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Gerhard Kuhl entdeckt das ABC in Kempen

Kempen-ABC : Ein anderer Blick auf die Stadt

Gerhard Kuhl hat in Kempen das ABC gesucht – und gefunden. Für sein „L“ erhielt er sogar einen Preis. Aus den Buchstaben ist nun ein Poster entstanden.

Ein Blick aus dem heimischen Schlafzimmerfenster – und da ist er zu sehen, der Buchstabe i. Ein Kaminrohr auf dem Nachbardach bildet den Strich, das i-Pünktchen ist der Schatten einer Satellitenschüssel an der Hausmauer. Zusammen ergeben sie einen perfekten Buchstaben.

Aber nicht nur in diesem Moment hat Gerhard Kuhl zu seinem Smartphone gegriffen und ein ungewöhnliches Bild festgehalten. Der Kempener hat das ganze Alphabet auf eine etwas andere Art und Weise umgesetzt. Bei ihm ergeben Radwege, Straßenmarkierungen, ganze Häuser, Eingänge, Maueranker und viele andere Dinge der Thomasstadt Buchstaben. Was für den Betrachter auf den ersten Blick nur ein Gegenstand ist, erwacht bei Kuhl zum Leben.

Auf diesem Weg hat er das Kempen-ABC kreiert. „Eigentlich ist es durch Zufall entstanden“, berichtet der 64-Jährige. Er erfuhr vom Wettbewerb „My abc“, ausgerichtet vom Buchstabenmuseum Berlin und dem Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung. Dabei wurden Buchstaben in der Umgebung gesucht: Es gehe „weniger um die vom Menschen geschriebenen Buchstaben in Form von Schildern oder gemalten Schriftzügen, sondern um Buchstaben, die entstehen, wenn wir unseren Blick wandern lassen“, hieß es in der Ankündigung des Wettbewerbs.

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Der ehemalige Krankenpfleger, der seit diesem Jahr in Rente ist und dessen Hobby seit Jahrzehnten das Fotografieren ist, machte sich auf die Suche. Allerdings: Wirklich suchen musste er nicht. „Man sieht die Sachen einfach, so wie das i“, sagt Kuhl, der gleich 100 Buchstaben-Objekte fotografierte und sie einschickte. Sein L, gefunden an einer Kempener Straßenkreuzung, machte das Rennen. Es wurde eines der Siegerbuchstaben. „Es gab Ruhm, Ehre und 150 Euro Preisgeld“, bemerkt er lachend.

Bei der Arbeit für den Wettbewerb kam ihm die Idee für das Kempen-ABC: Für ein Plakat stellte Kuhl die 26 Buchstaben des Alphabets zusammen. Dieses Kempen-ABC war direkt der Renner bei der offiziellen Eröffnung seiner Mini-Galerie. Seit April besitzt Kuhl an der Engerstraße 53 eine kleine Schaufenster-Galerie, eröffnete sie corona-bedingt aber erst jetzt.

Neben dem Kempen-ABC als Poster zeigt Kuhl dort im begehbaren Schaufenster weitere Werke seiner fotografischen Kunst und stellt auch seine beiden Bücher „Spuren der Geschichte in Kempen – von Kratzsteinen, Mauerankern und Fassadenköpfe“ und „Historische Bodenfliesen“ aus.

Seine Arbeiten können in den unterschiedlichsten Größen und Macharten erworben werden, wobei er etliche seiner Bilder, darunter auch die Buchstaben des Kempen-ABC, als Postkarten anbietet. Neue fotografische Arbeiten zeigt Kuhl in der Kempener Ateliergalerie dreivier an der Moosgasse 9 vom 15. Oktober bis 6. November.

Kontakt zu Gerhard Kuhl per E-Mail: gerdtrud.kuhl@hotmail.de.