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Gemeinde Grefrath: Gewerkschaft: Johnson bricht Tarifvertrag

Gemeinde Grefrath : Gewerkschaft: Johnson bricht Tarifvertrag

Im Tauziehen um die Zukunft des Johnson-Controls-Werkes in Grefrath verschärft sich der Ton. Nachdem die Geschäftsführung des Automobilzulieferers den Beschäftigten angekündigt hatte, dass der derzeit wichtigste Auftrag bis spätestens Ende 2014 an andere Johnson-Werke vergeben wird, wirft die Gewerkschaft IG Chemie, Bergbau und Energie (IG BCE) dem Management einen Bruch des Tarifvertrages vor, der noch bis Ende September 2014 gilt.

Jörg Esser von der IG BCE, der im Aufsichtsrat von Johnson sitzt und den Tarifvertrag einst mit ausgearbeitet hat, sagt: "Es gibt eine Klausel, die es Johnson nur ermöglicht Aufträge aus Grefrath zu verlagern, wenn dafür Ersatzaufträge für den Standort gewonnen werden konnten." Diese Ersatzaufträge müssten so umfangreich sein, dass sie die bisherige Zahl der Beschäftigten und den gleichen Umsatz am Standort Grefrath sichern könnten.

Das Vorhaben von Johnson, Instrumententafeln für das neue C-Klasse-Modell von Mercedes ab 2014 nicht wie beim alten Modell in Grefrath sondern in Lüneburg produzieren zu lassen, verstoße gegen den Tarifvertrag, wenn kein äquivalenter Ersatzauftrag angeboten wird, sagt Esser. Bis Ende September 2014 sichert der Vertrag zumindest 286 von insgesamt 400 Beschäftigten in Grefrath den Arbeitsplatz. Johnson-Sprecherin Astrid Schafmeister wehrt den Vorwurf ab: Es handle sich bei dem Vorhaben des Standortwechsels nicht um eine Verlagerung des Mercedes-Auftrags sondern um eine Neuvergabe. Daher greife die Klausel nicht – der Vorwurf von Esser sei ungerechtfertigt. "Johnson wird sich in vollem Maße an den Tarifvertrag halten", sagte Schafmeister.

(RP)