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Freiwillige Feuerwehr Kempen übte mit der Drehleiter in der Innenstadt

Übung der Freiwilligen Feuerwehr in Kempen : Mit der Drehleiter über der Innenstadt

Im Rahmen des Drehleiterlehrgangs der Freiwilligen Feuerwehr Kempen rückten Enger- und Ellenstraße in den Mittelpunkt. In der Innenstadt wurde intensiv geübt. Wie die zukünftigen Drehleitermaschinisten überzeugten.

Kaum sind der Mannschaftswagen und die beiden Drehleitern vom Löschzug Kempen und Löschzug Tönisberg der Freiwilligen Feuerwehr Kempen in die Engerstraße eingefahren, da bleiben schon die ersten Passanten neugierig stehen und verfolgen, wo die Fahrzeuge hinfahren. Schläuche ausrollen, Brand bekämpfen? Nein. Statt schnellem Handeln herrscht konzentrierte Ruhe. Die beiden Drehleiterfahrzeuge werden mit Akribie vor zwei schmalen Gassen abgestellt. Die Fahrer, die diese Aufgabe übernehmen, sind noch keine so genannten Drehleitermaschinisten. Vielmehr wollen die beiden Unterbrandmeister Daniel Lochen und Dirk Schmitz sowie die beiden Hauptfeuerwehrmänner Christoph Büssen und Maximilian Thelen das noch werden. Die vier befinden sich in der Ausbildung. 35 Stunden Theorie und Praxis stehen an.

Dazu gehört auch der aktuelle Einsatz. „Das Schwierigste ist es, das Drehleiterfahrzeug passend hinzustellen, damit wir von der Ausladung her an die Stelle kommen, wo wir hinwollen. Die Drehkreuzmitte muss passend zum Objekt stehen“, so Brandinspektor Martin Bernzen, der zu den insgesamt sechs begleitenden Ausbildern des Drehleiterlehrganges gehört. Aufmerksam verfolgt er, wie Fahrer Büssen die Drehleiter vom Löschzug Kempen positioniert. Wie schwierig dies in der Fußgängerzone ist, wird spätestens in dem Moment klar, als das Fahrzeug optimal steht und die Abstützungen ausgefahren werden. Eine Stütze kann aufgrund eines Gullys nicht ganz ausgefahren werden. Das bedeutet: weniger Reichweite für die Leiter. Sie kann nur auf die volle Länge von 33 Meter ausgefahren werden, wenn die Abstützungen in ihrer Gesamtlänge genutzt werden können.

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Mit der gleichen Problematik hat auch Thelen zu tun, der die Drehleiter vom Löschzug Tönisberg in Position bringt. In diesem Fall ist es ein Baumbeet, das die volle Ausfahrung einer der Abstützungen verhindert. Um die Abstützflächen zu optimieren, legen die Auszubildenden zum Drehleitermaschinisten dicke Multiplexplatten unter die Füße der Abstützungen. Zudem wird die Fläche um die Fahrzeuge großrahmig abgesperrt. „Der Fahrer der Drehleiter ist auch immer derjenige, der den Hauptbedienstand besetzt“, erklärt Bernzen, als sowohl Büssen als auch Thelen in dem jeweiligen Bedienstand Platz nehmen, während je ein weiterer Kollege in den Korb der Drehleiter steigt. Langsam richten sich beide Drehleiterpakete auf und schwenken vorsichtig aus. Büssen fährt seine Leiter in die schmale Gasse zwischen der Redaktion der RP und dem Einzelhandelsunternehmen Kodi. Die Aufgabe lautet: eine Person aus dem Obergeschossfenster retten.

Zwischen Hauptbediener und Retter im Korb knattert die Funkverbindung. Langsam, aber sicher schiebt sich der Korb vor das Fenster. Die imaginäre Rettung könnte beginnen. Thelen hat es derweil noch etwas schwerer. Er muss die Leiter mittels der hochtechnisierten Steuerung über das Display nicht nur in die schmale Durchfahrt zwischen den beiden Ladenlokalen Family und Takko Fashion manövrieren. Die Durchfahrt hat auch einen Torbogen, den es zu berücksichtigen gilt. Das Ziel sind auch hier die hinteren Fenster in den Obergeschossen, wo Personen gerettet werden müssen. Ein lautes Warngeräusch erklingt. Der akustische Hinweis, dass die Lastgrenze aufgrund der nicht ganz ausgefahrenen Stütze erreicht ist. In diesem Fall kein Problem, die Leitern sind vor den Fenstern positioniert. Der Torbogen wird für eine weitere Übung genutzt: für den Unterflurbetrieb. Thelen holt die Drehleiter zurück und fährt sie unter dem Torbogen wieder aus. „Wenn wir Personen aus Schächten, Bachläufen oder abschüssigem Gelände retten müssen, ist der Unterflurbetrieb der Drehleiter von Nöten“, klärt Bernzen auf.

Alle vier Auszubildenden zeigen, dass sie mit der Drehleiter bestens vertraut sind, schließlich standen neben der umfangreichen Theorie schon mehrere praktische Einsätze an verschiedenen Orten auf dem Ausbildungsplan. Der Leiterbetrieb in der Innenstadt, die sich durch enge Straße und der Problematik der parkenden Autos auszeichnet, gehört zu den abschließenden Einsätzen im Rahmen der Ausbildung. Von der Engerstraße geht es noch zur Ellenstraße. Hier ist eine Übung vorgesehen, die die Schwierigkeit einer dort installierten Funkantenne mit sich bringt.

Wird die Abschlussprüfung bestanden, nennt die Freiwillige Feuerwehr Kempen vier weitere Drehleitermaschinisten ihr Eigen.