Vorfall in Grefrath Diebe stehlen Ziervögel aus Voliere

Grefrath · In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stahlen Unbekannte in Grefrath etliche Vögel, darunter Sittiche und Finken. Der Besitzer ist entsetzt: „Wer immer das war – er ging äußerst brutal vor.“

 Immer wieder kommt es vor, dass Ziervögel wie etwa Zebrafinken aus Volieren gestohlen werden. Dazu überklettern Diebe auch Zäune, um in die Gärten zu gelangen (Symbolfoto).

Immer wieder kommt es vor, dass Ziervögel wie etwa Zebrafinken aus Volieren gestohlen werden. Dazu überklettern Diebe auch Zäune, um in die Gärten zu gelangen (Symbolfoto).

Foto: dpa-tmn/Jens Schierenbeck

Aus einer Voliere an der Bahnstraße in Grefrath sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch rund 30 Tiere gestohlen worden. Die große Voliere war mit Vorhängeschlössern gesichert, doch das hielt die Täter nicht auf: Sie brachen die Schlösser auf und stahlen Vögel verschiedener Arten, darunter Kanarienvögel, Prachtfinken und Rosellasittiche – prachtvolle kleine Papageien, die durch ihr buntes Federkleid auffallen. Auch Transportboxen nahmen die Täter mit. „Wer immer das war – er ging äußerst brutal vor“, sagt Vogelbesitzer Karl-Heinz Hamacher. Denn als er feststellte, dass die Voliere aufgebrochen war und offenbar 30 Tiere gestohlen worden waren, fand er etliche Federn der Rosellasittiche am Boden, „sie lagen überall herum.“

Der oder die Täter kamen vermutlich in den frühen Morgenstunden des Mittwochs. Um 3 Uhr in der Frühe sei noch alles in Ordnung gewesen, berichtet Hamacher, „da war ich noch wach und habe einen letzten Kontrollgang unternommen.“ Gegen 5 Uhr stellte die Familie dann fest, dass es einen Einbruch in die Voliere gegeben hatte. „Mein Schlafzimmerfenster ist vier Meter entfernt“, sagt der Grefrather. Von dem Einbruch habe er nichts bemerkt, „ich ärgere mich kaputt“, fügt der 63-Jährige hinzu.

Hamacher ist begeisterter Vogelliebhaber, viele Wellensittiche, Finken- und Kanarienvögel leben bei ihm. Die Leidenschaft für die Tiere habe er vom Vater übernommen, seit Jahrzehnten halte die Familie Vögel, erzählt der 63-Jährige. „Ich nehme auch Tiere auf, die niemand mehr haben will, auch behinderte Vögel, und ich pflege sie bis zuletzt. Man hat mir mal einen Kanarienvogel gebracht, der einen gebrochenen Flügel hatte, er hat bei mir noch sieben, acht Jahre gelebt“, berichtet der Grefrather.

Er ist davon überzeugt, dass die Vogeldiebe genau wussten, was sie taten, „die kannten sich aus. Sie haben Tiere mitgenommen, die viel Geld kosten.“ Ein Kubafinken-Pärchen beispielsweise koste etwa 70 bis 80 Euro, ein Sittichpärchen ab 120 Euro. Doch es ist nicht der finanzielle Schaden, der Hamacher bekümmert. Ihn treibt die Frage um, was aus den Vögeln geworden ist. „Die armen Tiere“, sagt Hamacher und hofft, dass kein Vogel jetzt draußen in der Kälte herumirrt, der vielleicht durch die Volierentür entwischt ist – denn das würden die Tiere nicht überleben. Den übrigen Vögeln gehe es nach dem Einbruch gut, „wenn sie einen Schock haben, gibt sich das in der Regel nach zwei, drei Stunden“, berichtet Hamacher.

Nach dem Diebstahl erstattete er Anzeige bei der Polizei. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Von einem weiteren Fall, der im Oktober in einer Tönisvorster Facebook-Gruppe geschildert wurde, habe die Polizei aber keine Kenntnis, so der Sprecher weiter. Eine Nutzerin hatte berichtet, dass ihr Vögel aus einer Voliere gestohlen worden seien, darunter Wellensittiche, Zebrafinken und Japanische Mövchen, und andere gewarnt: „Passt auf eure Tiere auf!“

Immer wieder kommt es vor, dass Ziervögel aus Volieren gestohlen werden. In Schwalmtal-Waldniel beispielsweise wurden in der Nacht von Mittwoch, 19. April, auf Donnerstag, 20. April, aus einer Voliere in einem Garten an der Schubertstraße zehn Vögel entwendet. Am Mittwochabend war gegen 18 Uhr noch alles in Ordnung, am Donnerstagmorgen stellte der 74-jährige Eigentümer gegen 9 Uhr fest, dass Tiere gestohlen worden waren: Ihm fehlten sechs Kanarienvögel und vier Zebrafinken.

In Mönchengladbach verschafften sich Unbekannte zwischen Sonntag, 30. Juli, 18 Uhr, und Montag, 31. Juli, 15.50 Uhr, Zutritt zu einem umzäunten Gartengelände an der Mülforter Straße im Stadtteil Giesenkirchen und öffneten gewaltsam eine Voliere. Als der Besitzer am nächsten Tag nachsah, waren 40 bis 50 Kanarienvögel aus dem Gehege verschwunden. Ob sie tatsächlich entwendet oder fliegen gelassen wurden, sei nicht abschließend geklärt, hieß es damals von der Polizei Mönchengladbach.

Schon im März hatte es in Mönchengladbach einen Fall von Vogeldiebstahl gegeben: Unbekannte waren zwischen Dienstag, 1. März, und Mittwoch, 2. März, vermutlich über einen Zaun geklettert, um auf ein Grundstück an der Giesenkirchener Straße zu gelangen. An einer Voliere entfernten sie zunächst einige Bretter, gingen dann in den Flugbereich der Voliere und öffneten das darin liegende Vogelhaus gewaltsam, sodass sie hineingreifen konnten, berichtete die Polizei, die aufgrund der Art der Schäden vermutete, dass insgesamt acht Wellensittiche so gestohlen wurden.

Grefrath im Kreis Viersen ist klein, ruhig und ländlich gelegen. Dass so etwas in Grefrath passieren könnte, „damit hätte ich nie gerechnet“, sagt der jetzt bestohlene Karl-Heinz Hamacher. Andere Vogelliebhaber, die er gut kennt, wolle er nun anrufen und warnen. Für die Zukunft will der Grefrather Vorkehrungen dafür treffen, dass Vogeldiebe bei ihm keine Chance mehr haben. Hamacher: „Die Voliere wird jetzt alarmgesichert und per Kamera überwacht. Das passiert mir nicht noch mal.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort