300 Bürger in der Niersgemeinde leben. Und unter denen werden vor allem viele Ältere und Alte sein.

Die Niersgemeinde ist schon heute - mit Blick auf die Fläche und die Einwohnerzahl - die kleinste Kommune im Kreis Viersen. Diese Situation wird sich auch in Zukunft nicht verbessern, vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Grefrath schrumpft weiter in einem ganz erheblichen Maße bis zum Jahr 2030. Stoppen lässt sich diese Entwicklung kaum, da waren sich die Politiker jetzt in der Sitzung des Jugend-, Sozial- und Seniorenausschusses einig. Der tagte erstmals nach der Kommunalwahl im Oedter Rathaus.

Die Einwohnerzahl von Grefrath lag vor Jahren über 16 000. Aktuell sind es noch 15 650 Bürger, die in der Niersgemeinde leben. Bis 2030 wird die Bevölkerung weiter um 8,8 Prozent auf dann nur noch 14 280 Einwohner zurückgehen. Mehr noch: Grefrath überaltert. Auch das machen die Zahlen, die die Gemeindeverwaltung im Ausschuss vorlegte, deutlich. Bis 2030 wird die Gemeinde Grefrath bei den 16- bis 18-Jährigen 45,6 Prozent der Einwohner verlieren. 34,4 Prozent sind des bei den 10- bis 15-Jährigen, 32,1 Prozent bei den 19- bis 24-Jährigen und 21,9 Prozent bei den 19- bis 24-Jährigen.

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Erheblich zunehmen wird in Grefrath die Zahl der alten Menschen. Bei den 65- bis 79-Jährigen wird mit einem Plus bis 2030 von 24,6 Prozent, bei den über 80-Jährigen von bis zu 72,8 Prozent gerechnet. Diese Entwicklung hat gravierende Auswirkungen auf die künftige Sozialplanung in der Gemeinde, auf die Infrastruktur wie etwa die Schullandschaft genauso wie auf das Vereinsleben. Schon jetzt beklagen Sportvereine einen Rückgang bei jungen Mitgliedern.

Die Zeit der Besetzung aller Altersklassen im Handball oder Fußball ist längst vorbei. Im Fußball haben die drei Vereine SV Grefrath, SuS Vinkrath und Borussia Oedt eine Jugendspielgemeinschaft gebildet. Die Zahl der Jugendmannschaften hat sich gegenüber der Zeit vor zehn bis 15 Jahren heute schon halbiert.

Bei der Prognose der Einwohnerzahlen sind so genannte Wanderungsgewinne schon berücksichtigt. Ohne die kalkulierten Zuzüge von Neubürgern in die Niersgemeinde läge der Einwohnerschwund sogar bei zwölf Prozent. Grefrath hinkt allerdings mit der Entwicklung von Neubaugebieten wie auch Gewebeflächen hinterher.

Die jetzt aufgestellten Prognosen decken sich mit der Pflegebedarfsplanung des Kreises Viersen. Neue Handlungsfelder für die kommenden Jahre wollen Gemeinderat und Verwaltung für die Zukunft definieren. Dazu zählen Aussagen zu Investitionen in die Bildung, über Wohnungspolitik, Stadtkultur oder die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Aufzuhalten ist diese Entwicklung angesichts des demografischen Wandels nicht.

Ein weiteres Thema im Ausschuss war die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Zum wiederholten Male diskutierten die Ausschussmitglieder darüber, wie man Kinder und Jugendliche gewinnen kann, sich in die Diskussion über mögliche Veränderungen für die Jugend einzubringen. SPD und Grüne wollen die Fragestunde für die Kinder und Jugendlichen im Jugend- und Sozialausschuss wieder einführen. Die CDU möchte, dass zunächst nachgefragt wird, wie sich Jugendliche eine solche Mitarbeit vorstellen. Die SPD regte an, die Jugendlichen auch über Facebook anzusprechen. Von den Grünen kam der Vorschlag, auch Projekte anzugehen, die wenig Geld kosten, denn Geld hat die Gemeinde Grefrath bekanntlich nur bedingt. Allerdings warnte die neue Vorsitzende des Ausschusses, Kirsten Peters (CDU), davor, die Erwartungen "zu hoch zu schrauben".

(mab)