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Garten-Expertin Esther Siemes aus St. Hubert gibt Tipps zur Gartengestaltung

Tipps der Expertin : Den heimischen Garten neu entdeckt

In der Corona-Krise haben die privaten Gärten für viele eine besondere Bedeutung. Da werden Trends für die neue Gartensaison besonders intensiv verfolgt. Viele Hobbygärtner wollen eigenes Obst und Gemüse anbauen.

Die Natur steht derzeit bei vielen im Mittelpunkt. Urlaub in der Ferne ist derzeit nicht möglich. So verbringt man die Zeit gerne in heimischen Gefilden, geht spazieren, fährt mit dem Rad über Land oder genießt das Frühjahr im heimischen Garten – sofern vorhanden. Für Gartenbesitzer ist die neue Saison längst angelaufen. Gartenbaubetriebe und Baumärkte mit angeschlossenen Gartencentern können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Auch das St. Huberter Gartencenter Siemes profitiert von der neu entdeckten Liebe vieler Haus- und Wohnungsinhaber zum Gärtnern. Selbst die Blumenkästen auf dem Balkon werden wieder mit viel Liebe neu bepflanzt.

„Die Kunden fragen verstärkt nach bienenfreundlichen Pflanzen. Vielen scheint in der aktuellen Corona-Krise die Wichtigkeit einer intakten Umwelt deutlich zu werden“, sagt Expertin Esther Siemes. Bunt soll es dabei zugehen. Dank Pflanzen wie Bidens, die es von Gelb über Rot bis hin zu Orange gibt, über Lobelien bis zu Lavendel, Nemasia und Bacopa können Garten, Terrasse, Balkon als auch Blumenkästen vor den Fenstern farbenfroh und ökologisch wertvoll bestückt werden.

Das „Bienen-Büfett“ kann vielseitig gestaltet werden. Wer gerne etwas ranken lassen möchte, kann auf die Clematis zurückgreifen. „Schön ist es, wenn man eine früh- und eine spätblühende Sorte zusammensetzt. Es ergibt über eine lange Zeit ein wechselndes Farbenspiel“, sagt Esther Siemes. Wichtig bei einer Clematis ist es, diese in den ersten drei Jahren stark zurückzuschneiden. Das stärkt die Pflanze und lässt sie besser blühen. Die Clematis möchte ihren Fuß im Schatten wissen. Pflanzen wie Rosmarin sind ideal, um diese an den Fuß der Clematis zu setzen.

Fuchsien für den Schatten, Männertreu für den Halbschatten, Verbenen für die Sonne, es gibt für jeden Standort die richtigen Pflanzen. Bacopa ist indes eine ideale Hängepflanze für die Sonne. Eine so bestückte Blumenampel ist ein Blickfang.

Aber nicht nur Nahrung für Insekten ist gewünscht. Auch Kräuter zum Würzen der Speisen liegen voll im Trend. „Für sie findet sich immer irgendwo ein Fleckchen. Sie gedeihen im Gartenbeet genauso wie in einem Kasten auf dem Balkon oder in der Küche auf der Fensterbank“, sagt Esther Siemes. Wer im Garten Platz hat, kann eine Kräuterschnecke anlegen. Ein Kräuterbeet, eingefasst von Erdbeeren und mit einigen Calendula verziert, ist ein schöner Hingucker. Die Ringelblume sorgt dabei nicht nur für Farbe. Sie ist eine der ältesten Gartenpflanzen und als Heilpflanze bekannt.

Neben den Kräutern erfreuen sich die Gemüsepflanzen einer großen Beliebtheit. Das eigene Gemüse ziehen, sehen wie es wächst, ernten und zubereiten, alles unter dem Aspekt, genau zu wissen, wo das Gemüse herkommt, ist gefragt. Wer mit dem Nutzgarten anfängt und noch unsicher ist, der bekommt bei Siemes jede Menge Tipps dazu. „Man sollte zum Beispiel nie Gurken und Tomaten zusammensetzen, sie vertragen sich nicht. Die beiden lieben sich nur im Salat“, sagt Esther Siemes. Nichts schmecke so gut wie etwas aus dem eigenen Anbau, fügt sie an. Auch für den Nutzgarten gilt: Tomaten auf dem Balkon, Radieschen im Blumenkasten auf der Fensterbank gezogen – es muss nicht immer der große Garten sein, um eigenes Gemüse anzubauen.

Wer wenig Platz hat, braucht auf Obst ebenfalls nicht zu verzichten. Säulenobst ist platzsparend. Kinder haben dabei eine besondere Freude an dieser Form des Obstes. Es wächst praktisch auf ihrer Augenhöhe, und sie können genau verfolgen, wie sich Äpfel, Birnen und Co. entwickeln.

„Wir können auch ein großes Interesse am eigenen Gartenteich feststellen“, sagt Esther Siemes. Egal, ob es sich um das Gestalten eines Weinfasses als Teich handelt oder ob wirklich Erdarbeiten erfolgen und ein Teich im Garten angelegt wird, Chillen am Wasser ist gefragt. Auch am Teich kann mit einer Vielzahl von Pflanzen gearbeitet werden.

Grüne Oasen gibt es aber nicht nur draußen. Viele Menschen legen wieder Wert auf Zimmerpflanzen, die das Raumklima verbessern. Zu ihnen gehören unter anderem das Einblatt (Spathiphyllum) und Bogenhanf (Sansevieria). „Ein jeder kann sich etwas Gutes tun, in den eigenen vier Wänden wie im Garten“, sagt Esther Siemes. Der Umwelt kann zudem Gutes getan werden, wenn man zum Beispiel torffreie Erde verwendet und beim Düngen auf Naturprodukte setzt.

So farbenfroh, wie es bei den Blumen zugeht, so bunt kommen auch die Auflagen für die Gartenmöbel daher. Die Grautöne, die zuletzt sehr beliebt waren, weichen nun fröhlichen Farben. Wer auf Grau gesetzt hat, der kann mit bunten Kissen entsprechende Farbakzente setzen und auf diesem Weg ebenfalls Leben auf die Terrasse bringen.