Grefrath: Ortsbauernschaft und Rheinische Landwirtschaftsverband äußern sich zu Güllealarm von A.E.Eiserlo

Diskussion in Grefrath : Heftige Kritik an „Güllealarm“ - „Eine Diffamierung der Landwirtschaft“

Im Fall des Kinderbuchs „Güllealarm“ haben sich nun auch die Grefrather Ortsbauernschaft und der Rheinische Landwirtschaftsverband haben sich zu Wort gemeldet.

In Sachen „Güllealarm“ hat sich auch die Grefrather Ortsbauernschaft zu Wort gemeldet. Sie übt Kritik am Buch, aber auf sachlicher Ebene. Die Autorin verstehe die bisher geäußerte Kritik offenbar nicht und weise sogar auf den sachlichen Nährwert ihres Werke hin. Es sei höchst fraglich, ob Autoren von Fantasygeschichten für sich beanspruchen könnten, Bildung an Schulen betreiben zu können. A.E. Eiserlo gebe an, dass sie mit dem Buch für das Thema Umweltschutz sensibilisieren wolle und Wissen geben wolle, um den Mut zu haben, die Welt zu retten. Im Gespräch mit Landwirten, teilt Wilhelm Siepen mit, höre man jedoch immer wieder, dass dort eher das Wort „kindgerecht“ im Vordergrund steht. Das trenne natürlich Welten davon zu befähigen, die Welt zu retten. Siepen hofft, dass dieses Arbeitsbuch niemals an einer Schule Einzug hält. Wenn Frau Eiserlo betont, sie habe es gut gemeint, müsse man die Frage stellen, ob man das nicht trotzdem kritisieren dürfe.

Die Ortsbauern nehmen für sich das Recht in Anspruch, kritische Worte zu verlieren, wenn es angebracht erscheint. Von jeglichen Anfeindungen jedoch distanzieren sie sich ausdrücklich: „Man kann nur über ein Miteinander eine weitere Entfernung der Menschen von der Landwirtschaft und den heutigen Realitäten verhindern.“

Der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) teilte mit, dass das Buch am Niederrhein für erheblichen Wirbel sorgt. Trotz der im Buch enthaltenen Relativierung – die Fabelwesen, die sich in höchstem Maße unsachlich zur Landwirtschaft äußern, werden als töricht beschrieben – bleibt aus der Gesamtbewertung für unsere Bauern eine diffamierende Beurteilung der Landwirtschaft übrig“, sagt Marilena Kipp, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit. Grundschüler, die sich mit diesem Buch hätten beschäftigen sollen, sei eine derart differenzierte Betrachtung aus Sicht des Landwirtschaftsverbandes nicht möglich, „mit der Konsequenz, dass Landwirtschaft negative Assoziationen weckt“. Der RLV stehe für eine sachliche Diskussion. Man sollte aber nicht Ursache und Wirkung verwechseln: Ursache sei das von Frau Eiserlo verfasste Buch, Wirkung sei die Reaktion der Bauern. Deren Sorgen bezüglich des Buchs seien durchaus ernst zu nehmen. Es wimmele von Vorurteilen.

Es sei jedoch sicherlich ein Fehler, von den negativen Kommentaren in den Sozialen Medien auf die Gesamtheit der Landwirte zu schließen. Man solle hier ganz einfach die Empfehlung der Autorin aus ihrem Nachwort aufnehmen: „Hinterfragt die Dinge! Nicht alles, ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.

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