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Grefrath: Digitales Lernen im Lockdown an der Liebfrauenschule Mülhausen

Liebfrauenschule in Mülhausen : Digitales Lernen: Lehrer büffeln mit

Bis Ende Januar ist auch an der Liebfrauenschule in Mülhausen Präsenzunterricht untersagt. Die Leiter des Gymnasiums sind zuversichtlich, ihren Schülern Inhalte auf digitalem Weg vermitteln zu können.

„Der erneute Schul-Lockdown schockt uns nicht, wir sind vorbereitet“, sagt Christoph Aretz zuversichtlich. Der Leiter der Liebfrauenschule Mülhausen und sein 80-köpfiges Lehrerteam sehnen zwar die Zeit nach Corona ebenso herbei wie die gut 1000 Schüler des Gymnasiums, aber die Einrichtung sei seit Jahren in der digitalen Welt zu Hause: Die Schule verfügt über schnelles Internet, W-Lan in allen Klassenräumen und eine flächendeckende Whiteboard-Ausstattung, zudem ist jeder Schüler ab Stufe 7 mit Tablet ausgestattet. Die Corona-Krise erfordere aber täglich weitere Anstrengungen und Erfindungsreichtum.

Bildung dürfe einerseits nicht auf der Strecke bleiben, andererseits müssten die Lehrer ihrem pädagogischen Auftrag auch im politisch verordneten digitalen Unterricht nachkommen. „Wir hatten vor wenigen Tagen eine rein virtuelle Lehrerfortbildung“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Sara Falk. Der Pädagogische Tag, an der die Liebfrauenschule Mülhausen traditionell am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, findet diesmal am Computer-Bildschirm statt. Die Lehrer lernen über Youtube-Videos das kleine und das große Einmaleins des digitalen wie des Hybrid-Unterrichts. Hybrid bedeutet: eine Hälfte ist im Klassenzimmer, die andere schaltet sich von zu Hause aus zu. 60 Module stehen den Lehrern zur Verfügung.

Für Sara Falk, die Deutsch und Chemie unterrichtet, ist ebenso einiges neu wie für Christoph Aretz,dessen Fächer Physik, Mathematik und Informatik sind. Etwa die dargestellte Möglichkeit, Lehrererklärungen ohne aufwändige Schneideprogramme in den Online-Auftritt zu integrieren. Anhand der Lernvideos, didaktisch speziell auf die Bedürfnisse von Pädagogen im Digital-Unterricht zugeschnitten, werden die Liebfrauenschul-Lehrer weiter fit gemacht für die kommenden drei Wochen – denn bis Ende Januar ist jeglicher Präsenzunterricht untersagt.

Ein weiteres digitales Element hat vor den Ferien zumindest einen Hauch von Weihnachtsstimmung in die Zimmer der Kinder und Jugendlichen getragen und die Schulgemeinschaft gestärkt: „Das Weihnachtssingen wurde eine Stunde lang per Stream übertragen – jeder durfte zu Hause mitsingen“, berichtet Sara Falk. Das sei einer gemeinsamen Weihnachtsfeier zumindest recht nahe gekommen.

Christoph Aretz und Sara Falk sind sicher, dass die geforderte Bildungsgarantie in Mülhausen gewährleistet ist. „Aber in der sozialen Bildung bleibt einiges auf der Strecke, das kann nur der Präsenzunterricht leisten“, sagt Christoph Aretz. Apropos soziale Verantwortung: Es gibt in Mülhausen eine pädagogische Notbetreuung, zudem werden auch Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Liebfrauenschule trotz Pandemie weiterhin aufgefangen.

Auch die Halbjahreszeugnisse werden nicht infrage gestellt. Sara Falk: „Das gibt den Schülern eine Rückmeldung über ihren Leistungsstand.“ Ein Feedback für die pädagogische Leitung ist das positive Echo der Eltern. „Sie vertrauen uns und werden vielfältig eingebunden. Wir freuen uns über jede Anregung und versuchen, sie umzusetzen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Sara Falk.

(RP)