Stadt Kempen: Ganz einfach viel Spaß am Sport

Stadt Kempen : Ganz einfach viel Spaß am Sport

Zwölf Bewegungsstationen begeisterten Kinder und Eltern bei "Kids in Action". Kreissportbund und Stadtsportverband freuten sich über eine gelungene Premiere in Kempen.

"Rechts- oder Linkshänder? " möchte Tobias Janseps vom Kempener Turnverein, Abteilung Fechten, von Annemarie wissen. Die Neunjährige hebt ihre rechte Hand. "Dann bitte einmal das Kabel mit der rechten Hand festhalten", sagt Janseps, während er Annemarie nicht nur das Kabel gibt, sondern auch gleichzeitig eine weiße Jacke aus einem durchstichsicherem Material reicht. Annemarie schlüpft hinein und ist kurze Zeit später bereits ordnungsgemäß verkabelt. Das heißt in diesem Falle, der Degen in ihrer behandschuhten rechten Hand ist genauso angeschlossen wie das Rückenteil ihrer Jacke. Noch die Maske aufgesetzt und die junge Fechterin, die zum ersten Mal einen Degen in der Hand hält, wird von ihrem Trainingspartner Max in der Fechtbekleidung einschließlich der passenden Hose begrüßt. Sekunden später klirren die Klingen das erste Mal aneinander, und es beginnt zudem in regelmäßigen Abständen zu piepsen.

"Wenn einer die Kleidung des anderen trifft schließt sich der Stromkreis. Das Material leitet und löst das Piepsen der Turnieranlage aus", erklärt Janseps den Eltern mit ihren Kindern, die hinter den Turnbänken anstehen. Das Interesse bei den jungen Besuchern, das Fechten auszuprobieren ist groß. Wer sich bei Merle die Grundstellung eines Fechters hat zeigen lassen, darf den Degen beim Schnuppertraining selber führen.

Aber nicht nur hier ist ausprobieren angesagt. Die Dreifachturnhalle an der Ludwig-Jahn-Straße hat sich in eine riesige Schnupperzoneverwandelt. Der Kreissportbund hat zusammen mit dem Stadtsportverband zu "Kids in Action" eingeladen. An zwölf Stationen können die Kinder Sportarten ausprobieren. "In Kempen machen wir dieses Angebot zum ersten Mal, und wir sind vom Engagement der Vereine begeistert", freut sich Klaudia Schleuter, Geschäftsführerin des Kreissportverbandes.

Lob für die Ideenvielfalt der Vereine gibt es auch von Winand Langel, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes: "Eine Supersache, und das Interesse der Besucher ist groß." Die Vereine haben sich einiges einfallen lassen, um sich und ihren Sport vorzustellen. Der Segel-und- Surf-Club hat einen "Optimisten" mitgebracht. Das Boot für die Jüngstenschulung steht auf einer Drehplattform, so dass die Wendemanöver mit Hilfe der Vereinsmitglieder original nachgefahren werden können und die jungen Besucher in der Jolle einen wirklichen Eindruck vom Segeln erhalten. "Toll", findet die sechsjährige Phoebe. Der erste Segelkontakt hat ihr bestens gefallen, und auf ihrer Laufkarte ist ein weiterer Stempel hinzugekommen. Nicht minder strahlt Leana, die auf dem Holzpferd mit dem Voltigiergurt mit Hilfe von Maike Platz genommen hat. Die 14-jährige Voltigiererin vom RFVV Kempen zeigt ihr leichte Übungen, die die Sechsjährige mit Begeisterung nachmacht. Ob den Tennis- oder Badmintonschläger in die Hand nehmen, die ersten Züge am Schachbrett machen, den Fußball mit Geschwindigkeitsmessung ins Tor schießen oder in die Boxhandschuhe schlüpfen - bei "Kids in Aktion" ist alles möglich.

Und bei so manchem Verein sind die ersten Nachfragen von Eltern zu hören, die sich für weiteres Training interessieren. "Wir haben nicht nur interessierte Kinder gefunden, sondern auch Eltern, die sich beim Training miteinbringen möchten, und das ist in unserem Fall, da wir dringend Trainer suchen, sehr gut", berichtet Axel Kammann, Jugendleiter vom SV Thomasstadt. Für Langel ist indes klar, dass der Tag im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt werden soll.

(tref)
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