Stadt Kempen Förderkreis unterstützt auch Studenten

Stadt Kempen · Der Verein der Freunde und Förderer der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist hat sich nach dem Trägerwechsel beim Kempener Krankenhaus neu ausgerichtet. Auch die Altenheime der Stiftung werden weiter gefördert.

 Nach der Übernahme des Hospitals durch die private Artemed-Gruppe musste der Förderverein der Hospital-Stiftung seine Unterstützung des Kempener Krankenhauses auf eine neue Grundlage stellen.

Nach der Übernahme des Hospitals durch die private Artemed-Gruppe musste der Förderverein der Hospital-Stiftung seine Unterstützung des Kempener Krankenhauses auf eine neue Grundlage stellen.

Foto: Wolfgang Kaiser

Im 25. Jahr seines Bestehens muss der Verein der Freunde und Förderer der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist sich umorientieren. Das wurde bei der Hauptversammlung des Vereins am Montagabend in der Caféteria des Kempener Krankenhauses deutlich. Seit der Gründung ist die Förderung von Krankenhaus und den Seniorenheimen Von-Broichhausen- und St.-Peter-Stift Ziel und Zweck des Vereins. Da das Krankenhaus aber nach der Übernahme durch die private Klinikgruppe Artemed Anfang 2012 nicht mehr eine gemeinnützige Stiftung ist, muss der Verein einen Umweg über die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dessen Lehrkrankenhaus Kempen ist, wählen.

Viele Kempener aber scheinen Schwierigkeiten zu haben, die Ziele des Vereins noch zu erkennen, erklärte Johann Reimann am Ende der Versammlung. Das zeigt sich auch in der zuletzt rückläufigen Mitgliederzahl des Förderkreises. Anfänglich waren es noch 500, so Reimann, jetzt sind es etwas mehr als 300. Durch die ganzen Diskussionen im Rahmen der Übernahme des Krankenhauses durch Artemed seien die Bürger verunsichert und es sei schwer, neue Mitglieder zu werben. Reimann regte an, mehr mit dem Einsatz in den Seniorenheimen in die Öffentlichkeit zu gehen und dies auch im Flyer des Vereins zu betonen.

Unterstützung dafür gab es auch von Schatzmeister Karl Weckes. Ein Zusatz im Namen des Vereins könne da schon helfen. Dem konnte sich Karl Hensel, einziges bei der Mitgliederversammlung anwesendes Kuratoriumsmitglied der Hospital-Stiftung, nicht anschließen. Fördervereinsvorsitzender Walter Simon versprach, dass der Vorstand dies nun prüfen wird.

10 000 Euro liegen zur Zeit bereit, um Medizinstudenten zu unterstützen. Dr. Rolf Seyrich vom Förderkreisvorstand erläuterte, dass mit dem Geld Kurse der Studenten oder Lehrbücher und auch Attrappen, an denen die Studenten "Trockenübungen", wie er es nannte, machen können, finanziert werden sollen. Seyrich betonte die Wichtigkeit dieser Investition in die Zukunft. "Ein Krankenhaus lebt durch die Medizin, die dort geleistet wird", meinte der ehemalige, langjährige Chefarzt der Chirurgischen Abteilung.

Mit 4000 Euro unterstützte der Verein im vergangenen Jahr die Seniorenheime, berichtete Alexander Nolte. Seit 1. Februar ist er neuer Geschäftsführer der beiden Häuser. In schwieriger Zeit habe er die Aufgabe übernommen. Nicht nur, dass es galt die Seniorenheime zu konsolidieren, es galt auch intern neue Strukturen auf den Weg zu bringen. Nach langen Vakanzen in Führungspositionen ist nun mit Gabriele Riegel eine neue Pflegedienstleiterin gefunden. Damit gebe es wieder für beide Häusern zentrale Ansprechpartner. Dies sei auch deshalb wichtig, weil es mit dem geplanten Neubau eines dritten Seniorenheimes in der Trägerschaft der Hospital-Stiftung und dem danach anstehenden Umbau des Von- Broichhausen-Stifts große Herausforderungen gibt. Nolte sicherte dem Verein zu, dass die Fördergelder "eins zu eins den Bewohnern zu gute kommen."

Der Kaufmännische Leiter des Krankenhauses, Tim Kollwitz, betonte die gute Zusammenarbeit der Artemed-Klinik mit dem Förderkreis - nicht nur was die finanzielle Unterstützung angehe, sondern auch die vielfältigen Veranstaltungen betreffe, die der Förderkreis im Haus organisiere. Besonderes Schmankerl dabei: Ausgerechnet beim Weihnachtskonzert kam das Enkelkind der Familie Kamp zur Welt. Dr. Rolf Kamp war lange Jahre Belegarzt im Krankenhaus, sein Sohn Martin hat diese Tradition übernommen. Wie Rolf Seyrich verwies auch Tim Kollwitz auf die Veränderungen in der Medizinwelt. "Die Medizin wird weiblicher", sagte er. Das erfordere auch ein Umdenken bei den Arbeitsbedingungen.

Insgesamt ist der Verein finanziell gut aufgestellt, berichtete Karl Weckes. Weiteren Projekten steht also nichts im Weg.

(sr)
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