Fotokünstler fineART365 zeigen im Haus Baaken Ausstellung „Lost Places“ - verlorene Orte.

Tönisberg : Der morbide Charme des langsamen Verfalls

Die Fotokünstler fineART365 zeigen im Haus Baaken die Ausstellung „Lost Places“ - verlorene Orte.

(mv) Manche Dinge verlieren trotz Wiederholung nichts von ihrem Zauber. Die Bilder der Fotokünstler fineART365 zogen auch diesmal wieder im Tönisberger Haus Baaken die Besucher in ihren Bann. Nachdem die Ausstellung unter dem Titel „Lost Places – Metamorphosen unserer Zeit“ im März gut angenommen wurde, entschloss sich das Künstlerteam zu einer Neuauflage mit weiteren faszinierenden Fotos.  Allerdings wird niemals verraten, wo sich der abgelichtete Raum genau befindet.

Manche Betrachter wollen gern wissen, wo das verlassene Chateau in Frankreich ist, in dem sich noch das komplette Interieur befindet. Aber hier ist eisiges Stillschweigen angesagt, so gehört es zum Ehrenkodex der Künstlergruppe.

Besonders bedrückend sind die Fotos aus Tschernobyl. Das Knattern eines Geigerzählers vom Band dazu hat schon Gruselpotential.Unterhaltsamer sind da die Fotos der Gebäude, die berühmten Hollywood-Streifen als Kulisse dienten, etwa das ungarische „Grand Budapest Hotel“ oder das Jugendstil-Kaufhaus in Görlitz. Für manche dieser Gebäude gibt es auch eine Zukunft, sie haben neue Käufer gefunden, die sie sanieren wollen. Das trifft nicht zu für den alten verlassenen Radioapparat auf dem Dachboden, den Björn Fey im Bilde festhielt.

Die Künstler richten unseren Blick unmissverständlich darauf, dass alles vergänglich ist. Nichts ist für die Ewigkeit, prachtvolle Gebäude, Industrieanlagen, ja sogar Relikte des Weltraumbahnhof Baikonur, die Kai-Patrick Fricke fotografierte, sie alle vergehen, verfallen oder werden gar eines Tages abgerissen. Am kommenden Wochenende 4. und 5. Mai hat die Ausstellung in Haus Baaken nochmals von 12 bis 20 Uhr geöffnet.