Gemeinde Grefrath: Führung durch den Dschungel: Versuch's mal mit Gemütlichkeit

Gemeinde Grefrath : Führung durch den Dschungel: Versuch's mal mit Gemütlichkeit

Mächtige Bäume, Lianen, bunte Blumen und jede Menge Tiere - die Mooren-Halle verwandelte sich in einen Urwald. Die Theater AG der Grundschule Grefrath präsentierte "Das Dschungelbuch".

"Vorhang auf" - der Sprechgesang der rund 350 Grundschüler vermischt sich mit rhythmischem Klatschen. Im Saal der Albert-Mooren-Halle in Oedt liegt eine erwartungsvolle Spannung in der Luft. Alle Augen sind auf den roten Vorhang gerichtet, der die Bühne noch abschirmt. Trotzdem ist schon etliches vom Bühnenbild zu sehen, denn auch vor und neben der Bühne gibt es Aufbauten. Palmen und Bäume ragen in die Luft, eine Bambushütte mit Zaun und Blumen drumherum steht rechts neben der Bühne. "Ich bin ein bisschen traurig. Am liebsten würde ich heute auch wieder auf der Bühne stehen. Das Theaterspielen hat im vergangenen Jahr soviel Spaß gemacht. Ich habe eine Wache gespielt und es war klasse", meint Johannes mit einem wehmütigen Blick zur Bühne.

Doch als Viertklässler muss sich der Elfjährige diesmal mit einer Zuschauerrolle begnügen, denn traditionell gehört die Bühne den Drittklässlern der Grundschule. Seit Jahren ist es schon so, dass die Theaterfachfrau Magdalena Bartkowiak mit der Theater AG ein Theaterstück aufführt. Im Oktober vergangenen Jahres begannen die Proben für "Das Dschungelbuch". 20 Kinder und rund 50 Helfer waren im Einsatz, um das Stück einzustudieren, Bühnenbilder zu bauen, Requisiten zu organisieren und Kostüme zu schneidern.

Einsetzende Musik hat die jungen Besucher mittlerweile verstummen lassen. Langsam geht der Vorhang auf und gibt den Blick frei auf einen Dschungel mit mächtigen Bäumen, an denen Lianen hängen. Ein Wasserfall schießt hinunter und neben dicken Felsen ist eine große Höhle zu sehen. Farbenprächtige Blumen, bunte Papageien und Schmetterlinge geben sich ein Stelldichein. Inmitten diesen Urwaldes sitzt Baghira (Marco Müllers) gemütlich in einem Schaukelstuhl und liest ein Buch. Der schwarze Panther trägt Hut und Krawatte und man sieht ihm seine Wichtigkeit sofort an. Ein plötzliche Wimmern lässt ihn aufhorchen. In einem Korb findet er ein Baby. Herrlich anzusehen, wie Baghira mit seinen "Pfoten" an den Korb stupst und letztendlich laut beschließt: "Am besten bringe ich dich zu Akira."

Damit nimmt die bekannte Geschichte des Dschungelbuches ihren Lauf. Mogli (Inga Osborg-Schmitz) wächst bei den Wölfen auf, bis Schir Khan (Anna Babett-Heidler), der gefährliche, menschenhassende Tiger, in den Dschungel zurückkehrt. Höhepunkte waren, neben der überragenden Schauspielleistung der jungen Darsteller, die Bühnenbilder und die Kostüme. Bartkowiak hatte dem Ganzen einen modernen Touch verliehen. Die Wölfe kamen wie kleine Punks daher, die Affen in bunten Outfits, Shir Khan trug Stiefel mit Sporen zur Tigerjacke und die Elefanten fielen allein durch ihre riesigen Ohren und Rüssel auf, wobei Colonel Hathi (Antonia Osburg) unverkennbar durch seine militärische Kopfbedeckung herausstach.

Fantastische Szenen gab es beim beim Elefantentanz zu sehen, als Affe King Loui (Matthias Landwehrs) im Bob-Marley-Outfit von seinen Affen hofiert wird. Große Augen gab es beim ersten Auftritt von Kaa (ebenfalls Matthias Landwehrs). In einem eng anliegenden schwarzen Anzug, einen mächtigen Schlangenkopf mit einer xxl-Zunge auf dem Kopf tragend und einen langen Schlangenkörper hinter sich herziehend, umsäuselte Kaa Mogli und Baghira.

Herzliche Lacher waren zu hören, als Baghira Kaa eine Kopfnuss verpasste und Mogli die Schlange vom Baum schubste. Der absolute Hingucker aber war Balu (Leon Ehrhard) in einem knallgrünen Plüschkostüm mit Kullerbauch und ebenso grünem Hut auf dem Kopf. Als Balu beim Song "Versuch's mal mit Gemütlichkeit" im Bärenwatschelgang über die Bühne tänzelte und Mogli das Boxen beibrachte, gab es keinen Besucher, der nicht lauthals lachen musste.

Bartkowiak hat wieder einmal auf der ganzen Linie gezeigt, dass Drittklässler problemlos in der Lage sind, ein fantastisch gespieltes Theaterstück zu präsentieren. Rund 800 begeisterte Besucher spiegelten das bei den beiden Vorstellungen mit Donnerapplaus wider.

(tref)
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